Wie kann man da schweigen?

von Alexandra Winter am 21. Januar 2020

Der folgende Artikel stammt von Alex, unserer Teamkollegin. Sie schreibt auch auf ihrem eigenen Blog. alex4alb.wordpress.com. Schau doch mal rein.


Wir sitzen zu 6 Frauen zusammen. Haben Kaffee getrunken, geredet, gebetet und die Bibel gelesen. Das erste Treffen dieses Jahr. Dementsprechend gering ist die Konzentration, weil erst mal vieles ausgetauscht werden muss. Auf einmal schauen die Frauen schockiert aus dem Fenster.

Ein Mann wird mit verbundenen Händen in die Polizeistation geführt. Mit dabei ein junges Mädchen, seine Tochter. Sie kennen diesen Mann. Er wohnt in ihrem Hochhaus. Ist alkoholabhängig. Und sie hören regelmäßig, wie er seine Frau und Kinder schlägt. Sagen aber nichts dazu. Weil man das nicht macht. Aus Angst vor schlechtem Gerede. Es oft eh nichts bringt.

Die Frauen sind schockiert. Und fangen an von ihren eigenen Situationen zu Hause zu erzählen. Der Mann von einer Frau trinkt jeden Tag. Er schlägt sie nicht, bedroht sie aber verbal so heftig, dass sie manchmal zu den Nachbarn flieht. Oder er schließt sie aus. Oder ihre Eltern müssen kommen, um die Situation zu entschärfen. Die Tochter einer Frau wurde im jungen erwachsenen Alter von einem Mann kurz vor der Haustür abgefangen, der ihr Geld für Sex angeboten hat. Gott sei Dank hat sie spontan sehr weise reagiert und konnte sich aus der Situation befreien. Sie hat sich erst Jahre später getraut ihrer Mutter davon zu erzählen, weil sie sich so geschämt hat.

Eine andere Frau erzählt zum ersten Mal, dass ihre Ehe eigentlich auch nicht gut läuft. Dass ihr Mann, wenn er trinkt, aggressiv wird, sie respektlos behandelt. Die Menschen, die um sie herum leben wissen das. Eine andere Frau war 3 Monate lang verheiratet. Wie so oft mit Vermittlung. Dann hat sie gemerkt, dass ihr Mann drogenabhängig ist. Und mit dabei sitzt eine Frau, die von ihrem Mann geschieden ist. Der Grund: Jahrelange häusliche Gewalt. Nur mit viel Unterstützung ihrer eigenen Brüder konnte diese Frau diesen Schritt tun. Sie wird von vielen dafür schräg angeschaut. Sie sagt gar nichts zu dem Thema.

Mir fehlen auch einfach die Worte. Was soll ich dazu sagen? Wie kann ich diese Frauen ermutigen, die oft ein schreckliches Leben haben? Und keine Möglichkeit haben da raus zu kommen. Wie muss sich das junge Mädchen fühlen, das ihren Vater zur Polizei begleitet?

Ich erzähle ihnen eine Geschichte, an die ich mich immer in solchen Momenten erinnere. Momente, in denen ich nach Hoffnung suche. Eine Familie in Peru. Der Vater ist alkoholabhängig. Eines Tages fängt er an an Jesus zu glauben und wird von einem auf den anderen Tag frei vom Alkohol. Und ist ein anderer Mensch. Respektvoll und freundlich. Das ist kein Märchen, sondern eine Geschichte, die wahr ist. Ich war dabei. Und genau dafür möchte ich beten. Dass diese Wunder auch in unserer Stadt passieren.

Ohne Gott gibt es keine Hoffnung in all den verkorksten Situationen. Aber mit Gott gibt es Hoffnung. „Wir müssen für Wunder in unserer Stadt und besonders für die Männer in unserer Stadt beten,“ sind wir uns daraufhin alle einig. Seid ihr dabei?

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