Muttersein heißt leiden

Da ist er wieder, der Tag der Mütter. Muttertag. Glückwünsche und Blumen, selbstgebastelte schöne Dinge von den Kindern, Frühstück am Bett, keine Arbeit in der Küche. Es ist ein Tag, an dem die Sonne scheint und die Welt in Ordnung scheint.

So viel Liebe, so viel Anerkennung, so viel Gutes. Und ja, es ist so schön, eine Mama zu sein. Es ist ein Geschenk Gottes. Es ist eine Ehre. Es ist ein Privileg, Herzen zu hüten und zu prägen. 
Aber es ist auch eine große Aufgabe und nicht jeder „Mama-Tag“ ist ein Sonnentag. Da sind diese vielen ganz alltäglichen und monotonen Tage. Die Tage, die vor lauter Lärm und Chaos und Geschrei kaum zu finden sind. Tage, die uns verzweifeln lassen. An unseren Kindern, der nie enden wollenden Hausarbeit und zuletzt an uns selbst. 

So oft gut gemeint und so oft versagt. So oft mit guten Vorsätzen gestartet und auf dem harten Boden der eigenen Unfähigkeit gelandet. Mein Versagen, mein Unzulänglichkeit, meine Grenzen. Ich will eine so gute Mama sein. Ich will die Mama sein, die an diesem Muttertag im Licht und Glanz gefeiert wird. Doch bin ich das? 

Meine Herzensfreundin Ann Voskamp hat mein Herz berührt, in dem was sie schrieb:

Being willing to suffer, this makes you a mother. 

Being willing to suffer the pain of never-ending labor and delivery, suffer the pain of discipline and the pain of disappointment, suffer the pain of not being all that you wished you were, suffer the pain of the limitation of your love, suffer because of someone, suffer for someone, suffer with someone.

(Bereit sein zu leiden, das macht dich zu einer Mutter.Bereit sein, den Schmerz der nie enden wollenden Wehen und der Entbindung zu ertragen, den Schmerz der Disziplin und den Schmerz der Enttäuschung zu ertragen, den Schmerz zu ertragen, nicht all das zu sein, was Du dir gewünscht hast, den Schmerz der Begrenzung Ihrer Liebe zu ertragen, wegen jemanden zu leiden, für jemanden zu leiden, mit jemandem leiden.)


Hier ist keine Beschönigung, keine glänzende Zuckerglasur über mich als Mama. Mutter sein heißt, neben all dem wunderschönen, was es beinhaltet, auch das: mit der Geburt sind die Wehen nicht vorbei. Sie gehen weiter. Jede Phase, die zu Ende geht und deren Ende herbei gesehnt wurde (manchmal) wird gefolgt von einer neuen, vielleicht einer noch herausfordernderen. Mutter sein heißt zu leiden. Je mehr wir lieben, desto mehr leiden wir. Desto verletzlicher sind wir. Desto weicher ist unser Herz, desto mehr leiden wir mit. 

Aber da ist Gnade. Da ist Befreiung von Schuld. Da ist der Neuanfang. Da ist Hilfe. Da ist Freiheit und Freude. Da ist ein Retter. Da ist ein Beistand. Da ist Freude mitten im Kampf. Da ist Kraft und die Adlerflügel, die mich auf neue Höhen tragen. Da ist Friede mitten im Sturm, da ist Hoffnung, weil der Gott der Hoffnung mit uns Müttern ist! 

Weil Jesus mit uns ist! Weil er uns sieht und liebt und schützt. Weil er uns hält - Mütter getragen von den ewigen, starken Armen eines ewig treuen Gott.

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Was ich von der Mutter von Thomas Edison lernen will

Thomas Edison ist einer der berühmtesten Erfinder. Mit über 1000 Patenten, darunter die Kohlefaden-Glühbirne mit dem Edison-Gewinde, sucht er seinesgleichen. Als ich eine sehr kurze Biografie seines Lebens las, beeindruckte mich aber nicht unbedingt dieser überragende Mensch, sondern eine Person, die keiner kennt: seine Mutter.

Aus dem Buch „So viel Freude, so viel Wut“ von Nora Imlau möchte ich kurz zitieren:

„Faul und verdorben“ - das waren die Worte, mit denen Lehrer und Schulleiter den kleinen Thomas beschrieben. Denn der Junge war unruhig und zappelig, wissbegierig und willensstark. Er litt immens unter der Lautstärke und der Unruhe in dem kleinen Schulhaus, in dem 38 Kinder verschiedener Altersstufen zusammen unterrichtet wurden, und nervte seinen Lehrer mit seinen ständigen Zwischenfragen. „Ein schwieriges Kind, nicht wert, weiter hier unterrichtet zu werden“, lautete das harte Urteil nur zwölf Wochen noch seiner Einschulung, das Thomas, damals sieben Jahre alt, tief verletzt und in Tränen aufgelöst nach Hauses rennen ließ. Doch seine Mutter, selbst Lehrerin von Beruf, ließ das nicht auf sich sitzen. Sie schnappte sich ihren kleinen Sohn und ging postwendend zum Schulhaus zurück, wo sie dem Lehrer eine wütende Standpauke hielt: er habe ja keine Ahnung, ihr Sohn sei schlauer als der Lehrer selbst, und die Welt werde schon noch sehen, was für ein kluger kleiner Geist ihr Thomas sei. Von diesem Moment an unterrichtete Nancy Edison ihren Sohn zu Hause und ließ sich dabei von seinen breitgefächerten Interessen leiten: er konnte sich für Lyrik ebenso begeistern wie für Technik. Mit zwölf Jahren gründete er seine erste eigene kleine Zeitung, mit 15 lernte er zu telegraphieren, und mit Anfang zwanzig hängte er seinen Bürojob an den Nagel, um Erfinder zu werden. ...

Nach dem Geheimnis seines Erfolges gefragt, sagte Edison, es sei der unerschütterliche Glaube seiner Mutter an ihn gewesen, der ihn immer angetrieben habe.“ (S. 85f)

Ich muss sagen, das mich diese Geschichte sehr berührt hat. Da ist eine Mutter, die allen anderen Meinungen zum Trotz zu ihrem besonderen (vielleicht manchmal auch nervigen, herausfordernden, anstrengenden) Jungen steht. Sie lässt sich nicht beirren, sie lässt sich nicht einschüchtern, sie verteidigt ihr Kind und sieht auch hinter manchem schwierigen Verhalten das große Potential. Sie sieht das, was andere, Außenstehende oft nicht sehen können. Sie kennt ihren Jungen, und sie weiß, dass so viel mehr in ihm steckt, wie die Lehrer begreifen. Und sie geht einen mutigen Schritt. 

