Wie wir den Armen helfen

von Danny Fröse am 10. Dezember 2015

Ich weiß es geht immer noch schlimmer. Aber was ich letzten Samstag sah, hat mich wirklich erschüttert. Mir war schon klar, dass viele Menschen in unserer Stadt in sehr beengten Verhältnissen leben. Aber so habe ich mir das nicht vorgestellt. Ich besuchte eine arme Familie, die in einer 2-Zimmer-Wohnung lebt.

Die Eltern leben im Schlafzimmer und die 5 Geschwister teilen sich das ca 15m große Wohnzimmer. Die älteren Schwestern sind schon über 20. Ein Junge ist 18, und das jüngste Mädchen und der kleine Junge sind 14 und 12.

Zu diesen schwierigen räumlichen Bedingungen kommt hinzu, dass die Familie keinen Kühlschrank und keine Küche hat. In der Nische des Wohnzimmers (ca. 1,70m x 1,70) wo eigentlich eine Küche stehen sollte sah ich bei meinem Besuch zwei Plastikstühle und zwei Kochplatten auf einer Getränkekiste. Das war alles. Auf der einen Seite wollte ich laut loslachen, auf der anderen Seite kamen mir die Tränen, weil ich berührt war von den armen Verhältnissen, in denen diese Familie seit vielen Jahren lebt.

Was mir jedoch am meisten auffiel war der fehlende Ofen. Meine Füße waren kalt und ich saß mit warmer Winterjacke in dem Wohnzimmer. Ich fragte: Was macht ihr, wenn es richtig kalt wird? Und die Antwort war: Dann sitzen wir hier in Decken eingehüllt.

Diese Familie ist zu arm um sich einen Ofen zu kaufen. Nachdem der letzte Ofen ausgedient hatte, gab es kein Geld für einen Neuen. Wo soll auch das Geld herkommen, wenn der Familienvater arbeitslos ist und die Sozialhilfe 35-50 Euro beträgt.

Dabei ist solch ein Ofen hier im Winter auf zweifache Weise von Vorteil. Er dient gleichzeitig als Wärmequelle und als Kochstelle. Das Brot, das fast täglich in den Häusern gebacken wird, kommt auch in den Ofen. Dadurch sparen sich die Menschen die hohen Stromkosten durch einen Elektro-Ofen.

Am Ende des Besuchs stellte mir die jüngste Tochter dann die Frage, ob wir nicht mit einem Ofen aushelfen können. Ich versprach zu schauen, was ich tun kann. Gestern war ich in der Nachbarstadt und fand einen günstigen, neuen Ofen für 90 Euro. Diesen brachte ich dann gleich zu der Familie.

ofenAls sie mich einluden mich zu setzen, nahm ich die Einladung gerne an. Ich wollte sehen, wie die ganze Familie sich darum bemühte, dieses langersehnte, wärmende Feuer anzumachen. Die Holzpalette auf der der Ofen gelagert war lieferte gleich gutes Brennholz und es dauerte nicht lange, da wurde es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder warm in dieser Wohnung.

Natürlich wünsche ich mir, dass diese praktische Hilfe die Herzen dieser Familie berührt und sie offen werden für das Evangelium.

Am Ende bleiben natürlich Fragen: Wie helfen wir den Armen am besten? Wieviel Verantwortung tragen die Menschen selber? Was ist wenn Menschen selber Schuld sind an ihrer Armut?

Diese Fragen rückten aber zuletzt in den Hintergrund, als ich auf folgenden Vers stieß:

Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat. Spr 19,17

Gestern konnte ich deswegen ohne irgendwelche Zweifel und Unsicherheit diesen Ofen kaufen, um ihn der Familie zu bringen.

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