Die größte Umstellung überhaupt

von Danny Fröse am 28. Oktober 2013

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Es gibt vieles in unserem Leben, das sich geändert hat, seitdem wir nun in diesem fremden Land Albanien leben. Zum Beispiel können wir auch noch Ende Oktober bei schönstem Sonnenschein mit T-Shirt draussen rumlaufen. Oder Brot und Gemüse sind hier einfach spottbillig.

Nachts läuft die Hochzeitsmusik an manchen Tagen so laut, dass die ganze Stadt beschallt wird. Oder das Rudel Straßenhunde heult in der Nacht gleich unter unserem Fenster, nachdem der Muezin mit seinem Gesang am Morgen fertig ist.

Einiges davon ist gewöhnungsbedürftig. Aber nichts ist für mich so gewöhnungsbedürftig, wie die fehlende Mülltrennung in unserer Stadt.

In Deutschland habe ich es geliebt den Müll zu trennen. Alles hatte seinen Platz. Papier kam in die Papiertonne. Verpackungsmüll in den Gelben Sack. Biomüll in die Biotonne und Restmüll in die Restmülltonne. Sperrmüll kam auf den Sperrmüll und Bauschutt in die Kiesgrube. Pfandflaschen gab man im Pfandautomaten ab und Glas ohne Pfand kam in den Glascontainer.

All diese Entsorgungswege sind nun aufgelöst und es gibt nur noch einen einzigen Mülleimer in den alles hineinkommt was man wegwerfen möchte. Der volle Müllsack wird dann in unsere "Mülltonne" geworfen. Diese "Mülltonne" steht ungefähr 70 m entfernt von unserem Haus. Sie ist nichts weiter als ein kleiner Platz, auf dem jeder all seinen Müll ablädt.

So muss ich es nun auch mit unserem Müll machen. Verständlich ist, dass wir nun fast jeden Tag Müll entsorgen müssen.

Und ich kann dir sagen: Daran muss ich mich gewönnen. Plastikflaschen werden nicht mehr gesammelt, sondern weggeschmissen. Und wirklich alles kommt auf einen Haufen.

Dieser Haufen wird dann tagsüber von den Kühen in der Stadt nach Essbarem durchsucht.(siehe Foto oben) In der Nacht kommen dann die Straßenhunde und schauen was für sie übrig gelieben ist.

So ungefähr alle zwei Wochen kommt ein kleiner Traktor mit Anhänger und drei Männer schaufeln dann den ganzen Müll auf den Anhänger und bringen ihn irgendwohin.

Dann fängt das Müll abladen wieder von vorne an.

Vielleicht fragst du dich, ob das nicht entsetzlich stinkt? Im Moment geht es und ich komme gut damit zurecht auch wenn ich jeden Tag ungefähr 4-6 Mal in 4m Entfernung an dieser "Mülltonne" vorbei laufe.

Ich hätte nie gedacht wie viel Halt und Ordnung eine klar strukturierte Mülltrennung mir geben würde. Jetzt ist mir dieser Halt genommen und ich muss sehen, wie ich damit umgehe. 😉

In diesem Sinne: Denk doch mal an mich, wenn du demnächst deinen Papierkorb in die Papiertonne leerst.

[Anmerkung des Autors: Bitte bedenke, dass ich diesen Artikel mit ein einem blinzelnden Auge verfasst habe. Es ist nicht wirklich so, dass mir jeder Halt genommen ist. Das habe ich scherzhafter weise geschrieben.]

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