Ob ihre Reaktion und ihre Unterhaltung mit dem Lehrer nun der Weisheit letzter Schluss waren, das weiß ich nicht. Aber anscheinend war sie der Wind, der ihren Sohn zu Unglaublichem beflügelte: ihre Loyalität, ihre Liebe und Stärke, ihr Glauben in ihren Sohn und seine von Gott gegebenen Fähigkeiten. All das, so sagt Edison selber, sei der Grund seines Erfolges. Seine Mutter hatte fest an ihn geglaubt. 

Ich habe auch einen Sohn, der besonders ist. Und der mich manchmal verzweifeln lässt, aber in dem ich auch so viel Potenzial sehe. Für manche Außenstehenden ist er vielleicht laut, weinerlich, intensiv in seinen Gefühlen, immer am Rand „zu kippen“, zappelig und vieles mehr. Und ja, manchmal sehe ich auch nur diese Dinge und weiß nicht weiter. Aber ich will wie Nancy Edison an ihn glauben. Ich will das Gute in ihm wecken, will ihn ermutigen und bestärken in dem, was er gut kann, will mich uneingeschränkt hinter ihn stellen und ihn verteidigen. Ich will daran glauben, dass Gott großes mit ihm vorhat, dass in ihm Fähigkeiten schlummern, die großartig sind. Ich möchte, dass auch er eines Tages zurückschaut und sagen kann:
Meine Mama stand immer hinter mir. Sie hat an mich geglaubt und an das, was Gott durch mich tun kann, genauso, wie ich bin. Sie hat mich stark gemacht zu werden, was ich jetzt bin.

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Tu das, wovor du dich fürchtest!

Einmal mehr habe ich gelernt, dass vieles gar nicht so schlimm ist, wie man befürchtet. 
Das, wovor man Angst hat, was man sich in seinen schlaflosen Nächten ausmalt, die lieben Sorgen und Befürchtungen, in den allermeisten Fällen werden sie nie eintreten. 

Ich durfte das zuletzt auch wieder lernen. In einem ziemlich banalen Fall. Es ging um Mimas Schnuller. Eltern mit Schnullerkindern können sicher nachvollziehen, wie sehr manche Kinder an ihrem Schnulli hängen. Wenn man ihn auf einer längeren Fahrt ausversehen vergisst, dann ist Holland in Not. Mehr noch. Mama kann verzweifeln. Ich spreche aus Erfahrung. Unsere Mima nun hing sehr an ihrem Schnuller. Sie brauchte ihn auf jeden Fall zum schlafen, zum sich zu beruhigen, als kleinen Seelentröster. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie ihr Leben ohne dieses geliebte kleine Plastikteil weitergehen sollte. Und entsprechend fürchtete ich den Tag, den unser Zahnarzt uns baldmöglichst ans Herz legte, den Tag, an dem die Schnuller plötzlich nicht mehr da sein würden. 

Ich schaute in meinen Kalender. Wann sind da so ungefähr zwei Wochen, in denen nichts großes ansteht, keine lange Fahrt, keine Übernachtung woanders, keine wichtige Veranstaltung... Wann ist die richtige Zeit, wann werden meine Nerven stark genug sein für nächtliche Schreianfälle und lange Abende mit sich im Bett wälzenden Kind, immer wieder herzzerreißend rufend: „Nulli haben!“. Wann werde ich genug Kraft haben, um das neben all der Belastung, die sowieso schon da ist, auszuhalten?

Nun, die Wahrheit ist, diese Zeit gab es schlicht nicht in meinem Kalender. Ich konnte sie einfach nicht finden. Und so verschob sich das, was ich schon längst angehen wollte immer weiter noch hinten. Ich wusste, dass ich es machen muss, aber eine innere Stimme sagte mir: „Ne, lass mal lieber noch ne Weile, wer weiß, was danach dann auf dich zukommt.“ 

Doch dann kam der heroische Tag. Der Tag an dem ich, ganz ohne in den Kalender zu schauen, sagte: „Heute sagen wir dem Schnulli Tschüs und werfen ihn in den Fluss!“ und dann feiern wir ein kleines Fest zu Ehren der mutigen Mima (oder doch der mutigen Mama - na, vielleicht für beide...)
Und das taten wir. Es war sicher ein lustiger Anblick, wie die ganze Familie Fröse zum nahegelegenen Fluss pilgerte, Mima mit der Dose mit ihren Schnullern drin, die beiden Großen ganz aufgeregt und stolz auf ihre kleine Schwester. Dann geschah es. Alle Schnuller landeten nach mehreren Versuchen doch sicher auf nimmer Wiedersehen in dem Strom des Wassers und wir konnten nur noch winken ...

Um es nun kurz zu machen: Jemima hat ihren Schnuller nur sehr kurz vermisst und hat dann ohne weitergelebt, als hätte sie nie einen gehabt. Ich habe gestaunt. Und ich habe gelernt: Tue das, wovor du dich scheust, was du vor dich herschiebst, vielleicht schon seit Wochen und Monaten. Tue es jetzt! Gehe es an! Es wird ziemlich sicher nicht so schlimm, wie du befürchtest.

Ein toller Kinderkalender

Wir hatten es immer sehr auf dem Herzen, mit unseren Kindern schon früh zu beginnen, Bibelverse auswendig zu lernen. Wir starteten unterschiedliche Anläufe, aber keiner war so richtig erfolgreich. Welche Verse sollten wir lernen, wann war eine gute Zeit sie zu lernen, welches kleine Belohnungssystem können wir einführen usw. 

Zu Weihnachten schenkten wir Gideon dann einen kleinen Kalender. Er ist vom Dillenburger Verlag und heißt „Die helle Straße“. Ich kenne diesen Kalender noch aus meiner Kindheit und freute mich, dass es ihn immer noch gibt. Da Gideon kleine Zettel liebt, haben wir uns für den Abreißkalender entschieden. Man kann ihn aber auch in Buchform bekommen. Der Kalender hängt nun in der Küche direkt an Gideons Sitzplatz am Tisch. 

