Ein Schritt vor und drei zurück

von Rahel Fröse am 18. Februar 2019

Die Arbeit, in der wir hier stehen, könnte man oft so beschreiben: Wir gehen einen Schritt voran und dann kommt der Rückschlag und wir gehen wieder drei zurück. Dann geht es wieder zwei Schritte vor und nach kurzer Zeit sind da wieder die Schritte rückwärts. Ehrlich gesagt ist das anstrengend und zu Zeiten sehr entmutigend. Die Arbeit ist keine leichte und ich denke jeder, der im geistlichen Dienst steht, kennt diese Dynamik. 

Ich denke, auch Paulus schon war nicht davor verschont. Er fordert seine Leser oft auf, nicht müde zu werden in ihrem Dienst. Zum Beispiel in Galater 6, 9:

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden! Denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.“

Anscheinend kannten auch die ersten Gläubigen dieses Gefühl, müde zu werden, zu ermatten, entmutigt zu sein. Warum sonst würde Paulus sie ermutigen, gerade das nicht zu tun. 

In 2.Thessalonicher 3,13 schreibt Paulus fast im gleichen Wortlaut:

Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, Gutes zu tun.“

Ich kenne dieses Gefühl, das kommen will, wenn ich denke, dass ich nun wieder einen Schritt zurück gegangen bin. Entmutigung will sich dann in mir breit machen. Doch da hinein ruft Paulus mir zu: Werde nicht müde! Lass dich nicht entmutigen! Ermatte nicht! Gott kommt zu seinem Ziel zu seiner Zeit. 

Ein solches Erlebnis hatte ich in der letzten Woche.
Meine jahrelange enge Freundin und Nachbarin, mit der ich schon viele gute Gespräche geführt habe und die mir sehr nahe steht, schien sich wirklich für Jesus zu öffnen. Sie hatte auf einmal so ein Leuchten in ihrem Gesicht und aus ihren Augen strahlte eine Freude, wie ich sie noch nicht so oft bei ihr gesehen habe. Sie las in der Bibel, die ich ihr geschenkt hatte. Sie hing an meinen Lippen, wann immer ich ihr aus der Bibel erzählte.

Ich hatte wirklich den Eindruck, dass Gott sie nun, nach fünf Jahren Freundschaft mit ihr, ergriffen hatte und eine Entscheidung ihrerseits für Jesus schien mir greifbar nahe zu sein. Ich freute mich so darüber. Ich war so ermutigt. Ja, gutes tun und dran bleiben scheint sich auszuzahlen. Wir werden ernten zur richtigen Zeit, das hat doch auch Paulus schon gesagt...

Doch etwas später veränderte sich die Lage. Ihr Mann hat etwas gegen jegliches religiöses Buch, worunter die Bibel für ihn auch zählt. Meine Freundin musste ihn schon einmal, als er ihre Bibel sah, anlügen und sagen, dass es meine sei, die ich dort vergessen hatte. Die Angst in ihr schien sichtlich gewachsen zu sein. Da sie nie genau weiß, wann ihr Mann nach Hause kommt, war da immer eine Unsicherheit und Unruhe in ihr, sobald sie ihre Bibel zur Hand nahm. 

Ich war etwas irritiert. Was sollte ich sagen oder tun? Soll ich ihr raten, gegen den Willen ihres Mannes in der Bibel lesen? Ich denke, hier trifft das Gebot zu: Du sollst Gott mehr gehorchen als dem Menschen. Aber wie fühlt sie sich dabei? ... aber es geht doch um ihre Errettung!

Doch sie wollte ein Wagnis lieber nicht eingehen. Sie trat zurück. Sie gab mir die Bibel wieder mit. Es sei besser so. Ich war irritiert und traurig. Wie kann das sein? Sie schien doch endlich so offen und bereit für Jesus? Warum jetzt das? Warum lieber wieder in den alten Trott zurück, vom alten Wasser trinken, wenn sie doch schon etwas von dem lebensspendenden Wasser, das Jesus geben will, getrunken hat? 
Ich war auch etwas ärgerlich über diese Einstellung: Nur keinen Ärger, nur nichts riskieren. Dann lieber unglücklich da bleiben, wo man ist. Aber ich weiß auch, dass es mir nicht zusteht, sie zu beurteilen. 
So werde ich weiter für sie beten und ich hoffe sehr, dass Gott ein Wunder tut in ihrem Leben, dass sie gar nicht anders kann, als sich ihm zuzuwenden. 

Und ich will dabei nicht müde werden! Ich packe ihre Bibel weg in meinen Schrank und hoffe und bete, dass sie wieder zu ihrem Besitzer zurückkommt. Ich will mich nicht entmutigen lassen, nicht aufhören, von Jesus zu reden, auch wenn ich wenig Resonanz spüre. Und zu rechten Zeit wird Gott die Frucht schenken. 

Photo by Banter Snaps on Unsplash

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