Das Krippenspiel und der Junge, der störte

von Rahel Fröse am 26. Dezember 2019

In diesem Jahr kam ich mal wieder in den Genuss, ein gut eingeübtes deutsches Krippenspiel zu sehen an einem Heiligabend Gottesdienst. So viele Kinder und sogar meine unter ihnen, die mit ihren schönen Stimmen tolle Lieder sangen, alle fein gemacht und mit super auswendig gelernten Texten. Sie haben es wirklich toll gemacht. 

Im Hintergrund standen zwei Jungen. Ich denke, es waren Brüder. Der große stand vor dem kleinen. Von meinem Platz an der Seite konnte ich sie gut sehen. Der kleinere ärgerte seinen großen Bruder, der bemüht war, bei den Liedern mitzusingen. Immer wieder stieß er ihn von hinten. Irgendwie eine komische Situation. Der ältere blieb standhaft und erduldete diese Schikane scheinbar ungerührt, fast. (Wer weiß, was es hinterher für einen Ärger gab.)

Ich saß nun da und irgendwie musste ich schmunzeln und es war, als wenn Jesus mit zu flüsterte: Für genau solche bin ich gekommen. In diese dunkle und dreckige Welt. Nicht nur zu denen die alles richtig machen und nach außen super aussehen. Ich bin in diese Welt geboren worden, um Sünder zu rufen, Außenseiter, Störenfriede. Oh Mann, ja, genau das ist die Botschaft von Weihnachten, dachte ich. 

Und ich dachte an all unsere anvertrauten Menschen in unserer Stadt in Albanien. Oh, einige können einen so nerven, und ärgern, wenn sie einen zum gefühlt 100sten mal anlügen. Es ist manchmal so mühsam. Der Armut begegnen, dem Leid und der inneren und äußeren Kälte. Ich wünsche mir manchmal, dass es alles so ein sauberes Spiel ist, das Leben. Dass jeder seinen Text ordentlich und ohne Fehler spricht. Weiß, wann er dran ist und ja nicht ungeplant dazwischen platzt. Dass alle schön aussehen und gut riechen, dass keiner stört. Keiner nervt. Jeder seinen Platz kennt. Alles geordnet abläuft. 

Aber so ist die Welt und so ist mein Leben nicht. Und in so eine Welt ist Jesus nicht hineingeboren worden. Was er vorfand, war alles andere als perfekt. Es war die über alles erlösungsbedürftige Welt. Und wir! Wir alle. Wir alle sind mehr wie dieser nervige, störende Junge. - Mann, genau für dich ist Jesus geboren! 

Mein Herz erfüllte sich mit Freude. Und der Junge hörte dann auf, seinen Bruder zu ärgern...

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