Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

von Rahel Fröse am 17. März 2017

Diesen Artikel hat Rahel schon im März geschrieben, aber er beschreibt gut, was sie bewegt für unsere Nachbarsfamilie so zu sorgen, wie sie es in den letzten Tagen getan hat.

Das Buch vom Kleinen Prinzen begleitet mich schon eine sehr lange Zeit.

Ich erinnere mich an den weltberühmten Satz von Antoine de Saint-Exupéry, wohl der bekannteste aus seinem Buch, den ich als kleines Mädchen in meinem "Freunde Buch" stehen hatte:

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Dann hing da dieses wunderschöne kleine Mädchen irgendwo aus Südamerika an unserem Kühlschrank mit eben auch diesem Spruch. Ich las ihn oft, doch verstand ich ihn nur langsam und doch dann immer tiefer.

Doch ich möchte nicht über diesen Satz schreiben. Im Moment geht mir noch eine andere Wahrheit durch den Kopf, die der Fuchs dem kleinen Prinzen anvertraut hat:

"Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."

Warum gerade dieser Satz? Ich möchte es euch erzählen:

In meiner Zeit in Deutschland wurde ich des Öfteren gefragt, wann wir denn planen, zurück zu kommen. Diese Frage begleitete mich oft, wie auch das Unverständnis vieler Menschen, mit denen ich zu tun hatte. "Ist Deutschland nicht schön genug?" "Was um alles in der Welt macht man denn in Albanien?" "Ist das nicht sehr schwer da?"

Dann erreichte mich die Nachricht, dass unsere lieben albanischen "Eltern" von unten doch tatsächlich denken, dass wir im Oktober zurück nach Deutschland gehen würden, da dann die vier Jahre unseres Vertrages zu Ende seien. Die Lieben waren sehr traurig und vermissten Jemima und mich sehr. Das berührte mich im Herzen und auch ich bemerkte meine große Liebe zu diesen Menschen.

Aber es ist noch mehr als Liebe. Es ist eben dieses Gefühl, von dem der Fuchs spricht.

Du hast dir etwas vertraut gemacht.
Es ist dir lieb geworden und du bist jemand anderem lieb geworden.
Du hast investiert und geliebt.
Gelacht und gelitten.
Leben geteilt.
Sorgen und Freude gemeinsam erlebt.

Du warst da, wenn sie dich brauchten und sie waren da, als du sie brauchtest. Du hast mit ihnen getrauert.

Geweint.
Gebetet und gewacht.
Sie sind deine Familie geworden.
Nicht aus Blut. Aus Liebe.

Ich fühle mich im tiefsten Herzen verantwortlich. Dabei rede ich nicht nur von dem älteren Ehepaar unter uns. Gott hat uns Menschen anvertraut, hier an diesem Ort. Und für diese bin ich verantwortlich. Das meine ich nicht in einer technischen Art. Es setzt mich nicht unter Druck.

Aber es gibt meinem Leben hier Bestimmung. Schönheit. Tiefe. Freude.

Es gibt meinem Leben hier einen Sinn.

Vielleicht sind es nicht die bedeutenden Menschen, nicht die, die vor den Augen der Welt etwas gelten, oder auch nur in den Augen der Menschen hier.

Einfache Leute, Hausfrauen, Kinder, Alte.

Doch sie sind mir anvertraut. Von Gott anvertraut.

Ich bin die Person, die diesen Menschen die frohe Botschaft bringen darf. Ein Vorrecht!

Dieses Gefühl der Verantwortung spüre ich, weil ich diese Menschen liebe.

Und Liebe, ja, Liebe bringt Schmerzen mit sich. Sie ist ein Risiko. Sie macht verletzlich.

Als ich so daran dachte, wie es mal werden wird, von hier zu gehen (und der Tag wird sicher kommen), dann tut es mir schon jetzt weh.

Je mehr du liebst, je größer deine Liebe, desto mehr Schmerzen wirst du erleben.

Aber ich will mich nicht davor scheuen. Ich will weiterhin meine Liebe ausschütten, will weiter sehen, welche Menschen Gott mir anvertraut.

"To love at all is to be vulnerable. Love anything, and you heart will certainly be wrung and possibly be broken." (C.S. Lewis)

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