Wir sind Staub

von Danny Fröse am 13. August 2020

Wir sind gemacht aus Staub und wir werden wieder zu Staub. Wir sind wie eine Blume, die schnell aufblüht und genauso schnell wieder verwelkt. Und das besondere daran ist: Genau das weiß Gott und deswegen ist er uns gnädig.

In Psalm 103 lesen wir davon, wie Gott uns in seiner Gnade begegnet, gerade im Anblick unserer Vergänglichkeit, von der der Autor schreibt.(Verse 14-17)

Denn er weiß ja, was für Geschöpfe wir sind, er denkt daran, dass wir nur aus Staub gebildet wurden. 15 Der Mensch – seine Lebenstage sind so vergänglich wie das Gras. Er gleicht einer Blume auf dem Feld, die aufblüht, 16 wenn aber ein starker Wind über sie hinwegfegt, dann ist sie nicht mehr da. Dort, wo sie einmal blühte, gibt es keine Spur mehr von ihr. 17 Doch die Gnade des Herrn ist immer und ewig über denen, die ihm in Ehrfurcht dienen.

Das Jahr 2020 ist für mich eine unüberhörbare Mahnbotschaft Gottes. Die Covid–19 Pandemie hält die Welt in Atem und immer wieder hört man von den aktuellen Todeszahlen. Menschen werden zu Tausenden dahin gerafft durch diese Pandemie. Doch die Zahlen können einen erstmal kalt lassen und berühren so wenig wie die negativen Nachrichten zur Entwicklung der Wirtschaft. Wir verstehen nicht, dass hinter jedem Verstorbenen Angehörige stehen, die unendlich traurig sind.

Doch heute wurde mir die Tragik des Ganzen in der Tiefe bewusst. Gestern hörte ich dass Kurt (Name geändert) gestorben ist - an Corona. Er war ein sehr freundlicher und zugänglicher Polizeibeamter. Innerhalb von 4 Tagen verstarb er und ihm blieb aufgrund seiner Herzprobleme keine Chance.

Theoretisch weiß ich sehr gut, und du wahrscheilich auch, dass wir Menschen vergänglich sind. Doch praktisch wurde mir dies in den letzten Wochen erschütternd neu vor Augen geführt. Es sterben hier soviele Menschen, die wir kennen und viele werden einfach plötzlich aus dem Leben gerissen. Und jedes Mal lasse ich alle meine Pläne fahren und stelle mich neu der Realität des Todes und gehe zur Beerdigung. Ich müsste es nicht machen, denn gesellschaftlich und kulturell erwartet es keiner von mir. Doch immer wieder bekomme ich mit, welch ein starkes Zeichen von Respekt es ist, wenn ich diesen Gang auf mich nehme.

Doch zurück zu Kurt, an dessen Beerdigung ich heute teilgenommen habe. Der Tod ist immer schwer zu ertragen, doch wenn ein mir bekannter Mann, 6 Jahre älter als ich, einfach nicht mehr da ist, sondern tot im Sarg liegt, dann überkommt mich eine tiefe Traurigkeit. Als ich heute wenige Meter vom Grab entfernt das stille Beerdigungsritual beobachtete, da wollte ich laut schreien. Ich wollte die noch lebenden Angehörigen, die Brüder und Söhne des Mannes in den Arm nehmen und ihnen von der Hoffnung des Evangeliums erzählen. Doch ich musste still wie alle anderen mit ansehen, wie eine Blume für immer verwelkt zu Grabe getragen wird.

Aber ich will nicht, dass all diese Männer, mit denen ich heute auf dem Friedhof war, verwelken und für immer vergehen. Ich kann nicht verhindern, dass Männer sterben, im Bilde gesprochen verwelken, aber ich möchte dazu beitragen, dass sie zu neuer Blüte auferstehen, indem ich sie für Jesus gewinne. Dafür bin ich gekommen, dass Menschen in all der Trauer und in all dem Schrecken den der Tod mit sich bringt, diese Hoffnung haben.

Und so bete ich: Jesus komm und tu dein Werk. Du bist die Auferstehung und das Leben. Erwecke du Menschen zu neuem Leben und gebrauche du mich als dein Botschafter. Amen.

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