Was mir mein Tagebuch vor Augen hielt

von Rahel Fröse am 23. Oktober 2018

Vor ein paar Tagen blätterte ich in meinem Tagebuch vom letzten Jahr. Gerade bin ich wieder in dieser Zeit, in der ich bewusst Abschied nehmen muss von den warmen und hellen Tagen, Tagen voller Licht und freudigen Kinderstimmen auf der Straße. Die Tage werden kürzer und dunkler, der große Berg hinter unserem Haus verfärbt sich wieder und wird bald in braun dastehen und es wird ungemütlich kalt in der Wohnung. Eine Zeit die zugegebener Weise nicht so einfach ist. 

Naja, jedenfalls wollte ich sehen, welche Gedanken ich letztes Jahr hatte und was mir half. Dabei stieß ich allerdings auf etwas anderes. Etwas, das mich sehr ermutigt hat und mir gleichzeitig auch die Augen geöffnet hat.

Ich schrieb so ungefähr vor einem Jahr, dass ich mir Sorgen mache um Gideon, weil er keine Jungs zum spielen hat. Damals spielten unsere Kinder fast ausschließlich mit den beiden Nachbarmädels. Jetzt, ein Jahr später, kommen Jungs aus unserem Viertel zum Tor und rufen nach Gideon. Oder die beiden Nachbarjungs rufen herüber und wollen mit Gideon spielen. Jetzt kann ich Gideon kaum bremsen, raus zu gehen zu seinen Freunden. Jetzt spielt er Ball auf der Straße, fährt begeistert Fahrrad und zieht mit den Jungs um die Häuser. Das wäre letztes Jahr noch nicht denkbar gewesen. Dass er sogar allein mit den Nachbarskindern in die Schule hier gehen wird, das war unvorstellbar für mich. Damals, vor gerade mal einem Jahr. 

Irgendwie hat mir das die Augen geöffnet. Es hat mich zum einen dankbar gemacht. Dankbar dafür, dass Gott meine Gebete hört. Dass er meine Ängste und Sorgen sieht und sie zu seiner Zeit beantwortet und zunichte macht. 

Als ich gestern mit der Mutter von Gideon’s bestem Freund, seinem Nachbarn, sprach, wurde mir erst bewusst, was Gott getan hat: eigentlich wäre der Juri schon letztes Jahr in die Schule gekommen. Doch sein Geburtstag wurde zu spät registriert (er ist im August geboren, wurde aber erst im April registriert) und darum musste er noch ein Jahr mit der Einschulung warten. Ein Jahr warten hieß, dass er nun zusammen mit Gideon gehen kann. Es heißt, dass Gideon seinen besten Freund an seiner Seite hat, wenn er in die Schule geht. Wie gnädig von Gott! Gott selbst denkt an meine Kinder und kümmert sich um sie! Schon vor sieben Jahren dachte er an uns und daran, dass Gideon einen Freund brauchen wird und ließ seine Eltern diesen „Fehler“ begehen. (So stell ich mir das jedenfalls vor. 😉

Auch wurde mir einmal mehr die Augen geöffnet für mein menschliches Herz, das leider immer noch nicht genug auf den Herrn vertraut. Warum? Damals machte ich mir Sorgen, dass Gideon zu wenig Freunde hat. Jetzt hat er viele und er ist unterwegs mit ihnen und eine neue Sorge macht sich breit: machen sie auch keine Dummheiten? Ist er sicher? Was machen sie, wenn ich sie nicht sehe? Es ist wohl der typische Loslassprozess, den jede Mutter durchlaufen muss. Das Kind wird immer mehr selbstständig und löst sich rein äußerlich auch immer weiter von zu Hause. Und schon beginnen neue Gedanken und Sorgen. Das ist alles so plötzlich passiert und ich muss da erst hinterher kommen. 

Sorgen werden immer wieder neue aufkommen, was unsere Kinder anbelangt. Die alten werden durch neue ersetzt. Es wird wohl nie eine Zeit geben, in der ich sagen werde: alles ist in bester Ordnung mit meinen vier Kindern. Auf der einen Seite erschreckt mich dieser Gedanke. Auf der anderen Seite treibt er mich näher zu Jesus. Denn der einzige Ausweg ist dieser: 
            

Du aber, Rahel, vertrau auf den Herrn und tu Gutes! (Psalm 37,3)

Ich kann mich nur zu dem Herrn flüchten und wissen:  Er kümmert sich um meine Kinder (und um alles andere) und ich darf ruhig sein. Ich weiß, dass ich dieses Vertrauen, gerade in Bezug auf meine Kinder, mehr und mehr lernen muss. Die abgeben an Gott, wissen, dass meine Kinder nicht mir gehören, dass Gott sie in seinen liebenden Händen hält, dass er sie liebt und mir und ihnen helfen wird. All das muss sich tief in meinem Herzen verankern.

Vor einem Jahr schrieb ich einen Artikel von einer Frau die sagte, im Rückblick auf ihre Erziehung würde sie sagen, dass sie Gott hätte mehr vertrauen sollen, weil er vertrauenswürdig ist. Er hat sich über die Jahrtausende als solcher erwiesen, er wird es auch in meinem und im Leben meiner Kinder sein! 

Und ebenso kümmert er sich um dich und um all deine Sorgen im Moment. Vertraue auf ihn!

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