Weißt du eigentlich, wie gesegnet du durch deine Gemeinde bist?

von Rahel Fröse am 3. November 2019

Heute ist Sonntag. Wenn man nicht aufpasst schleicht sich hier dieser Tag ein, ohne besondere Beachtung zu bekommen. Ja, da ist das wöchentliche Treffen der Männer und das zweiwöchige Treffen der Frauen. Da sind die leckeren Pancakes am Morgen, die Danny treu für uns macht. 

Aber nichts in der Stadt deutet darauf hin, dass Sonntag ist. Keine Kirchenglocken rufen zum Gottesdienst. Keine geschlossenen Geschäfte, die an Gottes Schöpfungsordnung erinnern: sechs Tage sollst du arbeiten und am siebten Tag sollst du ruhen. 
Hier arbeiten die meisten sieben Tage in der Woche. Nur die Schulen sind geschlossen.

Ehrlich gesagt vermisse ich die Sonntage in Deutschland. Es ist ein besonderer Tag. Ich erinnere mich gerne an die Gottesdienste in den Gemeinden, in denen wir schon waren. Ich denke manchmal sehnsüchtig an meine Freunde, liebe Menschen, die ich treffe, die ich umarme, die ich spreche, mit denen ich lache und weine, Menschen, die den gleichen Glauben haben wie ich. Die mich verstehen, weil sie aus meiner Kultur stammen. Die meine Sprache sprechen, nicht nur mit ihrem Mund sondern auch mit ihrem Herzen. Ich sehne mich manchmal nach einem Gottesdienst, an dem ich nichts tun muss. Einfach sitzen und genießen, aufnehmen, aufatmen, gestärkt werden. Nicht selber einladen müssen, organisieren müssen, bewirten müssen, begrüßen und verabschieden müssen, kulturelle Besonderheiten beachten müssen...

Es tut mir leid, dass meine Kinder nicht in den Kindergottesdienst gehen können. Kinder, Freunde treffen, von Jesus hören, Lieder lernen, basteln, von liebevollen Mitarbeitern betreut werden. Ich sehne mich manchmal danach, nicht immer selber ein Programm machen zu müssen, nicht fast der einzige zu sein, der ihnen von Jesus und seiner Liebe erzählt und sie ihnen fühlen lässt. Ich sehne mich danach, meine Kinder in gute und „gläubige“ Hände geben zu können, ohne mich meiner elterlichen Verantwortung entziehen zu wollen. 

All das habe ich seit sechs Jahren aufgegeben. Und es ist ein Opfer für mich. Das wird mir, je länger, je mehr bewusst. 

Und ich frage mich, ob dir, der du eine gute Gemeinde wöchentlich besuchen kannst, das bewusst ist. Ob dir bewusst ist, dass du reich gesegnet bist, dass du ein wahnsinniges Vorrecht besitzt, indem du dich öffentlich ohne Angst, mit deinen Geschwistern treffen kannst. Dass du in ein Gebäude gehen kannst und du durch Musik und Predigt beschenkt wirst. Weißt du welches Vorrecht es ist, dass deine Kinder in eine gut vorbereitete Kinderstunde gehen dürfen. Dass du und deine Kinder ermutigt und herausgefordert werden, euren Glauben zu leben?

Ich weiß, es gibt keine Gemeinde, die perfekt ist. Vielleicht liegt deiner Ansicht nach einiges im Argen in deiner Gemeinde. Vielleicht bist du mehr dabei, deine Gemeinde zu kritisieren, als dankbar über sie zu sein.

Aber vielleicht hältst du mal inne und machst dir bewusst, dass Gott dich segnen will durch deine Gemeinde und dass er dich als Segen für deine Gemeinde gebrauchen will.

Vielleicht denkst du mal an die vielen Christen, die nicht die Möglichkeit haben, an diesem Sonntag einen Gottesdienst zu besuchen. Vielleicht denkst du mal an mich. 🙂

Ich wünsche dir eine neue Dankbarkeit und Freude für deine Gemeinde, deine Geschwister, den Dienst, den viele treu tun, damit der Gottesdienst stattfinden kann. 
Ich kann nur für mich sagen, dass mich sechs Jahre im Ausland wirklich eine ganz neue Dankbarkeit und Wertschätzung für Gemeinde gelehrt hat, einfach weil ich sie nicht mehr hier habe...

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