Das verschwundene Vögelchen

von Rahel Fröse am 1. März 2021

Vor Jahren schon hatte ich mir mit meiner Mama zusammen in Deutschland Ohrringe gekauft. Es waren ganz besondere Ohrringe für mich. Nicht nur, weil sie von meiner Mama waren, sondern auch weil sie besonders schön waren. In einem Ring sitzt ein kleiner Vogel. Wer mich kennt weiß, dass ich Vögel liebe. Ihr Zwitschern, ihr ausgelassenes herumhüpfen im Frühling, die Freiheit die sie mir vermitteln, wenn ich sie durch die Luft fliegen sehe, und nicht zuletzt hat mir Jesus selbst diese Tierchen lieb gemacht, als er sie hernahm, um uns eine Lektion zum Thema Sorgen machen lehrte. 

„Seht die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?“ (Matthäus 6,26-27)

Nun hatte ich diese Ohrringe und ich trug sie immer an den Tagen, an denen ich mich besonders an Gottes Fürsorge erinnern musste. Ich trug sie oft!

Dann hatten wir im letzten Jahr einen Einsatz in einem abgelegenen Dorf gehabt. Dort oben haben wir auch gecampt, was sehr schön und abenteuerlich war. Doch leider ging mir der oben irgendwie einer der Vogel Ohrringe verloren. Ich hatte geduscht und danach konnte und konnte ich den einen nicht finden. Ich war sehr traurig darüber, fand mich dann aber doch mit dieser Tatsache ab, dass ich sie nicht mehr tragen kann, da einer fehlte…

Monate vergingen. Es war ein voller und nicht ganz leichter Tag gewesen. Ich war müde und etwas abgekämpft. Ich sehnte mich nach Gottes Zuspruch und seiner Hilfe. So ging ich am Abend hoch zum Trockner um die Wäsche rauszuholen. 

Da piekste mich etwas. Ich schaute nach, was es wohl ist und was hab ich in meinen Händen? Der verlorene Vogel Ohrring von damals. Ziemlich mitgenommen und nicht mehr unbedingt geeignet zum anziehen, aber doch hat mein Herz einen Sprung gemacht. Verflogen war die Müdigkeit und Mutlosigkeit! Hier hatte Gott klar gesprochen. Wo war dieser Ohrring gewesen? Wie kommt er nun in den Trockner und warum finde ich ihn da erst Monate später? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass Gott genau in diesem Augenblick wollte, dass ich ihn finde, dass er mich anstachelt und spürbar erinnert, dass Er für mich und uns alle sorgt, mich liebt und voller Fürsorge sich um uns kümmert. 

Hätte ich diesen Ohrring damals nicht verloren, hätte ich nicht auch den Schmerz des Verlustes gespürt, so hätte ich nicht diesen überaus beglückenden Augenblick dort oben auf dem Dachboden inmitten von Wäschebergen erlebt. Dieses klare Reden Gottes in mein Herz hinein, diese Erinnerung an ihn und seine Hilfe und seine Gegenwart. Denn es war für mich ein Wunder, diesen Ohrring wieder zu haben. 

Er ist nun nicht mehr wirklich zum tragen zu gebrauchen, aber ich habe die Ohrringe jetzt an meinem Schreibtisch in Sichtweise hängen und sie erinnern mich nun jeden Tag wieder an dieses Geheimnis der Versorgung Gottes. 

Jan Meeus on Unsplash

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