Wenn etwas in dir zu sterben scheint

von Rahel Fröse am 17. Juni 2015

Ich bin ein Mensch, der in der Natur zuhause ist. Meine Seele atmet auf, ich fühle mich Gott sehr nahe und komme innerlich zur Ruhe. Als junges Mädchen war ich unzählige Stunden allein im Wald unterwegs, saß auf Jägerständen und las unzählige Bücher und Kapitel der Bibel, ganz zu schweigen von den wirklich nicht mehr zählbaren Seiten, die ich in meinen Tagebüchern voll schrieb.

Draußen zu sein, mich frei zu bewegen, zu laufen, rennen und tanzen, das gehört zutiefst zu dem Mensch Rahel, der ich bin.

Als wir nun in Deutschland waren und ich an einem morgen durch die Wiesen lief, innerlich bekümmert durch zwei heftige Schreianfälle meines Sohnes vor dem Frühstück, da hatte ich Tränen in den Augen und blieb irgendwann an einem Zaun stehen. Ich blickte in die aufgegangene Sonne. Ganz plötzlich fühlte ich wieder die alte Rahel in mir, wie sie früher oft in den Wald lief, weinend und manches mal verzweifelt. Ich fühlte wieder den alten Baum in meinem Rücken, an dem ich so oft lehnte und zum Himmel blickte.

Und hier, auf dieser Wiese, an diesem Zaun, in einer mir fremden Gegend, da kamen all diese Erinnerungen. Die Erinnerung an die erfahrene Tröstung, den Wind, der meine Tränen abgewischt hat und die tiefen Begegnungen mit Gott, die mich oft in einem großen Frieden in mein Leben zurückgehen ließen.

Irgendwie ist diese alte Rahel in mir gestorben, so dachte ich dann. Etwas, was zutiefst zu mir gehört hat, liegt völlig brach. Diese Freiheit, die ich einmal hatte, die habe ich im Moment nicht mehr. Da sind meine zwei kleinen Kinder und vor allem auch das Leben hier in einer anderen Kultur, das es mir nicht möglich macht, einfach auszubrechen und meinen Weg in die Natur zu gehen. Es machte mich traurig, dieser Gedanke, dass etwas, was zutiefst zu mir gehört, was "Rahel" ausmachte, nicht mehr da ist.

Doch was mache ich nun damit? - Ich habe es unter Tränen zu Gott gebracht. Meine Mühe manchmal mit den Kindern, dieses gebunden sein, diese mangelnde Möglichkeit in Albanien, einfach raus zu gehen, allein und unbeobachtet zu sein. Und es war wie eine zarte Stimme, die Stimme Gottes, die mir in den nächsten Tagen klar machte, dass das nur eine Zeit lang so ist. Diese Rahel ist nicht gestorben. Sie ist da. Sie schläft im Moment nur. Und das ist nicht schlimm. Zur richtigen Zeit wird sie wieder geweckt und sie wird wieder loslaufen.

Doch bis dahin weiß ich, dass Gottes Gnade genug ist. Lass dir an meiner Gnade genügen, so flüstert Jesus mir zu. Du verlierst nicht mehr von dem, was du bist. Im Gegenteil: ich mache dich gerade durch diese Einschränkungen immer mehr zu dem, was du eigentlich bist. Ich schenke dir in aller äußerlichen Begrenztheit Leben in Fülle!

Daran will ich glauben! Und darum kann ich mein Leben hier in einer großen inneren Freiheit leben!

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