Wie Georg Müller Gottes Willen erfragte

von Danny Fröse am 5. Februar 2019

Unser Leben ist voll von Momenten, wo wir uns fragen: Was ist Gottes Wille in dieser Situation? Georg Müller (1805-1898), ein deutscher Missionar in England, wurde bekannt als Waisenhausvater. Er lebte täglich in dieser Abhängigkeit von Gott. In der Leitung der Waisenhäuser bemühte Müller sich täglich darum Gottes Willen zu erfragen.

In einem Buch fand ich 6 Prinzipien, die Müller immer wieder Richtschnur waren, Gottes Willen zu erkennen. Georg Müller wurde dadurch für viele Menschen zum leuchtenden Vorbild, wie man gemäß Gottes Willen leben kann.

Vielleicht können diese Prinzipien auch dir eine Hilfe sein, bei der Suche nach Gottes Willen. Den einzelnen Prinzipien Müllers, die ich dem Buch entnommen habe, füge ich eigene Gedanken hinzu.

1. Zunächst versuche ich mein Herz in eine solche Lage zu versetzen, dass es im Blick auf die betreffende Sache keinen eigenen Willen vorbringt.

Selbstverständlich muss es uns vor allem darum gehen, dass wir darauf achten, dass wir unsere eigenen Wünsche, Pläne, Vorlieben und Träume hinten anstellen, wenn es darum geht, Gottes Willen zu erfragen. Als wir uns fragten, ob Gott uns nach Albanien senden will, haben wir uns nach diesem ersten Prinzip gerichtet. Eigentlich hatten wir Albanien nie auf dem Schirm gehabt und es lag uns nicht auf dem Herzen, nach Albanien zu gehen, aber bei der Suche nach Gottes Willen geht es nicht darum, was wir wollen, was du sicher leicht nachvollziehen kannst.

2. Danach stütze ich mich nicht auf Gefühle oder einfache Eindrücke - dann würde ich mich nur selber täuschen.

Für Georg Müller war die Frage: Wie fühle ich mich, wenn ich diesen Weg wähle, oder diese Entscheidung treffe, keine gute Richtschnur, im Streben danach Gottes Willen und sie sollte es auch nicht für uns sein. Gefühle können uns oft eine Hilfe sein, aber sie können uns auch täuschen.

3. Ich suche nach dem Willen des Geistes durch oder in Verbindung mit dem Wort Gottes.

Wenn wir durch das Wirken des Heiligen Geistes und das Lesen des Wortes Gottes, einen Frieden ins Herz bekommen, für diese oder jenen Weg, dann kann dies für uns ein verlässlicher Hinweis sein. Immerhin ist uns der Heilige Geist und Gottes Wort gegeben, um uns beizustehen, ja um uns zu leiten, damit wir auf Gottes Wegen gehen.

4. Dann berücksichtige ich die äußeren Umstände. In Verbindung mit Gottes Wort und Geist weisen sie oft deutlich auf seinen Willen hin.

Hier kommt die sprichwörtliche offene oder geschlossene Tür ins Spiel. Paulus erlebte auf seiner ersten Missionsreise, wie der Geist Jesu nicht zuließ, dass sie ihren Weg nach Bithynien einschlugen. Wahrscheinlich waren es äußere Umstände, die Lukas jedoch mit dem Wirken des Geistes Jesu erklärte. Wenn ein Weg nicht gangbar ist oder eine Tür verschlossen zu sein scheint, dann können wir davon ausgehen, dass Gottes Wille sich darin offenbart.

5. Ich bitte Gott, mir seinen Willen direkt zu zeigen.

Wir müssen festhalten, dass nicht jede offene Tür ein Hinweis auf Gottes Willen sein muss. Manchmal gibt es ja mehrere offene Türen oder mehrere Optionen, die wir wählen können. Somit ist das Gebet darum, dass Gott uns seinen Willen direkt zeigt, unverzichtbar, wenn wir nach Gottes Willen leben wollen. Wie er uns dann seinen Willen zeigt, erleben wir auf ganz unterschiedliche Weise. Aber er kann es deutlich in unser Leben sprechen.

6. Auf diese Weise komme ich durch Gebet, das Studium des Wortes und Nachdenken nach bestem Wissen und Gewissen zu einer wohlerwogenen Entscheidung.

Interessant ist, wie Müller hier drei Aspekte zusammenbringt. Gebet, das Studium des Wortes und das eigene Nachdenken. Diese drei gehören zusammen und dürfen nicht voneinander getrennt werden, wenn es darum geht, eine wohlerwogene Entscheidung zu treffen. Aber am Ende sind es wir, die wir uns entscheiden müssen den Weg zu gehen, der vor uns liegt.

Mir fällt hier Psalm 143 ein. Dort finden wir sehr treffende Worte Davids, die genau zu diesem Thema passen.

Lass mich schon früh am Morgen deine gnädige Antwort hören, denn auf dich vertraue ich. Lass mich den Weg wissen, den ich gehen soll, – meine Seele sehnt sich nach dir. …Lehre mich, so zu handeln, wie du es willst; denn du bist mein Gott. Dein guter Geist führe mich ´wieder` über ebenes Land.

Eine Frage an dich: Welche Entscheidung musst du in den nächsten Tagen und Wochen treffen? Möchtest du dich Gott und seiner gnädigen Führung anvertrauen? Willst du erleben, wie er dich wunderbar führt? Dann können dir vielleicht die oben genannten Prinzipien eine Hilfe sein, zu einer guten Entscheidung zu kommen.

Photo by Patrícia Cassol Pereira on Unsplash

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