Was mich auch nach 6 Jahren in Albanien immer noch herausfordert

von Rahel Fröse am 12. Juli 2019

Ich habe hier zwei liebe Freundinnen, die auch an Jesus glauben, mit denen ich bete und Bibel lese. Diese zwei Frauen sind mit fanatischen Männern verheiratet. Was das bedeutet hat Danny hier ausgeführt. Wenn ich sie sehen will, dann muss ich zu ihnen nach Hause gehen. Sie können aus verschiedenen Gründen so gut wie nie zu mir kommen.

Nun hatte eine von beiden Geburtstag und ich wollte sie schon sehr lange mal in ein schönes Café etwas außerhalb von Krume, aber nicht weit, einladen. Einfach mal ein anderes Umfeld, eine andere Ambiente, mal raus von den teilweise auch erdrückenden Umständen in ihrem zuhause. Wir hatten es ausgemacht und ich hatte den festen Glauben, dass es klappen wird. Zum Geburtstag mal einen Kaffee trinken zu gehen ist hier eigentlich selbst für Frauen mit fanatischen Männern schon drin.

Als ich mich dann heute nochmal vergewissern wollte, ob es auch klappt, musste ich die Nachricht hinnehmen: „Nein, nein, wir haben keine Erlaubnis.“

Irgendwie hat es mich diesmal mehr getroffen. Ich kenne ja die Kultur hier nun schon seit fast sechs Jahren. Ich kenne diese teilweise oft unerträglichen Umständen mancher Frauen hier leider viel zu gut. Ich kenne diese Engstirnigkeit. Ich kenne diese Männer, die selbst den ganzen Tag unterwegs sind und sich nicht blicken lassen, aber ihre Frauen zuhause einsperren und ihnen jegliche Freiheit nehmen. Ich kenne es nur zu gut. An manchen Tagen nehme ich es hin, weil es halt so ist. An anderen Tagen, da macht es mich innerlich traurig und wütend zugleich.

Es tut mir für mich leid, dass ich hier nicht einmal mit meinen guten Freundinnen einfach einen Kaffee trinken kann. Aber noch mehr tut es mir für diese Frauen hier leid. Stell dir vor, du müsstest bei allem, was du tust, deinen Mann um Erlaubnis fragen. Er entscheidet, was du tun darfst und was du lassen musst. Er entscheidet alles über dich. Stell dir vor, dass das ein Mann ist, der selbst sich nur rumtreibt, keine geregelte Arbeit hat, sein Geld verspielt oder vertrinkt, dich anschreit und keinen Finger krumm macht zuhause. Stell dir vor, dass dieser Mann über dich und dein Leben entscheiden darf.

Ich finde es schlimm. Heute finde ich es richtig schlimm. Und ich leide innerlich mit all diesen Frauen (und es gibt derer unzählige auf dieser Welt), die so leben müssen.

Und ich will einmal mehr dankbar sein, dass ich zu den glücklichen Frauen gehören darf, die einen Mann hat, der sie liebt, der sie schätzt, der ihr Freiheit gibt und der sich um sie und ihre Kinder liebevoll kümmert. Ein Geschenk! Etwas, was wir viel zu schnell als selbstverständlich ansehen!

Meine beiden Freundinnen, nun, die werde ich wieder in ihrem zuhause besuchen gehen. Und wir werden dort wieder unseren türkischen Kaffee trinken. Oder ich rufe selbst ihre Männer an und frage um Erlaubnis. Ganz sicher werden sie mir gegenüber ja zu dieser Unternehmung sagen...

Ansonsten kann ich nur beten und sie der Gnade Jesu anbefehlen! Und ich kann meinen Frust und keine Traurigkeit zu Ihm bringen! Und dort lassen. Und von dort aus weitergehen und die Menschen hier lieben und achten, auch diese fanatischen Männer..

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