An jedem Tag reißt er nun das Blatt ab und wir lesen gemeinsam den Vers für den Tag. Auf der anderen Seite steht dann noch eine kleine Ausführung dazu. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Themen. Mal geht es um Tiere, mal um Kinder in anderen Ländern mal um eine Fortsetzungsgeschichte. Es ist so kurz gehalten, dass man es locker auch noch vor dem Frühstück (sogar an einem Schultag) lesen kann. Manchmal ergibt es sich, dass wir noch darüber mehr reden. Oder wir greifen das Thema am Abend in der Andacht wieder auf. 

Einmal war das Thema, dass Gott der Töpfer und wir der Ton sind. Da hatte ich schon ein Nachmittagsprogramm für die Kinder: Ich schaute auf Vimeo ein tolles Video von einer Töpferin an, wie sie aus einem Klumpen ein schönes Gefäß formte und anschließend durften die Kinder selbst noch töpfern (hab schon seit langer Zeit noch ein Stück Modelliermasse liegen gehabt). So konnte ich die Idee auf dem Kalender nehmen und noch weiter den Kindern Dinge beibringen, über Gott und das Leben. 

Aber was hat das nun mit dem Auswendiglernen zu tun? Nun, in jeder Woche gibt es einen neuen Lernvers. Den wiederholen wir auch jeden Tag. Wenn die Kinder ihn dann gut aufsagen können, dann bekommen sie Einen kleinen Aufkleber in einer Tabelle, die ich gebastelt und in der Küche aufgehängt habe. Da ist dann noch ein Umschlag, in dem die Kinder den Vers selbst abschreiben und noch anmalen. So können wir immer wieder einen ziehen und die Verse wiederholen. 

Bisher sind die Kids echt noch sehr gut dabei und es macht ihnen Spaß.
Neben dem Umschlag habe ich eine Karte geklebt, auf der „Schatz:Kiste“ steht. Genau das ist es nämlich. Diese Verse, Wort Gottes, soll für unsere Kinder wie eine Schatzkiste für ihr Leben werden. 

Ich kann nun allen, die mit ihren Kindern Verse auswendig lernen wollen und ein kleines Andachtsbuch suchen, diesen Kalender empfehlen. Legt diesen Schatz in eure Kinder, wenn sie noch klein sind. Es ist ein Schatz fürs Leben!

Wie du eine evangeliumszentrierte Mutter sein kannst — eine Buchempfehlung

Ich hatte schon seit längerer Zeit dieses Buch "Mutterglück mit Gott im Blick" bei mir liegen. Eine gute Freundin hatte es mir empfohlen und ich habe es darauf hin auch gleich bestellt. Da dann auch noch jemand zu Besuch kam, der es mitbringen konnte, hatte ich es schnell hier. (Amazon liefert ja leider nicht nach Albanien... 😉

Irgendwie blieb es dann aber doch länger unbeachtet liegen. Vielleicht war es der etwas schwerfällige Titel, der mich etwas abschreckte. Ich weiß auch nicht. Äußerlich ist das Buch eigentlich sehr schön aufgemacht, mit verschiedenen Bildern, sehr übersichtlich strukturiert, ansprechendes Format. 

Doch dann kam der Tag, an dem ich begann, es zu lesen. Und ich muss sagen, es hat mich sehr angesprochen. Es lag nun über einige Wochen neben meiner Bibel und meinem Tagebuch und ich sog die Worte in mich auf. Genau so etwas brauchte ich. Ich fand mich in den Schilderungen aus dem Alltag einer Mutter schnell wieder, wie sicher jede Mutter mit mehr als zwei Kindern. Ich denke, was mich besonders ansprach, war der klare Grund, auf dem die Autorin, Sara Wallace, ihre ganzen Gedanken und Tipps aufbaute: das Evangelium!

Ich möchte nun nicht im einzelnen auf alles eingehen. Ich möchte dieses Buch einfach nur allen Müttern sehr stark empfehlen. Eigentlich finde ich, wäre es auch etwas für Väter. So schade, dass es auf dem Markt viel mehr für Mütter gibt. Am Ende eines jeden Kapitels befinden sich noch Fragen zum Vertiefen und Reflektieren. Ich denke, dass man dieses Buch auch sehr gut in einer kleinen Gruppe mit anderen Müttern lesen könnte und sich dann darüber austauschen kann. Das würde ich nur zu gern einmal machen. 

Hier ein paar Kostproben aus dem Buch:

Wir sind körperlich, emotional und geistig ausgelaugt. Der Teufel weiß, dass der straffe Tagesablauf einer Mutter ihr nur wenig Zeit für tiefe theologische Gedanken lässt. Lass die wundervollen Wahrheiten der Erlösung an die Stelle der unaufhörlich meckernden Stimme treten, die dich immer wieder an deine Listen erinnert. Besinne dich darauf, dass in Christus die bedeutendste Liste  - die Liste deiner Sünden - getilgt wurde. Wir haben die vollkommene Erfolgsbilanz Christi vorzuweisen, ganz egal, wie weit wir mit unseren Haushaltsaufgaben zurückliegen. (S. 49)

Meine „stille Zeit“ ist nicht besonders still. Aber das ist okay. (S.65)

Ich kann die beschämenden Momente des Versagens nutzen, um meine Kinder aus Jesus hinzuweisen. (S.74)

Meine Kinder wurden mit einem Problem geboren und haben keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollen. (S.85)

Es macht mir solche Freude, meinen Kindern zu sagen: „Siehst du? Deshalb brauchen wir Jesus.“ (S.86)

Wenn deine Kinder also das nächste mal sündigen:
* Bleibe gefasst.
* Bedenke: Was sie tun, ist absolut erwartungsgemäß.
* Mache ihnen klar, dass ihre Sünde nicht beschönigt, aber vergeben werden kann: durch Jesus. (S.88)

Das Evangelium soll jeden Tag in mein Herz strömen und die Liebe zu Jesus neu entfachen. (S.122)

Naja, wenn ich das Buch so durchblättere dann denke ich, dass ich es eigentlich grad nochmal lesen sollte, damit ich die Wahrheiten verinnerlichen kann. Und vielleicht frage ich eine liebe Freundin, ob sie es mit mir liest und wir uns austauschen können. Das geht ja dank der modernen Medien sehr gut... 🙂

Was mir mein Tagebuch vor Augen hielt

Vor ein paar Tagen blätterte ich in meinem Tagebuch vom letzten Jahr. Gerade bin ich wieder in dieser Zeit, in der ich bewusst Abschied nehmen muss von den warmen und hellen Tagen, Tagen voller Licht und freudigen Kinderstimmen auf der Straße. Die Tage werden kürzer und dunkler, der große Berg hinter unserem Haus verfärbt sich wieder und wird bald in braun dastehen und es wird ungemütlich kalt in der Wohnung. Eine Zeit die zugegebener Weise nicht so einfach ist. 

