Fußball und Pilze

von Rahel Fröse am 2. November 2016

mushrooms-548360_640Vor einigen Tagen war ich mit meinen Kindern auf dem Fußballplatz. Wir hatten einen Ball mit, Jemima saß im Kinderwagen und ich hatte mir vorgenommen, mit den beiden großen mal richtig Ball zu spielen. Das machen wir nämlich gar nicht so oft.

Schon lief Gideon weiter von mir weg. Ich schoss ihm den Ball entgegen. Ein paar mal war er voll dabei und der Ball landete fast genau bei mir. Doch dann erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte nicht mithalten. Da standen doch überall auf dem Platz Pilze herum.
Gideon war fasziniert.
Und ich war irgendwann genervt.
Warum jetzt Pilze anschauen, wenn wir doch für etwas "Wichtigeres" gekommen waren. "Deine Mama nimmt sich nun extra Zeit, um mit dir Fußball zu spielen und du siehst ständig nur diese Pilze. Und fasst sie auch noch an. Nicht anfassen, die können giftig sein! Ich habe doch gesagt, nicht anfassen..."
Und dann fängt auch noch Livia an, die Pilze zu pflücken.

Ich werde unruhig, ja, sogar etwas ungemütlich.
Es passt mir gerade gar nicht, dass meine Kinder nicht wie andere Kinder einfach nur gerne mal Ball spielen wollen.
Gideon stellt sich immer wieder taktisch in die Nähe des größten und faszinierendsten Pilzes.
Irgendwann dann gehen wir weiter.

Am Abend des Tages dachte ich nach über diese Zeit auf dem Fußballplatz.

Ich weiß nicht, ob du das kennst. Du möchtest als Mutter oder Vater, dass sich dein Kind so und so verhält, dass es die und die Interessen haben soll usw. Meistens haben wir das nur unterbewusst. Aber mir ist aufgefallen, dass ich total darauf fixiert war, mit den Kindern Ball zu spielen. Die Pilze waren meine Gegner. Sie stahlen mir die Aufmerksamkeit und ebenso dem Gideon. Es ärgerte mich. Er ist doch ein Junge und sollte nichts lieber machen, als Fußball zu spielen. So dachte ich. In dieses Schema wollte ich ihn pressen.
Und dabei wurde ich nervös und meine Stimmung wurde schlechter.

Als ich darüber nachdachte, fand ich es eigentlich schade, dass ich die Pilze keines wirklichen Blickes gewürdigt hatte. Mein einziger (vielleicht auch berechtigter) Gedanke war: ja nicht anfassen und schon gar nicht pflücken. Und jetzt lasst doch mal die Pilze Pilze sein...

Dabei vergaß ich ganz, dass meine Kinder einfach totale Entdecker sind und diese Pilze sehr faszinierend waren. Ich konnte das mit meinen Augen nicht sehen und schon gar nicht mit meinem Herzen. Es tat mir im Nachhinein leid, dass ich mich nicht hingekniet habe, und mit den beiden gemeinsam diese Wunderwerke aus Gottes Schöpfung bewundert habe. Den Ball Ball sein lassen und meinen Kindern dort begegnen, wo ihre Aufmerksamkeit gerade war. Und es ist doch eigentlich toll, dass sie solches Interesse an der Schöpfung haben.

Ich habe gelernt, dass ich meine Kinder, vor allem meinen Sohn in dem fördern will, was ihn interessiert. Und wenn es nicht Fußball ist, ist das auch ok.

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