Der provozierende Jesus und die Herausforderung an uns

von Rahel Fröse am 17. Mai 2017

In den letzten Tagen und Wochen habe ich viel im Markus Evangelium gelesen. An einem Tag habe ich es ganz am Stück gelesen. Dabei sind mir Dinge aufgefallen, die mir noch nie so bewusst waren.

Etwas davon ist Folgendes:

Jesus ist so anders! Er handelt so anders, als von ihm erwartet wird. Und das in den Augen der Menschen damals nicht unbedingt im positiven Sinn. Es beginnt sofort im ersten Kapitel.

Ein paar Beispiele:

Jesus zieht sich allein zurück, als es noch dunkel war und entzieht sich somit den Erwartungen der Menschen, immer zu ihren Diensten stehen zu müssen. (1,35)

Jesus berührt einen Aussätzigen. Das hat niemand getan. (1,41)

Jesus vergibt Sünden und geht damit sofort auf Konfrontation mit der geistlichen Elite. Damit macht er sich selbst zu Gott- was er ja ist. (2,5)

Jesus isst und hat Gemeinschaft mit Zöllnern und Sündern. Er sitzt bei den Ausgestoßenen, mit denen sonst niemand etwas zu tun haben will. (2,17)

Jesus und seine Jünger fasten nicht. Fasten was ein Zeichen großer Geistlichkeit. (2,18)

Die Jünger tun "Unerlaubtes" an dem so heiligen Sabbat. (2,23)

Jesus heilt am Sabbat. Eine nicht erlaubte Tätigkeit am Sabbat. (3,5)

All das führt schon in Kapitel 3 dazu, dass die Pharisäer und Herodianer darüber Rat halten, wie sie Jesus umbringen können. (3,6)

Als ich das so las, da war ich fast etwas erschlagen von dem, was Jesus da tut.

Warum tust du das, Jesus? Hättest du nicht ein bisschen sanfter starten können. Erstmal Vertrauen bauen, Beziehung schaffen. Lass sie doch erstmal sehen, was für guter "Mensch" du bist, dann werden dich alle lieben. Dann werden sie dich vielleicht eher annehmen. Warum so radikal? Warum so hart? Warum so konfrontativ?

Ja, warum hat Jesus nicht so gehandelt? Warum so anders, warum so "provozierend" für viele?

Markus erzählt die Geschichte von Jesus wie in einem "Rush". Sooft lesen wir "sogleich", "sobald"- Jesus hat nicht viel Zeit die Maßstäbe seines neuen Reiches, des Reiches Gottes bekannt zu machen. Und diese, letztendlich das Evangelium, sind so radikal anders, wie das übliche. Ständig hat Jesus große Volksmengen um sich. Viele Tausende Menschen, die angezogen werden von diesem Wunderheiler, diesem besonderen Menschen. Diesem Mann, der so anders ist wie alles, was sie gesehen haben, der so anders redet, wie alle andere. Sie verwundern sich, sind entsetzt über diese neue Lehre mit Vollmacht (1,27) und Erstaunen mit großem Entsetzen. Sie suchen ihn, drängen ihn und folgen ihn, sie lassen ihn nicht in Ruhe. Und er?

Er sieht die große Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. (6,34)

Jesus! Erstmal nur erkannt und gewürdigt in seinem eigentlich Sein von den Dämonen. Sie wissen nur zu gut, wer dieser Jesus ist: der Heilige Gottes, der Sohn Gottes!

Jesus, Sohn Gottes!  Was willst du mich lehren? Was willst du von uns als deinen Nachfolgern?

Sind wir oft zu angepasst? Zu vorhersehbar? Zu lauwarm?

Wollen wir lieber keinem zu nahe treten, keinen verschrecken, keinen provozieren?

Und verlieren wir als deine Nachfolger die Botschaft des Evangeliums? Verlieren wir unser Salz in unserer Rede und in unserem Leben? Machen wir überhaupt noch einen Unterschied in dieser Welt, in unserer Gesellschaft?

Haben wir den Blick verloren dafür, dass Menschen verloren gehen? Dass Menschen sterben, jetzt, ohne dich? Sind wir viel zu bequem geworden? Wagen wir noch etwas, auch mit der Folge, dass Menschen uns nicht annehmen und lieben?

Jesus. Lehre uns, was es heißt, deinem Vorbild zu folgen. Lehre uns zu lieben und zu sehen, dass ein angepasstes Leben und eine Zunge, die nicht das Evangelium verkündet nicht von wirklicher Liebe getrieben ist.

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