Naja, jedenfalls wollte ich sehen, welche Gedanken ich letztes Jahr hatte und was mir half. Dabei stieß ich allerdings auf etwas anderes. Etwas, das mich sehr ermutigt hat und mir gleichzeitig auch die Augen geöffnet hat.

Ich schrieb so ungefähr vor einem Jahr, dass ich mir Sorgen mache um Gideon, weil er keine Jungs zum spielen hat. Damals spielten unsere Kinder fast ausschließlich mit den beiden Nachbarmädels. Jetzt, ein Jahr später, kommen Jungs aus unserem Viertel zum Tor und rufen nach Gideon. Oder die beiden Nachbarjungs rufen herüber und wollen mit Gideon spielen. Jetzt kann ich Gideon kaum bremsen, raus zu gehen zu seinen Freunden. Jetzt spielt er Ball auf der Straße, fährt begeistert Fahrrad und zieht mit den Jungs um die Häuser. Das wäre letztes Jahr noch nicht denkbar gewesen. Dass er sogar allein mit den Nachbarskindern in die Schule hier gehen wird, das war unvorstellbar für mich. Damals, vor gerade mal einem Jahr. 

Irgendwie hat mir das die Augen geöffnet. Es hat mich zum einen dankbar gemacht. Dankbar dafür, dass Gott meine Gebete hört. Dass er meine Ängste und Sorgen sieht und sie zu seiner Zeit beantwortet und zunichte macht. 

Als ich gestern mit der Mutter von Gideon’s bestem Freund, seinem Nachbarn, sprach, wurde mir erst bewusst, was Gott getan hat: eigentlich wäre der Juri schon letztes Jahr in die Schule gekommen. Doch sein Geburtstag wurde zu spät registriert (er ist im August geboren, wurde aber erst im April registriert) und darum musste er noch ein Jahr mit der Einschulung warten. Ein Jahr warten hieß, dass er nun zusammen mit Gideon gehen kann. Es heißt, dass Gideon seinen besten Freund an seiner Seite hat, wenn er in die Schule geht. Wie gnädig von Gott! Gott selbst denkt an meine Kinder und kümmert sich um sie! Schon vor sieben Jahren dachte er an uns und daran, dass Gideon einen Freund brauchen wird und ließ seine Eltern diesen „Fehler“ begehen. (So stell ich mir das jedenfalls vor. 😉

Auch wurde mir einmal mehr die Augen geöffnet für mein menschliches Herz, das leider immer noch nicht genug auf den Herrn vertraut. Warum? Damals machte ich mir Sorgen, dass Gideon zu wenig Freunde hat. Jetzt hat er viele und er ist unterwegs mit ihnen und eine neue Sorge macht sich breit: machen sie auch keine Dummheiten? Ist er sicher? Was machen sie, wenn ich sie nicht sehe? Es ist wohl der typische Loslassprozess, den jede Mutter durchlaufen muss. Das Kind wird immer mehr selbstständig und löst sich rein äußerlich auch immer weiter von zu Hause. Und schon beginnen neue Gedanken und Sorgen. Das ist alles so plötzlich passiert und ich muss da erst hinterher kommen. 

Sorgen werden immer wieder neue aufkommen, was unsere Kinder anbelangt. Die alten werden durch neue ersetzt. Es wird wohl nie eine Zeit geben, in der ich sagen werde: alles ist in bester Ordnung mit meinen vier Kindern. Auf der einen Seite erschreckt mich dieser Gedanke. Auf der anderen Seite treibt er mich näher zu Jesus. Denn der einzige Ausweg ist dieser: 
            

Du aber, Rahel, vertrau auf den Herrn und tu Gutes! (Psalm 37,3)

Ich kann mich nur zu dem Herrn flüchten und wissen:  Er kümmert sich um meine Kinder (und um alles andere) und ich darf ruhig sein. Ich weiß, dass ich dieses Vertrauen, gerade in Bezug auf meine Kinder, mehr und mehr lernen muss. Die abgeben an Gott, wissen, dass meine Kinder nicht mir gehören, dass Gott sie in seinen liebenden Händen hält, dass er sie liebt und mir und ihnen helfen wird. All das muss sich tief in meinem Herzen verankern.

Vor einem Jahr schrieb ich einen Artikel von einer Frau die sagte, im Rückblick auf ihre Erziehung würde sie sagen, dass sie Gott hätte mehr vertrauen sollen, weil er vertrauenswürdig ist. Er hat sich über die Jahrtausende als solcher erwiesen, er wird es auch in meinem und im Leben meiner Kinder sein! 

Und ebenso kümmert er sich um dich und um all deine Sorgen im Moment. Vertraue auf ihn!

Ich will doch nur das Beste für meine Kinder

Seit zwei Wochen geht unser Gideon in die lokale Schule. Es ist eine große Schule und er ist der einzige Ausländer dort. Seit feststeht, dass er dorthin zum Teil gehen wird, bin ich am beten. Für ihn und ich denke noch mehr für mich. Für ihn, weil ich weiß, dass es ihm schwerfällt in fremden Umgebungen mit fremden Menschen allein zu bleiben. Und für mich, nun, ich weiß, welche Gefühle in mir hochkommen, wenn ich die Andersartigkeit der Schule, des Unterrichtes, der  Pädagogik usw. sehe und erlebe. 

