Selbstmitleid und wie es besiegt wurde

von Rahel Fröse am 12. Februar 2015

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Letzte Woche war so ein Tag, wie ich ihn nicht oft habe. Gott sei Dank!

Der Selbstmitleidstag

Ich würde ihn als einen “Ach ich tu mir selbst so leid”- Tag bezeichnen. Ein Tag, an dem ich mich ernsthaft frage, um was in alles in der Welt ich nur dazu kam hier her zu ziehen. Vielleicht liegt es daran, dass es seit Tagen nur regnet, oder schneit und es so kalt ist, das man kaum raus kann mit den Kindern. Oder daran, dass ich seit fünf Wochen keinen Fuß mehr aus Krume gesetzt habe. Oder daran, dass ich meine Familie vermisse und ich nur zu gern mal wieder mit einer lieben Freundin ins Café gehen würde. Oder einfach mal mit den Kindern auf einen Spielplatz.

Überhaupt, was können unsere Kinder alles nicht tun- kein Schwimmbad für Regentage (und ich liebe es doch so zu schwimmen!), kein Zoo für einen schönen Sonntagsausflug, keine gut ausgebauten Spazierwege um einfach mal laufen zu gehen, kein Spielplatz, kein…

Und so gehen meine Gedanken auch spazieren, nur leider in die falsche Richtung!

Warum bin ich nur hier?

Dennoch, es bleibt nicht aus, wenn man ein Mensch ist. Man fragt sich, ob es das alles wert ist. Ob man nicht ein “normales” Leben führen sollte, mit Kindern, die alle Vorzüge genießen, die ein reiches Land bieten kann. (Ich weiß selber sehr gut, dass genauso viele Nachteile aufzuzählen sind, die ein reiches Land bietet.)

Manchmal denke ich, was wohl die Menschen hier von uns Deutschen halten. Deutschland ist für sie ein Traumland, das zu erreichen für viele unmöglich erscheint. Und nun lebt da eine deutsche Familie in dieser kleinen Stadt am Ende der Welt.

Warum? Und ehrlich gesagt, an diesem Tag habe ich mir diese Frage auch gestellt in meinem Herzen.

Es ging mir nicht gut bei diesem Gedanken. Eigentlich weiß ich ja, warum ich hier bin. Dennoch war der Verstand nicht stark genug an diesem Tag um den Wirrungen meines Herzens Einhalt zu gebieten.
Ich sah aus dem Fenster und meine Tränen vereinten sich mit den nicht enden wollenden Regentropfen, die vom grauen Himmel fielen.

Ich tat mir sehr, sehr leid.

Mein Spülerlebnis

Doch, Gott sei Dank, haben wir keine Spülmaschine. So stand ich an diesem Tag mal wieder vor meinen üblichen Geschirrbergen. Manche können sich vielleicht ein Leben ohne Spülmaschine gar nicht vorstellen, aber für mich ist es ein Segen. Das hätte ich nie gedacht.
Wie meistens machte ich mir per Spotify schöne Lobpreismusik an. Das entspannt mich oft sehr und ich habe beim abspülen eine richtig tolle Zeit.

An diesem Tag wusste Gott genau, was ich brauchte. Im passenden Moment hörte ich genau hin und der Satz eines Liedes stach mich ins Herz!

Es war das Lied von Chris Tomlin “At The Cross (Love Ran Red)”.
Da heißt es im Refrain:

At the cross
At the cross
I surrender my life.
I’m in awe of You
I’m in awe of You
Where Your love ran red
and my sin washed white.
I owe all to You
I owe all to You Jesus.

Ich schulde ihm alles

I owe all to You Jesus! - Das war meine Antwort! Meine Antwort von Gott! Wie ein heller Lichtstrahl von oben durchzog es mein Herz und plötzlich stand mein Ich am Rand. Mein Ich, mein Egoismus, mein Selbstmitleid. Alles war plötzlich unwichtig.

Da ist Jesus, mein Jesus, der alles für mich gegeben hat und ich bin traurig, weil ich hier so wenig Ausgleich finde? Da ist mein Retter, der sein Blut für mich vergossen hat und ich stehe und weine, weil meine Kinder keinen Spielplatz haben?

Ja, jetzt musste ich wirklich weinen. Nicht aus Selbstmitleid, sondern weil Jesus mich so liebt.
Ja, ich schulde ihm wirklich alles! Was ich hier in Krume tue, das ist nur so etwas Kleines, was ich tun kann. Mein Leben gehört ihm. Ich verdanke ihm alles. Ich schulde ihm alles. Mein Leben. Alles.

Danke-Tage

Seit dieser Erkenntnis lebe ich fröhlich und ohne Gedanken daran, was ich doch alles aufgegeben habe. Es ist nichts, im Vergleich zu Jesus.

Es ist ein Vorrecht hier sein zu dürfen, trotz oder gerade wegen all der Einschränkungen und Schwierigkeiten.

Danke Jesus, dass du mich auf den richtigen Weg zurückgeführt hast. Ich liebe dich. Ich liebe es, dir hier zu dienen! Danke!

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