Und wenn es die Hölle wirklich gibt?

von Rahel Fröse am 20. Februar 2020

Es ist ein unbequemes Wort und schon fast fühlt man sich schlecht, es überhaupt zu schreiben. Es wird nicht viel darüber gesprochen, weil es irgendwie so radikal, so fundamentalistisch klingt. Und doch ist es ein Wort, ist es eine Tatsache, von der die Bibel, von der Jesus sehr viel redet. 

Ehrlich gesagt würde ich es auch gerne manchmal ausblenden. Die Tatsache, dass Menschen ohne Jesus verloren sind. Das Menschen ohne Jesus in die Hölle gehen. 

Was empfindest du, wenn du das liest? Baut sich in dir so ein gewisses Unbehagen auf? Das kann man doch so nicht sagen? Keiner weiß doch genau, ob und wie und überhaupt… wer sind wir, dass wir so etwas sagen können?

Vor ein paar Tagen las ich ein Buch zu Ende, das schon lange auf meiner Liste an Büchern stand, die ich lesen möchte. Es ist das neue Buch von David Platt „Something needs to change“ („Es muss sich etwas ändern“). Dieses Buch ist ein Reisebericht des Autors auf einem Hike in den Himalaya. Eine Woche lang ist diese Gruppe von fünf Männern unterwegs zu Dörfern und zu Menschen, die ab vom Schuss leben, die weitgehend unerreicht sind vom Evangelium. Menschen, die noch nie den Name Jesus gehört haben, geschweige denn die gute Nachricht, die er uns gebracht hat. Menschen, die in unglaublichen Nöten und Ängsten leben und  im täglichen Überlebenskampf stehen. Er berichtet von Dörfern, in denen es keine Mädchen zwischen 7 und 15 mehr gibt, weil sie in größere Städte verschleppt wurden, und die Hoffnung auf ein besseres Leben schnell an der harten Realität eines Lebens in der Prostitution zerbricht.

Das Buch geht an die Nieren. Es bewegt. Es ist ehrlich. Es scheut sich nicht vor unangenehmen und harten Fragen. 

Eine Stelle ging mir besonders nach. Die Gruppe war gerade Zeuge einer Feuerbestattung geworden. Ein Mensch, der aufgebahrt liegt und verbrannt wird. 

David Platt spricht dann mit dem Leiter der Gruppe darüber, was ihn bewegt. 

Er glaubt an die Bibel und was sie sagt, auch über die Menschen, die nie die Möglichkeit hatten, das Evangelium zu hören. Warum kämpft er beim Anblick dieser Bestattung eines Menschen, der sicher nicht an Jesus geglaubt hat, so mit dieser Wahrheit?

Die Antwort, die ihm gegeben wird, die hat mich beschäftigt:

„Ich kenne keinen, der an die Hölle glaubt, der nicht an einem gewissen Punkt mit diesem Glauben hadert. Wenn da kein Hadern ist über das, was du über die Hölle glaubst, dann glaubst du nicht wirklich an die Hölle.“

Das stimmt! Und ich habe manchmal den Verdacht, dass wir nicht mehr hadern, weil wir nicht mehr wirklich daran glauben. Es passt nicht in unsere (auch christliche) Toleranz. Wir leben in einer Welt, in der doch jeder glauben darf, was er möchte. Was maße ich mir an zu sagen, wer gerettet wird und wer nicht. Aber es ist doch die logische Folge, wenn Menschen gerettet werden, dass auch Menschen verloren gehen. 

Würden wir wirklich noch an die Existenz der Hölle glauben (und die Bibel spricht so klar und deutlich davon: Mk 9,43-45; Offb.14,11; Lk 16,19ff; ...), dann würde unser Leben zutiefst anders ausgerichtet sein.

Wenn wir an die ewige Verlorenheit der Menschen ohne Jesus glauben würden, würden wir dann nicht alles daran setzen, Menschen davor zu bewahren?

Würden wir unser Leben nicht einsetzen, um Menschen von Jesus und dem Rettungsweg zu erzählen?

Wäre es dann nicht ein Ausdruck tiefer Liebe, wenn wir mit Menschen über das Evangelium reden?

Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir gleichgültig geworden sind, weil wir nicht mehr an die Hölle glauben. Wir wollen lieber „friedlich“ und ohne anzuecken leben, jeden Menschen da lassen, wo er ist und nennen das dann Liebe den Menschen gegenüber. 

Jede Woche hören wir von Menschen, die gestorben sind. Danny geht auf viele Beerdigungen. Der Tod steht uns hier mehr als in Deutschland immer wieder vor Augen. Und damit auch die Dringlichkeit unserer Arbeit hier. Die Dringlichkeit, zu beten, dass Gott doch Menschen hier rettet. 

Als ich das Buch gelesen habe, da ging es mir durch und durch, als es um die Menschen ging, die noch nie von Jesus gehört haben. Was geschieht mit ihnen? Würden wir glauben, dass sie nicht verloren sind, dass Jesus selbst ihnen später noch eine Chance geben wird, dann wäre es doch das verkehrteste überhaupt, zu den Unerreichten zu gehen und ihnen den Status „noch nie von Jesus gehört“ zu nehmen, sie vor die Entscheidung zu stellen, und ihnen die Möglichkeit geben, sich gegen Jesus zu entscheiden und damit verloren zu gehen. Wären sie nicht besser dran gewesen, keiner hätte ihnen etwas erzählt, und sie wären nicht schuldig geworden, Jesus abgelehnt zu haben (was ja viele Menschen tun…). Wäre dann nicht auch unser Dienst hier verkehrt?

Es ist gut, dass wir an einen Gott glauben dürfen, der ganz sicher nicht ungerecht ist und kein Mensch wird in die Hölle gehen, der es nicht verdient hat. So viel steht fest, oder? Und jeder, der gerettet wird, der wird doch aus Gnade gerettet, unverdient, weil er eigentlich Strafe verdient hätte… 

Das sind nur ein paar Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen. Es ist keine theologische Ausarbeitung und ich weiß, dass es sicher kontrovers gesehen werden wird. Aber ich möchte durch diesen Artikel bewusst zum Nach- und Überdenken deines Lebens anregen. Nimm deine Bibel und prüfe nach und lass dich von der Botschaft herausfordern. Denke neu und scheue dich nicht, die Worte der Bibel ernst zu nehmen. 

Photo by raquel raclette on Unsplash

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