Ich bin eine Mama. Und eine Mama möchte immer das Beste für ihre Kinder. Ich kenne Deutschland und die Möglichkeiten dort. Ich kenne die Schulen und den kreativen Unterricht gerade in der Grundschule. Ich höre von Freundinnen und ihren Kindern. Von tollen christlichen Schulen. Von sehr gut ausgebildeten Lehrern und gutausgestatteten Schulen (ich weiß, auch nicht überall...). Von Schulen, in denen man im Sportunterricht auch wirklich Sport macht.

Und nun bin ich hier im Hinterland von Albanien. Und da sind meine Kinder mit uns. Und hier müssen sie in den Kindergarten und in die Schule. So haben wir uns jedenfalls entschieden. Ich weiß, dass es eine gute Entscheidung ist aus mehreren Gründen, ich weiß aber auch, dass ich innerlich einen kleinen Kampf ausfechten muss. Da ist die Liebe zu meinen Kindern und mein großer Wunsch, ihnen das Beste zu geben und zu ermöglichen, und da sind die Gegebenheiten hier.

Ich bin innerlich zerrissen und das Gefühl, dass ich meinen Kindern etwas Gutes vorenthalte, indem wir hier sind, das kommt gerade am Anfang so eines neuen Abschnittes in mir auf. Ich hatte genau das gleiche auch damals, als die Kinder in den Kindergarten kamen - jetzt ist das normal und die Kinder sind und waren glücklich da. Doch dieses Gefühl hat die Kraft mir Freude zu rauben, mir meine Bestimmung hier zu verschleiern und mich ernsthaft ins Fragen zu bringen: lohnt sich das alles dafür?

Ich schaue auf meinen großen Jungen. Er verändert sich. Er sitzt vor dem Spiegel und kämmt sich, schmiert sich Haargel in die Haare und lässt sie von seinem Freund frisieren (das hätte er vorher nicht gemacht :). Er ist einer von allen. Er will später mal ein ganz bestimmtes Auto fahren, so wie alle anderen. Er ist eifrig dabei, seinen Schulranzen zu packen, seine Hefte mit Glitzerpapier einzuschlagen, auf dem Fußballer abgebildet sind, er freut sich an seinen Stiften und Büchern und an der neuen Aufgabe, so scheint es jedenfalls. Ich freue mich darüber. Er kennt Schule ja auch nicht anders. 

Und ich will mich einfach mit ihm freuen. Will wertschätzen, was es hier gibt und wie es hier gemacht wird und will nicht vergleichen mit einer ganz anderen Welt, die Deutschland einfach ist.

Und ich will vertrauen. Ich will vertrauen darauf, dass Gott uns hier hingestellt hat. Und dass es gut ist, hier zu sein. Und dass es auch gut ist für unsere Kinder, die so anders aufwachsen, als die meisten deutschen Kinder. Ich will Gott vertrauen, dass er auch mit meinen Kindern die besten Absichten hat und ihnen das Leben hier zu ihrem Besten dient. Hätte ich dieses Vertrauen nicht, könnte ich hier einpacken und gehen. 

Doch wir sind sicher, dass Gott noch einen Auftrag hat für uns an diesem Ort. Und so leben wir hier. Alle sechs. Und es ist einfach schön zu sehen, wie fröhlich und doch so anders normal unsere Kinder hier aufwachsen dürfen. 

Und dieses schwere Gefühl des: „Ich enthalte meinen Kindern Gutes vor“, das verblasst so langsam wieder... und die innere Unruhe weicht einem tiefen inneren Frieden.

Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich. Darum verlasst euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich. 

Jesaja 26,3-4

Wie Gott mich zum vierten Kind ermutigt hat

Wir saßen gemeinsam am Strand. Danny und ich hatten zwei Tage zu zweit ohne Kinder. Ein besonderes Geschenk unserer Teamfrauen an uns. Wir genossen die Ruhe, die Zeit zum ungestörten reden, viel lesen und einfach zu tun, was man möchte.

Auf dem Heimweg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Meer. Albanien hat ja eine lange Küste, auch wenn wir von der leider nicht so viel mitbekommen, wie ich gerne würde. Ich liebe das Meer.

Ich lag so in der Spätsommer Sonne und blickte in den strahlend blauen Himmel und hörte Lobpreismusik.

Dann sah ich zu den sich brechenden Wellen und da lief ein Mann mit einem kleinen Baby auf dem Arm am Strand entlang. Es war ein wunderschönes Bild. Zumal hier in Albanien.

Dann sprach ich aus, was schon länger in mir rumorte: "Vielleicht sollen wir auch noch ein Kind bekommen?"

Ich erschrak fast selber über meine mutigen Worte. Danny reagierte gelassen. Aber in keiner Weise abweisend oder: "Nein, das kann ich mir ganz und gar nicht vorstellen." Gleich kamen mir manchen Dinge in den Sinn, die sich mit einem vierten Kind ändern, z.B. braucht man ein größeres Auto. Menschliche Gedanken.

Wir waren uns schnell einig, dass wir uns eine klare Antwort von Gott erwünschten. Vor allem ich wollte Gott ganz bewusst fragen, ob es sein Wille für uns ist. Dass er mir in meinem Herzen die Antwort so schnell geben würde, hätte ich nicht gedacht.

Noch an diesem Strand las ich "zufällig" zwei Stellen, die ich noch nie so gelesen hatte in meiner kleinen NGÜ. Einmal war es aus Psalm 116 der Vers 16:

"O Herr, ich bin doch dein Diener! Ja, dein Diener bin ich, und bereits meine Mutter hat dir treu gedient."

Und dann direkt darauf noch in Sprüche 31 Vers 1:

"Worte des Königs Lemuel von Massa, die seine Mutter ihn gelehrt hat."

An beiden Stellen ist so explizit von der Mutter und ihrem positiven Einfluss auf ihren Sohn die Rede. Ich möchte auch so eine Mutter sein, die ihren Kindern gutes lehrt und die sie zu Jüngern Jesu macht. Dabei kenne ich nur zu gut auch meine Fehler und Beschränkungen. Aber dennoch steht Gottes Gnade in besonderer Weise über dem Leben der Kinder von gläubigen Eltern.

