Der heilige Umgang mit Gott

von Danny Fröse am 28. Februar 2021

Eine meiner großen Freuden ist es, antiquarische geistliche Bücher zu entdecken. Ich habe noch nicht viele. Aber vier Schätze nenne ich schon mein. Alle sind aus dem 19.Jahrhundert. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1833. Was das für ein Buch ist, werde ich dir mal in einem gesonderten Beitrag erzählen.

Darum gebietet uns der Herr, dass wir beten sollen, in dem er spricht: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen". (Psalm 50,15) Darum ermahnt uns der Heiland auch: "Bittet so wird euch gegeben, sucht so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan." (Matth 7,7) "Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei."(Joh 16,24) "Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun." (Joh 14,13) Und auf das wir nimmer mehr befürchten möchten Gott werde um unserer Herzen Härtigkeit willen uns sein väterliches Herz verschließen, hält er uns daher das Gleichnis von dem ungerechten Richter vor (Lk 18,1-7), der sich nicht vor Gott fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute. Den bat eine arme Witwe um Hilfe, er aber wollte lange nicht. Danach aber dachte er: weil mir diese Witwe so viele Mühe macht mit ihren Bitten, so will ich sie retten. Sollte darum Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er nicht Geduld darüber haben?

Das Gott wohlgefällige Gebet

Wie aber dass Gott wohlgefällige Gebet aus dem Herzen des Menschen hervorgehen soll, das deutet der Apostel mit den Worten an: "Betet ohne Unterlass." (1.Thess 5,17) Der Apostel meint mit diesen Worten nicht, dass wir äußerlich unsere Knie ohne Unterlass beugen und unsere Hände falten sollen. Er redet viel mehr von dem inwendigen und verborgenen Leben in Gott. Deine Seele, oh Christ, soll alle Wege ihres Glaubens an den Herrn leben, sie soll beharrlich leben im stillen heiligen Umgang mit ihm. Sie soll ihr Angesicht unverrückt von der Erde hinweg zu ihm kehren und so deinem ganzen Wandel in allen deinen Gedanken, Worten und Werken göttliche Heiligung verleihen. Wenn es so um deine Seele steht und deine Gebete aus dem stillen heiligen Umgang mit dem Herrn heraus geboren werden, dann bittest du ohne Unterlass.

Wie das Feuer, wenn es angezündet ist und hell und fröhlich brennt und die Funken von selber aus sich hervor sprühen lässt, so müssen die gläubigen Gebete aus dem Herzen von selber hervorgehen, als der freie, heilige Atemzug der Seele, die im Glauben nur für Gott und aus Gott lebt. Aber dieses Leben in Gott und die Tüchtigkeit zum wahren Gebet kann die Seele nur in Christus haben. Nur wer den Sohn hat, der hat den Vater und nur in dem Sohn sieht uns der Vater gnädig an. Wie der Herr selber spricht: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben." (Joh 16,23)

Darum musst du, oh Christ, dein ganzes Herz mit all seiner Lust und seinem Leid, mit all seinem Glauben und seiner Liebe und mit allem, was in dir ist ganz und ungeteilt an Christus hingeben, damit du in Wahrheit mit dem Apostel sagen kannst: "Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,20)

Dann erscheinst du vor des Vaters Angesicht in dem reinen Kleide seiner Gerechtigkeit und dein Gebet wird dann in Seinem Namen zu Gott hinaufdringen und erhört werden. Denn dann ist es nicht mehr dein Gebet, dein Rufen und Flehen, sondern es ist das Gebet des eingeborenen Sohnes zu Seinem und zu unserem Vater. Dann wirst du mit derselben frohen Zuversicht, mit der dir dein Heiland im Gebet vorangegangen ist, all dein Anliegen mit Flehen und Danksagung Gott darbringen. Du wirst aber auch jedes Gebet in derselben Selbstverleugnung auf Gottes Vater Herz niederlegen, mit der Christus sprach: "Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Denn das ist das Geheimnis im Leben der Kinder Gottes, die mit Christus gestorben und auferstanden sind, dass sie Alles, was Ihnen fehlt, mit kühner Zuversicht von Gott erflehen, und doch nichts begehren, als dass Gottes Wille geschehe. 

Photo by Jon Tyson on Unsplash

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