Was mir zur Frage: "Bist du müde?" einfällt

von Danny Fröse am 3. Januar 2014

Ob du es glaubst oder nicht, eine der Standardfragen bei Begrüßungen hier in Albanien ist die Frage: "A je i lodhe?" - das bedeutet: "Bist du müde?"

Ich dachte zuerst der Mechaniker um die Ecke machte einen Scherz, als er mir diese Frage auf Deutsch stellte. (Er kann ein paar Brocken.)

Aber mit der Zeit habe ich festgestellt, dass dies eine der Fragen ist, die sich Menschen in der Begrüßung gegenseitig stellen. Ob auf der Straße, beim Friseur oder beim Einkaufen. Überall begegnet einem diese Frage.

Es ist eine Frage, die nur typisch ist für die Region, in der wir leben.

Wie kommt es, dass sich Menschen diese Frage stellen? Wieso fragen sie nicht: Bist du ausgeruht?

Wahrscheinlich hat sich diese Frage über viele Jahrzehnte entwickelt. Kann es sein, dass diese Frage von der Mut- und Hoffnungslosigkeit der Menschen zeugt?

Für mich ist diese Frage keine von vielen Fragen, die man sich hier gegenseitig um die Ohren haut. Für mich geht diese Frage tiefer und sie trifft mich an einem sehr wunden Punkt.

Ich bin nämlich müde. Eigentlich immer. So antworte ich nicht immer, aber so fühle ich meistens. Antworten tue ich manchmal mit "pak" was wenig bedeutet.

Die große Frage ist: Wie gehe ich mit dieser Müdigkeit um, die meine Lebensqualität all zu oft einschränkt?

Der Pfahl im Fleisch

Die Müdigkeit, die mich belastet, ist wohl der sogenannte Pfahl im Fleisch, wie Paulus ihn in 2.Korinther 12 beschreibt. Dort beschreibt Paulus ein Leiden, das Gott gebraucht, um ihn zu demütigen und zu heiligen. Ausleger streiten darüber, welche Art von Leiden Paulus belastete.

Ich dagegen brauche keinen Ausleger, der versucht zu erklären, was bei mir dieser Pfahl im Fleisch ist. Dieses Leiden, durch das mich Jesus demütigen und heiligen will.

Es ist genau das Thema, welches die Menschen immer wieder aufbringen. Bist du müde?

Ja, ich bin müde.

So viel will ich noch mal sagen. Diese Müdigkeit ist jedoch anders, als die, die Menschen empfinden, die mal eine Zeit lang zu wenig Schlaf bekommen. Diese Müdigkeit, unter der ich leide, ist ständig da, auch wenn ich sehr gut und lang geschlafen habe. Sie geht für ein paar Stunden am Morgen und dann ist sie über den Mittag wieder da. Aber dann ist es auch schwer, sie wieder wegzubekommen.

Ich will nicht jammern. Das würde nichts bringen. Ich will das Beste aus der Situation herausholen. Ich bin hier, weil ich einen Auftrag habe. Und von diesem Auftrag wird mich meine Müdigkeit nicht abhalten.

Mein Wunsch

Ich will von ganzem Herzen erleben, was es heißt:

Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Ich will wissen, was es bedeutet, wenn der HERR sagt: Meine Gnade ist alles, was du brauchst.

Ich will wissen, was Paulus damit meint, wenn er sagt:

Wenn ich schwach bin, bin ich stark.

Ich will wissen, wie ich dahin kommen kann mit Paulus zu sagen:

Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus mit Schwachheiten leben muss.

Am Ende frage ich mich: Kann ich das wirklich sagen: Wenn ich müde bin, bin ich stark? An diesem Punkt bin ich noch nicht. Vielleicht bin ich sogar weit davon entfernt. Ehrlich gesagt: Ich fühle mich schwach, wenn ich müde bin.

Aber ich höre nicht auf, danach zu fragen, wie ein Leben aussieht, das Christus verherrlicht mit all der Müdigkeit, die ich empfinde.

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