Für mich sprachen diese Worte eine klare Sprache. Als ich dann auch sehr schnell schwanger wurde, war es für mich klar, dass dieses Kind noch zu uns gehört. Und dass es ein besonderes sein wird. Wie jedes andere ja auch...

Für mich ist es ein Wunder, das Gott in mir getan hat. Noch Monate zuvor hätte ich nie gedacht, noch ein Kind zu bekommen. Jetzt ist mein Herz die allermeiste Zeit voller Freude über dieses vierte Geschenk Gottes in unsere Familie.

Mein größter Fehler als Mutter

Vor ein paar Tagen schickte mir mein Mann einen tollen Artikel. Er war überschrieben mit: "Mein größter Fehler als Mutter" (ins deutsche übersetzt). Geschrieben ist der Artikel von Carolyn Mahaney, die mittlerweile vier erwachsene Töchter hat.

Vor einigen Jahren wurde ihr die Frage gestellt, was sie anders machen würde, wenn sie ihre Töchter noch einmal großziehen könnte. Es kamen ihr schnell all ihre Fehler und Niederlagen in den Sinn, aber sogleich hatte sie ihre Antwort:

"Ich wünschte, ich hätte mehr auf Gott vertraut."

Einer ihrer Lieblingsverse steht in Psalm 37,3: "Vertraue auf den Herrn und tue Gutes."
Im alltäglichen Muttersein allerdings lebte sie den Vers von hinten. "Tue Gutes" stand vor dem "Vertraue auf den Herrn". Dabei ist es nicht so, dass sie nicht auf Gott vertraute. Aber zu manchen Zeiten rückte dieses Gutes tun in den Vordergrund und das Vertrauen auf den Herrn in den Hintergrund. Sie war so darauf fokussiert, was sie tun für ihre Kinder tat oder auch nicht tat, dass sie gar nicht wahrnahm, was Gott in dem Leben der Kinder tat. Gott zu vertrauen war mehr so ein Nebengedanke und eigentlich erzog sie die Kinder so, als läge alles an ihr.

Das hatte zur Folge, dass sie von Schuld geplagt wurde. Nichts, was sie tat, war jemals gut genug. Und sie bekam Angst. Angst und Sorge, dass all ihre Bemühungen in einer Niederlage enden würden. Sie sorgte sich, dass ihre Begrenzungen ihre Kinder einschränken würde, dass ihre Sünde sie für ihr Leben zeichnen würde und dass all ihre Hoffnung enttäuscht würde. Sie versuchte eigentlich im Leben ihrer Kinder der Heilige Geist zu sein. Doch das kann nicht gut gehen.

Was nun ist der Ausweg aus dem ganzen?

"Beladen mit Schuld und voll mit Angst, fliege ich zu dir, mein Herr!" (Isaac Watts)

Das ist der Weg, den wir immer wieder gehen müssen. Immer, immer wieder.
Das, was wir im Leben unser Kinder nicht tun können, das tut Gott.

Wenn man noch so mitten in seiner Aufgabe der Kindererziehung steht, empfinde ich es manchmal als schwierig, darauf zu vertrauen, dass es wirklich an Gott liegt nicht an meiner tollen Erziehung. (Was auch nicht heißt, dass es völlig egal ist, wie ich erziehe). Aber die entscheidenden Dinge, die tut Gott.

Wenn wir das Herz unserer Kinder verändern könnten, dann hätte Jesus nicht kommen müssen. Er ist gekommen, um uns zu erlösen von uns selbst. Von unserer Sünde, die in jedem von uns wohnt. Unsere Regeln und Gebote "machen" vielleicht wohlerzogene Kinder, aber keine Kinder, die ein neues Herz haben. Dafür ist Jesus gekommen! Und das ist gut so! Das ist so befreiend!

Ich wünsche mir jetzt schon manchmal den Blick, den ich erst in 20 Jahren haben werde. Sicher werde ich auch dann staunend dastehen und eingestehen, dass ich doch mehr hätte vertrauen sollen. Weniger Sorgen machen um Dinge, die eh nicht in meiner Hand liegen. Und darauf vertrauen, dass Gott es gut machen wird mit allem, weil er gut ist!

Aber heute schon, mitten drin, will ich vertrauen und immer wieder, immer wieder meinen Blick weg richten von mir hin zu ihm!

Muttersein und was es mich gelehrt hat

Nun sitze ich auf dem Sofa nach einem vollen Tag. Einem Muttertag!

Es ist still geworden in dem sonst so lauten Haus. Die Kinder schlafen. Endlich, will man fast sagen. Ich liebe meine Kinder sehr. Ich liebe sie. Aber ich liebe auch die Stille und die Zeit mal nur für mich.

Muttertag. Hier in Albanien wurde dieser Tag schon im März gefeiert. So war ich heute die einzige Mutter in unserer ganzen Region, die liebevoll gewürdigt wurde.

Es ist schön, von den Kindern bunte Gemälde zu bekommen, auf dem "Mama, ich liebe dich!" selbst geschrieben steht. Es erwärmt mein Herz und freut mich, wenn sie mich küssen, umarmen, lieben. Wenn sie strahlen, fröhlich sind und sich ihres Lebens freuen.

Doch leider ist der Alltag meines Mutterseins nicht immer so. Zwar schon immer bunt, da das Leben hier in Albanien überhaupt keine Langeweile aufkommen lässt. Aber doch auch oft einsam. Oft bin ich müde, manchmal auch verzweifelt. Manchmal bin ich schon am frühen morgen genervt, wenn mich die Lautstärke im Haus überwältigt.

Ich bin ein Mensch, der viel Ruhe und Stille braucht und bisher immer gesucht und meistens gefunden hat. Unzählige Stunden habe ich allein im Wald, auf Spaziergängen, auf Bänken verbracht. Gott, meine Gedanken und ich.

Mutter zu werden war für mich die radikalste Veränderung in meinem Leben. Da ist der Umzug nach Albanien noch ein kleines dagegen.

Nichts hat mich mehr an meine Grenzen geführt

Man meint ja, man kenne seine Grenzen. Manche können keine Grenzen setzen, andere setzen zu viele, wieder andere wissen gar nicht, von was ich rede. Ich dachte immer, ich kenne meine Grenzen gut. Bis hierher und nicht weiter. Ja, ich meinte mein Leben gut im Griff zu haben. Doch dann kamen meine lieben Kinder. Und mit ihnen ein großer Segen, und eine große Herausforderung zugleich.

