Die Zeit der Saat

von Rahel Fröse am 10. April 2019

Im Moment wird überall um uns herum fleißig gepflanzt und gesät. Das macht eigentlich hier jeder, der ein Stück Land hat. Es wäre ja Verschwendung, wenn man Land, das man hat, nicht auch nutzbar machen würde. 

Jedes Jahr schaffen wir mehrere Schubkarren Steine aus dem Nutzgarten. Ich frage mich immer wieder, wie das möglich ist. Sie scheinen mit am besten hier zu wachsen. (Vielleicht liegt es auch daran, dass wir direkt neben einem hohen Felsen leben...).
Als die Erde dann soweit vorbereitet war, kam ich mit meinen kleinen Samentütchen und entschied gemeinsam mit Rrushe, wo wir nun meine Kräuter (Basilikum, Petersilie, Koriander und Dill) und meinen geliebten Rucula dieses Jahr Pflanzen würden. Die letzten Jahre hatte ich eine schier unglaubliche Ernte gehabt, das Basilikum war in unserer Abwesenheit im Sommer zu einem regelrechten Busch gewachsen. 
Nun, damals sagte ich mir, dass ich das nächste Jahr nicht so viele Pflanzen so eng säen wollte. Doch mein Blick fiel wieder auf diese mini kleinen Körner und dann auf den rauhen, steinigen, groben Erdboden. Wie ist es möglich, dass sich hier so ein kleines zartes Körnchen durchsetzen kann? Lieber mehr Pflanzen, falls es eines oder mehrere nicht schafft. 

Es fällt mir schwer, vollkommen zu vertrauen, dass da wieder was wachsen wird. Und wahrscheinlich wieder viel zu eng... doch wie durch ein Wunder wird das Samenkorn aufbrechen und sie Pflanze wird sich ihren Weg durch noch so harten Boden brechen. Sie wird erst vorsichtig und unscheinbar hervorspitzen, nur um dann in unbändiger Macht zu wachsen. Was für ein Wunder ist es jedes Jahr neu.

Oder unsere Blumen: Ich habe in Albanien gelernt, dass es sich lohnt, den alten Samen vom letzten Jahr, den uns die abgestorbenen Blütenköpfe als Erbe gegeben haben, aufzubewahren und in die Erde fallen zu lassen. Wie wunderschön und prächtig wachsen sie jedes Jahr wieder treu und erfreuen unser Herz. Jedes Jahr werden es mehr. 

Ich hab in den letzten Tagen viel über dieses Bild nachgedacht. Es ist ein Thema, das mich beschäftigt, geistlich gesehen. Zuletzt sprach ich mit meinen Freundinnen darüber, dass es unser Auftrag ist, die gute Botschaft weiterzuerzählen. Ja, das machen sie, aber die anderen wollen es nicht hören. Ich erzähle ihnen dann immer wieder dieses Gleichnis Jesu vom Sämann. Unser Auftrag ist es, zu säen. Gott wird das Gedeihen schenken. Wir müssen nur in Treue säen und nicht entmutigen lassen.

Nun, das sage ich auch in erster Linie zu mir selbst. Ehrlich gesagt ist säen kein leichter Job. Es kostet Kraft, es kostet Zeit, und manchmal auch Tränen, es ist eine Arbeit, in der wir auf Hoffnung hin arbeiten. Wir sehen die Frucht noch nicht. Im Vertrauen legen wir das Samenkorn in den steinigen Boden. 

Ich denke an all die vielen Situationen, in denen ich säen durfte. Das Wort Gottes in erster Linie, aber auch jede gute Tat, jedes freundliche Wort, jede Hilfsbereitschaft, jedes Mitdenken und Mutmachen- all das ist eine Art zu säen, manches ein vorbereiten des Bodens, bevor die Saat kommt. 

Psalm 126, 5-6 spricht genau davon:

„Welche mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. 
Er geht weinend hin und trägt den Samen zum säen. 
Er kommt heim mit Jubel, und trägt seine Gaben.“

Wir befinden uns hier immer noch in der Zeit des Säens. So manche Frucht ist schon aufgegangen, aber die große Ernte, die ist noch nicht gekommen. Noch mühen wir uns, nich wissen wir of nicht weiter, noch sind wir mit ausweglosen Situationen konfrontiert, noch legen wir unseren kleinen Samen in das weite Feld. Noch können wir es kaum sehen. Aber wir wollen nicht aufhören. Die Verheißung Gottes steht. Wir werden ernten! Wenn nicht wir, dann jemand anders. Aber die Ernte wird kommen. 
Unser Auftrag ist zu säen und uns jetzt schon zu freuen, dass Gott seine Verheißung erfüllen wird. 

An welchem Ort stehst du gerade und legst Samen in harte Erde? Schaust du auf den Boden und alles in dir sagt: es ist sinnlos? Wie soll daraus etwas entstehen? 
Sei ermutigt! Werde nicht müde, in dieser schweren Arbeit des Säens zu stehen. 
Schaue nach oben. Schaue auf Jesus, der versprochen hat, das wir in Freude ernten werden. 

„Gott aber sei dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Daher meine geliebten Brüder (und Schwestern), seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.“ (1. Korinther 15,57f)

„Lasst uns aber im Gutestun (im säen!) nicht müde werden! Denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.“ (Galater 6,9)

Photo by Markus Spiske on Unsplash

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