Wenn schwere Sterne fallen - Ein weiteres Gedicht

von Rahel Fröse am 15. März 2017

Nach der ersten Woche in Deutschland folgten die Regentage. Schwere Tage. Frust und Enttäuschung kamen in mir hoch. Ich verstand Gott nicht. Verstand nicht, warum er mir nicht etwas Ruhe gönnt. Warum nicht einfach mal etwas nach Plan gehen kann. Warum immer alles anders kommen muss. Liebt er mich nicht? Weiß er denn nicht, was ich brauche?

Innerlich focht ich einen Kampf aus. Die Lügen in meinen Ohren, geflüstert von dem Feind, der von Anfang an die Lüge in den Kopf der Menschen setzte:

Gott liebt dich nicht! Er hält dir Gutes vor. Warum sonst passiert dir das, was dir gerade passiert?

Ich war stark angefochten. In mir tobte ein Kampf. Auf welche Stimme höre ich? Wem schenke ich Glauben, wohin mit meinem Vertrauen?

An dem Tag vor meiner OP schrieb ich den zweiten Teil meines Gedichts zum Sterntaler. Den ersten Teil findest du hier.
Lest selbst, wer den Kampf gewonnen hat:

Sterntalerchen II

Ich bin wie das kleine Sterntalerchen
Meinen Blick nach oben gewandt
Da verwandeln sich die Sterne
Kommen näher
Wie tausend kleine Gaben
Geschenke tanzen auf mich herab

Das schrieb ich vor zwei Wochen
Der blaue Himmel
Die strahlende Sonne
Sie sind nicht mehr da
Nicht mehr sichtbar
Da sind nur Wolken, viele Wolken
Wind und Regen
Meine Schritte schwer
Über Steine und Matsch

Ich denke an dieses Bild
Dieses kleine unschuldige Sterntalerchen
Sehne mich etwas zurück
In diesen Augenblick der Leichtigkeit
Und des Glücks

Gaben kommen da
Ich wünsche sie mir
Wünsche mir alles Gute
Wünsche mir jetzt nur Licht
Güte, Freundlichkeit, alles,
Was meinem menschlichen Auge angenehm erscheint

Doch die letzten Wochen haben mich anderes gelehrt
Die höhere Kunst ist
Die unbequemen Gaben
Erstmal Anzunehmen
Zu verwandeln dann
Ungeplantes, Krankheit,
Enttäuschung, Unruhe,
Verschiebung

Oh, es gefällt mir nicht
Nicht das, das will ich nicht auffangen
Ich will nur das Gute empfangen
Dafür halte ich meine Hände doch auf

Doch offene Hände sind empfänglich
Sind verletzlich
Sind passiv
Sie werden gefüllt
Gott füllt sie mit dem
Was ich brauche
Was ich brauche,
Was weiß ich das
Es weiß Er allein

Hiob sagt
Das Gute nehmen wir von Gott an
Da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?

Wohin geht mein Blick?
Lass ich ihn ablenken?
Weg vom Geber?
Hin zu den Gaben?
Den Guten wie den Bösen?

Lass ich mich einnebeln von Dunkelheit?
Höre ich auf das Flüstern des Feindes:
Liebt dich Gott wirklich?
Schaue ich traurig, verzagt, müde, wütend, frustriert
Zu Boden?
Die Gaben fallen schwer auf mich
Fallen zu Boden
Zerplatzen wie Blasen
Oder zersplittern in tausend Teile

Nein
Ich nehme auch diese Gaben an
Gaben von einem freundlichen Gott
Der mich liebt
Gaben, die viel größeres Potential haben
Mich wirklich reich zu machen

Es sind nicht die Gaben
Die reich machen
Es ist der Dank dafür
Die Annahme in Frieden
Unter Tränen oft
Dank verwandelt alles

Auch das Schwere will ich annehmen
Kleines Sterntalerchen
Öffne alles und empfange
Blicke stets nach oben.

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