Nach unserem Umzug nach Albanien, unser Großer war zwei Jahre alt, erlebte ich ein sehr schweres Jahr. Nicht, weil ich einen Kulturschock erlebte, sondern weil Gideon einen hatte. In dieser Zeit habe ich die meiste Kraft und Energie in meinen Sohn gesteckt. Es war ein hartes Jahr. Es war ein tränenreiches Jahr. Ich verstand oft nicht, warum Gott mir das nun auch noch zumutet. Ein Umzug in ein fremdes Land ist doch genug. Ich war oft am Ende. Am Ende meiner Kraft, meiner Hoffnung, meiner Liebe. Am Boden. Völlig an meine Grenzen gestoßen. Sehr schmerzhaft.

Nichts hat mir mehr offenbart, wer ich bin

In dieser Zeit habe ich viel gelernt über mich. Dieser Zusammenprall mit meinen Grenzen und das schmerzhafte Überwinden von eben diesen, offenbarte mir viel von mir. Meine innere Not und Verzweiflung, mein nicht wissen, wie ich mich Verhalten soll, meine Unfähigkeit, meinen Sohn zu verstehen, all das war wie ein Spiegel vor mir. Rahel. Du hast nicht alles im Griff. Rahel, in dir steckt ebenso die Sünde. Rahel, du kannst nicht anders, du brauchst Jesus! Du brauchst Gnade für dein dich selbst verurteilendes Herz.

Nichts hat mich mehr über die Gnade Jesu gelehrt

Gnade. Was für ein Wort. Was für ein großes Wort. Was für ein großartiges Wort. Gnade. Was ist Gnade? Was bedeutet Gnade für mich? Je länger ich in dieser schwierigen Phase steckte, desto mehr offenbarte sich mir die Bedeutung von Gnade.

Allein deine Gnade genügt, so singen wir oft. So habe ich oft gesungen. Doch ich wusste nicht, was Gnade eigentlich ist, bis ich zerschlagen auf dem Boden lag und keinen Ausweg mehr sah. Keine Tränen mehr, ein müdes Herz. Hoffnungslosigkeit.

Da kommt die Gnade Jesu. Leise. Doch klar und immer klarer. Tiefer, bis an mein zerrüttetes Herz. Jesu Worte der Gnade in mein Versagen, in meine Unfähigkeit, in meine Hilflosigkeit. Gnade ist ausgesprochen über mich und über meinen Kindern!

Das hat mir immer wieder Mut gemacht, aufzustehen und weiterzumachen. Nichts anderes, als diese Gnade. Wir müssen gebrochen sein, damit sie durchdringen kann, das habe ich gelernt. Gnade, die da ist. Immer. Weil Jesus alles für mich getan hat. Ich bin geliebt nicht wegen meiner Leistung. Jesu Liebe für mich ist in ihm selbst gegründet.  Nichts kann sie hindern oder vermindern.

Nichts hat mich mehr gelehrt, alles Jesus zu überlassen

Viel zu oft habe ich gedacht, die Dinge liegen in meinen Händen. Ich plane, organisiere und klar, ich bete auch. Aber irgendwie habe ich doch die Kontrolle.

Was es heißt, etwas wirklich an Jesus abzugeben mit allem, was damit zusammenhängt, das lerne ich erst jetzt.

Meine Kinder sind mir anvertraut. Ich liebe sie und will ihr Bestes! Doch ich habe gelernt und bin immer noch voll dabei, dass ich sie abgeben muss. Abgeben darf. Die Sorge könnte mich sonst auffressen.

Wir leben in Albanien. Es ist ein armes Land. Sehr arm im Vergleich zu unserer Heimat.

Vieles kann ich meinen Kindern hier nicht "bieten". Manchmal kommen da Ängste in mir hoch: werden sie sich gut entfalten können, gut in der Schule zurecht kommen, fördere ich sie genug? Sie haben keine christlichen Freunde, sie können in keine Vereine gehen, da es diese hier nicht gibt, kein Fußball, kein Ballett, kein Reiten...

Enthalte ich meinen Kindern etwas vor. War der Schritt hierher vielleicht falsch, da negativ für meine Kinder?

Ja, das sind Fragen, die mich beschäftigen. Fragen, die der Teufel manchmal nutzt, um Zweifel in mir zu schüren: Meint es Gott wirklich gut mit euch? Mit dir und deinen Kindern? Wäre es nicht besser, ein ganz normales Leben zu führen?

Es sind letztendlich die gleichen Lügen, die wir Menschen schon im Garten Eden gehört haben. Meint es Gott wirklich gut mit mir und mit meinen Kindern?

Es ist immer wieder ein Kampf, gegen diese Lügen anzugehen. Ein Kampf, dem unglaublicher Friede folgt, wenn er gekämpft und gewonnen ist.

In einem Lied heißt es, dass wir die Lügen mit der Wahrheit bekämpfen und diese in die Dunkelheit hinaus rufen müssen. In die Dunkelheit, die unseren Blick auf Jesus verhindern will.

Ich bin dabei, immer mehr abzugeben. Immer mehr und immer wieder. Meine Sorgen und Ängste bei Jesus lassen, denn er ist besorgt um mich und uns. (1.Petrus 5,7)

Es gibt noch so viel mehr, was Gott mich gelehrt hat, in dem er mich zur Mutter gemacht hat. Ich bin so dankbar dafür. Ja, Kinder sind ein Segen Gottes. Mutter sein zu dürfen ist ein Segen Gottes. Auch wenn es mir nicht immer so vor kommt.

In diesem Sinne: Frohen Muttertag!

P.S. Im Laufe der Zeit ist vieles viel einfacher geworden. Die Kinder haben hier ihr Zuhause gefunden und fühlen sich wohl. Wir konnten schon einige schwierige Phasen mit Jesu Hilfe überwinden. Wir erleben ganz viel Freude und Schönes mit unseren wunderbaren Kindern. Darüber schreibe ich in meinem anderen Artikel. 🙂

Was ich immer gefürchtet habe

Heute ist genau das eingetroffen, vor dem ich mich immer gefürchtet habe:

Meine Kinder sagen albanische Worte, die ich nicht verstehe, die aber an der Reaktion der Hörer zeigen, dass es keine guten Worte sind.

