Mein 2-jähriges - Bin ich wirklich glücklich hier?

von Danny Fröse am 28. Juni 2018

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von unserer Teamkollegin Alexanda. Wir waren echt bewegt von ihren Gedanken und wollten sie gerne mit euch teilen. Sie schreibt über ihr Leben in diesem Blog.

In den letzten Wochen hatten wir viel Besuch aus Deutschland. Ein Gebetsteam aus meiner Gemeinde, eine Familie, meine Eltern, die Eltern meiner Kollegin, ein Hilfs-Transport mit einem Team…und wir haben viel geredet, über das Leben hier, die Kultur, was Gott hier tut, unsere Arbeit, und vieles mehr. Dabei habe ich gemerkt, wie dankbar ich bin hier zu sein. Dass es natürlich auch sehr herausfordernd ist. Aber dass es sich genau richtig anfühlt.

Ich habe vor kurzem nochmal ein Zitat von Katie Davis gelesen, das mir so aus der Seele spricht. Sie ist eine junge Frau (Jahrgang 1989) aus den USA, die ihr komfortables Leben mit allen Möglichkeiten in der Heimat aufgegeben hat, um Gott und Menschen in Uganda zu dienen. Ohne ein Studium beendet zu haben lebt sie jetzt dort und hat 13 Waisenkinder adoptiert. In ihrem Buch „Leben für Ugandas Kinder“ beschreibt sie ganz ehrlich was sie denkt und fühlt:

„Wisst ihr, was ich mir manchmal wünsche? Ich würde gerne shoppen gehen und mir ein paar wahnsinnig teure Schuhe kaufen. Oder mit meinen Freundinnen klönen, während wir gemeinsam eine ganze Packung von unserem Lieblingseis verdrücken. Ich würde gerne mal wieder eine dieser banalen Fernsehserien anschauen oder mit meinem Freund kuscheln. Manchmal würde ich nichts lieber tun, als in mein cooles Cabrio zu steigen, zum nächsten Supermarkt zu fahren und einfach alles zu kaufen, worauf ich gerade Lust habe. Ich würde gerne mit meiner Familie zusammenleben, anstatt morgens alleine aufzuwachen. (…) Im Grunde möchte ich ein ganz normales Leben führen. Ehrlich.

Aber…

Wisst ihr, was ich mir noch mehr wünsche? Und zwar nicht nur manchmal, sondern IMMER? Ich möchte an jedem einzelnen Tag meines Lebens innerlich ausgefüllt sein. Ich möchte von 100 Kindern umarmt und geliebt werden und keinen einzigen Tag mehr erleben, an dem ich nicht aus vollem Hals lachen kann. Ich möchte morgens von einem krähenden Hahn und meinen zwei afrikanischen Hunden geweckt werden und von meinem Fenster aus den Nil sehen können. Ich möchte immer wieder herausgefordert werden und ständig Neues dazulernen. Von denen, die ich unterrichte, will ich lernen, und ich möchte den Menschen, die vielleicht nie davon erfahren würden, von Gottes Liebe weiter erzählen. (…) Was ich tue, soll diese Welt verändern, und ich will dem Ruf folgen, den ich tief in meinem Herzen gespürt habe. Ich will mein Leben verschenken, indem ich Gott in jeder einzelnen Sekunde und mit jedem Atemzug diene.“

Wisst ihr, was ich, Alex, mir manchmal wünsche?

Ich würde gerne mit meinen zwei Neffen ins Trampolino gehen, sie jeden Tag in den Arm nehmen und ihnen sagen, wie lieb ich sie habe. Oder mit meiner Schwester gemütlich im Garten in der Sonne sitzen und gute Gespräche führen. Ich würde mit meinen Freundinnen lecker Kaffee trinken gehen und Leute beobachten. Oder eine interessante Fortbildung in meinem Beruf machen. Manchmal würde ich einfach gerne mal wieder feiern und abtanzen gehen. Oder um den Unterbachersee joggen. Ich würde gerne meine Freunde in Peru besuchen und danach endlich eine Weltreise machen. Und  wie sehr würde ich mir wünschen sonntags im Gottesdienst in meiner Gemeinde zu sein, den Lobpreis, die Predigt und Jesus Gegenwart zu geniessen.

Aber…

Ich wünsche mir, dass ich jeden Abend ins Bett gehen kann mit einem Herzen das erfüllt, glücklich und voller Frieden ist. Ich wünsche mir, dass ich für viele Menschen ein Hoffnungs- und Freundenbringer sein kann, weil ich ihnen von Jesus Liebe erzähle. Dafür möchte ich an Orte und zu Menschen gehen, die von anderen vergessen wurden und werden. Dass ich ihnen vielleicht zum ersten Mal von Jesus, der sie liebt, erzählen kann. Ich möchte jeden Tag leckeres Obst und Gemüse direkt vom Feld oder Garten genießen und mit Frauen, die ich auf der Straße treffe oder kennen lerne spontan Kaffee trinken gehen.

Ich möchte nicht in Luxus und Sicherheit leben und dabei mit der Zeit vergessen, dass mein Leben in Gottes Hand liegt und ich von ihm abhängig bin. Ich wünsche mir, dass Menschen, die medizinisch so schlecht versorgt sind, erleben, wie Gott sie heilt. Ich wünsche mir, dass ich Menschen, die depressiv, traurig und hoffnungslos sind ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Ich möchte erleben, wie Gott eingreift und wirkt, wenn ich am Ende bin. Dass er mir Liebe gibt für Menschen, die von vielen nicht geliebt werden. Ich will jeden Tag meines Lebens mit Sinn leben. Für Gott und für meinen Nächsten. Ich möchte mit meinem Leben den ehren, der mir wirkliches Leben geschenkt hat.

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