Ein Wort zum Weltfrauentag

von Danny Fröse am 9. März 2018

Gestern war der Weltfrauentag. Dieser Tag ist hier in Albanien auch gleichzeitig der Muttertag. Zum ersten Mal habe ich hier in Krume von meinem Mann einen Blumenstrauß mit echten Blumen bekommen! Das war eine große Freude für mich. Bisher konnte man hier wirklich keine echten Blumen kaufen.

Zu dem Anlass des Festes organisierten ein paar Frauen der Stadt eine Feier in einem der größeren Hochzeitssäle. Es sollte Essen und wie üblich Musik und Tanz geben. Ich bekam die Einladung dazu am Vormittag im Kindergarten. Um 13 Uhr sollte alles starten.
Um ehrlich zu sein, hatte ich den Tag anders geplant und ich hatte auch nicht wirklich Lust auf die ohrenbetäubende Musik. Aber ich wusste doch auch, dass es wichtig ist, hinzugehen, einfach um gesehen zu werden und Teil der Frauenwelt hier zu sein. Und ich finde es ja auch toll, wenn mal nur die Frauen etwas Schönes für sich machen. Sie kommen sonst in dieser Gesellschaft hier ja meistens zu kurz.

So traute ich mich mit meiner Teamkollegin hin. Draußen war eine meiner guten Freundinnen am Fotos machen. Sie war wie zu einer Hochzeit aufgemacht. Ich dagegen war alles andere als sehr schick (zumal ich in keines meiner etwas schickeren Kleider mehr passe). Ich fühlte mich wahnsinnig underdressed. Naja, aber was soll man machen. Ich ging mit ihr in den schönen Saal, in dem an mehreren Tischen viele Frauen saßen.

Einige bekannte Gesichter sah ich, winkte und konnte dann auch in den wenigen Musikpausen, in denen es nur möglich war zu reden, mit einigen kommunizieren.
Jede hatte einen großen Teller mit allerlei Salat und Fleisch etc. vor sich. Darin wurde aber nur recht zaghaft gestochert und das Essen zog sich über die ganze mehrstündige Feier hin. Getränke wurden immer weiter nachgeliefert. Sobald die Flasche nur annähernd leer war, wurde sie ohne Nachfrage mit einer vollen getauscht.

Sich in einen der Tänze einzureihen ist ein einmaliges Gefühl. Diese Kreistänze sind mir doch sehr fremd. Dennoch vermitteln sie einem ein Gefühl von Zugehörigkeit und Einheit, das ich schön finde. Da ist nicht viel Abwechslung, aber man sieht sich und man geht den gleichen Weg im gleichen Schritt. (Ich leider nicht immer 🙂

Manche Frauen waren voller Freude dabei. Und es war so ein schöner Anblick für mich, hier Frauen zu sehen, die aus sich herausgehen, ausgelassen und freudig sind, anscheinend keinen Wert auf das legen, was andere vielleicht denken. Das ist ein revolutionäres Verhalten in der Kultur hier, in der es am allerwichtigsten ist, was eventuell andere von mir denken. Davon lassen gerade viele Frauen ihre Leben dirigieren. Umso schöner, es auch mal, und wenn nur im kleinen, anders zu sehen.

Hier ist mal ein kleiner Einblick in dieses Fest und den Tanz.
Sobald ich wieder meine normale Figur habe, habe ich mir fest vorgenommen, mich auch in diesem Stil einzukleiden. Ich hoffe, ich finde hohe Schuhe, in die meine Füße passen und in denen ich auch noch tanzen kann... 🙂

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