Meine Tage sind gezählt

von Rahel Fröse am 26. Februar 2019

Diese Tage hat ein uns sehr naher Angehöriger die Diagnose Krebs bekommen.

Es war ein Schock für uns alle. Es trifft einen so unvorbereitet, so plötzlich. Auf einmal ist alles anders als zuvor. Alle Pläne, die man hatte, scheinen klein und unbedeutend. Vor einem liegt nur das Ziel: wieder gesund werden. Da liegt eine anstrengende Therapie, vielleicht eine OP, viele Arztbesuche, Ungewissheit, Angst und so viel mehr. 

Und unwillkürlich denkt man bei einer Diagnose wie Krebs auch an den Tod. Schon zu viele Menschen hat man sterben gesehen an dieser Krankheit, als dass dieser Gedanke nicht kommen könnte. Die Tage sind gezählt...

Aber halt mal! Bei all diesen Gedanken klingelt in meinem Kopf eine Glocke. Laut verkündet sie mir: Rahel, deine Tage sind auch gezählt. Auch ganz ohne einer Krebsdiagnose (die mich aber auch jeden Tag treffen könnte...) Meine Tage sind gezählt. Unser aller Tage sind gezählt. 
Vielleicht wissen wir das. Sicher wissen wir das. Alle müssen eines Tages sterben. Aber doch nicht jetzt. Der Gedanke, ich könnte wissen, wieviele Tage ich noch zu leben habe, der ist mir irgendwie unangenehm.

Gestern wollte Gideon wissen, wieviele Tage wir schon alle gelebt haben. 
Danny kam auf stattliche 14.780 und ich auf 12.560, während Henry grad mal 210 Tage gelebt hat. Doch wieviele kommen noch? 

Meine Tage sind gezählt. Und die Bibel sagt uns, dass es gut ist, dass wir daran denken:

Tue mir kund, Herr, mein Ende und welches das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin. Siehe, handbreit hast du meine Tage gemacht und meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir; nur ein Hauch ist jeder Mensch, wie fest er stehe.“

Psalm 39,5-6

So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen.“

Psalm 90,12

Mose, der alte, weise Mose, der schrieb dieses letztere Gebet auf. An die eigene Endlichkeit zu denken beschert uns Weisheit. Warum, frage ich mich. Was geschieht in meinem Herzen, wenn ich anfange, meine Tage zu zählen? Wenn ich anfange, mit dem Gedanken täglich zu leben, dass ich sterben werde. Dass meine Tage gezählt sind?

Ich kann nur von mir selbst sprechen. Wenn ich an meine Endlichkeit denke, wenn ich daran denke, dass morgen mein letzter Tag sein könnte, daran, dass morgen schon der Tag sein könnte, an dem ich vor Jesus stehe in seiner Herrlichkeit, dann macht das was mit mir und meiner Perspektive auf mein Leben. 

Da werden plötzlich alle Sorgen klein, die vorher so groß schienen, da scheint mir der Gedanke, was ich wohl mal für eine Rente bekomme, unbedeutend. Da wächst in mir der Wunsch, noch viel mehr für Jesus zu leben. Noch mehr in sein Reich zu investieren und nicht in mein kleines Königreich. Da geht mein Blick auf Wesentliches.
Ich denke, dass das damit gemeint ist, weise zu werden: Mehr für Jesus zu leben. 
Mich weniger um mein unbedeutendes Leben zu drehen und mich mehr um Jesus drehen. Mehr Zeit und Geld und Kraft zu verwenden, damit Menschen von ihm hören, durch mich oder durch andere. 

Manche denken vielleicht, ich bin ja schon voll dabei, ich bin ja im Ausland, um Menschen von Jesus zu erzählen, mein Leben ist doch schon „hingegeben“ und ich opfere doch schon viel. Aber nein. Auch für mich und uns ist das immer wieder eine Herausforderung: In welches Königreich investiere ich? In meines oder in das von Jesus?

Ich finde schön, was Mose in seinem Gebet nur wenige Zeilen nach dem „Tage zählen“ schreibt:

„Sättige uns am Morgen mit deiner Gnade, so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen.“

Psalm 90,14

Das Leben für Jesus ist nicht trister Dienst. Nein, Leben für Jesus bedeutet in Freude und Zufriedenheit, in Dankbarkeit und innerem Frieden zu leben... an allen Tagen unseres Lebens. Doch wie geschieht das? Wenn ich mich sättigen lasse von Gottes Gnade. Wenn ich seine Gnade zu meinem täglichen „Frühstück“ mache, sie zu meiner Stärkung mache für jeden Tag! 

Ich habe mir wieder neu vorgenommen, die ersten Minuten eines neuen Tages bewusst diese Speise in mich aufzunehmen: Seine Gnade, aus der heraus ich leben will. Seine Gnade, durch die die leben können, die schwer krank sind. 

Und ich will mir mehr bewusst machen, dass mein Leben ein Ende hat, meine Tage sind gezählt. Ich bin nur wie ein Hauch, der gerade da ist und schnell vergeht. Ich möchte mein Leben in das investieren, was zählt, auch für die Ewigkeit. 

Ich will dir Mut machen, darüber nachzudenken. 

In was investierst du deine Zeit? Für welche Dinge gibst du dein Geld aus oder sparst du es? Wohin fließt deine Kraft, deine Energie, deine Freude? Sind es Dinge, die auch im Licht deiner Endlichkeit Wert besitzen und bestehen bleiben? Oder dreht sich eigentlich alles nur um dich und dein kleines Reich? Wie würdest du dein Leben verändern, was würdest du anders machen, wenn du wüsstest, dass du nur noch wenige Tage zu leben hast? 

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