Könnt ihr euch vorstellen, wie man sich als Mutter da fühlt?

Es ist ja schon schlimm genug, wenn sie Worte sagen, die man versteht.

Aber wenn man dann daneben steht und fragen muss: was heißt das denn? Ist das ein schlechtes Wort? Dann fühlt man sich extrem hilflos und ehrlich gesagt beschissen. (Sorry für dieses unschöne Wort...)

So geschehen heute bei einem Besuch. Ich war das erste Mal in dieser Familie. Sehr freundliche, zugewandte Aufnahme, toll!

Zu Beginn saßen meine beiden lieb und brav, ja schüchtern auf dem Sofa. Nur ab und zu tranken sie einen Schluck von ihrem Saftglas.

Doch nach und nach brach das Eis und die beiden zeigten mir deutlich, dass sie sich heute noch lange nicht genug ausgetobt hatten (mein täglicher innerer Kampf: mache ich einen Besuch oder lange Spaziergänge - ich mach es mal so, und mal so).

Wie junge kleine Hunde rangen sie miteinander. Unser Gespräch verlagerten wir auf den Boden, wo wir bald alle saßen.

Gideon war völlig im aufgedrehten Modus und ihn da wieder "abzuschalten"- das ist manchmal fast ein Ding der Unmöglichkeit. Mehrmals musste ich ernst mit ihm reden. Auf Fragen der Gastgeber hin gab er "lustige" Antworten (in seinen Augen) und alberte viel rum.

In dem Moment dachte ich, ja, so schön es ist, dass sie die albanische Sprache so gut beherrschen, es bringt doch auch so manche Schwierigkeit mit sich. Worte, die sie im deutschen nicht kennen, die sagen sie in albanisch und ich kann mir nicht sicher sein, ob sie genau wissen, was sie sagen.

Es ist eine Herausforderung, nun in guter Art und Weise mit Ihnen zu reden und ihnen zu helfen, "anständig" zu reden.

Ich weiß aber auch, dass Kinder in Deutschland spätestens wenn sie im Kindergarten sind mit allen möglichen Worten nach Hause kommen.

Dennoch, wenn man es zum ersten Mal erlebt, und noch in einer fremden Sprache, das schockiert schon.

Nach dem Besuch hatte ich einen tollen Artikel von meinem Mann im Postfach. Der ermutigte mich sehr und half mir, getrost vorwärts zu gehen und meiner Furcht ins Auge zu sehen.

Hier der Link zu dem Artikel (in englisch) und der Link zu dem Buch, aus dem der Artikel entnommen wurde und welches ich mir unbedingt zulegen möchte!

Fußball und Pilze

mushrooms-548360_640Vor einigen Tagen war ich mit meinen Kindern auf dem Fußballplatz. Wir hatten einen Ball mit, Jemima saß im Kinderwagen und ich hatte mir vorgenommen, mit den beiden großen mal richtig Ball zu spielen. Das machen wir nämlich gar nicht so oft.

Schon lief Gideon weiter von mir weg. Ich schoss ihm den Ball entgegen. Ein paar mal war er voll dabei und der Ball landete fast genau bei mir. Doch dann erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte nicht mithalten. Da standen doch überall auf dem Platz Pilze herum.
Gideon war fasziniert.
Und ich war irgendwann genervt.
Warum jetzt Pilze anschauen, wenn wir doch für etwas "Wichtigeres" gekommen waren. "Deine Mama nimmt sich nun extra Zeit, um mit dir Fußball zu spielen und du siehst ständig nur diese Pilze. Und fasst sie auch noch an. Nicht anfassen, die können giftig sein! Ich habe doch gesagt, nicht anfassen..."
Und dann fängt auch noch Livia an, die Pilze zu pflücken.

Ich werde unruhig, ja, sogar etwas ungemütlich.
Es passt mir gerade gar nicht, dass meine Kinder nicht wie andere Kinder einfach nur gerne mal Ball spielen wollen.
Gideon stellt sich immer wieder taktisch in die Nähe des größten und faszinierendsten Pilzes.
Irgendwann dann gehen wir weiter.

Am Abend des Tages dachte ich nach über diese Zeit auf dem Fußballplatz.

Ich weiß nicht, ob du das kennst. Du möchtest als Mutter oder Vater, dass sich dein Kind so und so verhält, dass es die und die Interessen haben soll usw. Meistens haben wir das nur unterbewusst. Aber mir ist aufgefallen, dass ich total darauf fixiert war, mit den Kindern Ball zu spielen. Die Pilze waren meine Gegner. Sie stahlen mir die Aufmerksamkeit und ebenso dem Gideon. Es ärgerte mich. Er ist doch ein Junge und sollte nichts lieber machen, als Fußball zu spielen. So dachte ich. In dieses Schema wollte ich ihn pressen.
Und dabei wurde ich nervös und meine Stimmung wurde schlechter.

Als ich darüber nachdachte, fand ich es eigentlich schade, dass ich die Pilze keines wirklichen Blickes gewürdigt hatte. Mein einziger (vielleicht auch berechtigter) Gedanke war: ja nicht anfassen und schon gar nicht pflücken. Und jetzt lasst doch mal die Pilze Pilze sein...

Dabei vergaß ich ganz, dass meine Kinder einfach totale Entdecker sind und diese Pilze sehr faszinierend waren. Ich konnte das mit meinen Augen nicht sehen und schon gar nicht mit meinem Herzen. Es tat mir im Nachhinein leid, dass ich mich nicht hingekniet habe, und mit den beiden gemeinsam diese Wunderwerke aus Gottes Schöpfung bewundert habe. Den Ball Ball sein lassen und meinen Kindern dort begegnen, wo ihre Aufmerksamkeit gerade war. Und es ist doch eigentlich toll, dass sie solches Interesse an der Schöpfung haben.

Ich habe gelernt, dass ich meine Kinder, vor allem meinen Sohn in dem fördern will, was ihn interessiert. Und wenn es nicht Fußball ist, ist das auch ok.

Kleine Kinder und ihre Gefühle

wildespferd

Seit einiger Zeit habe ich wieder ein gutes Buch in Händen. Gut, weil es in meine Lebenswirklichkeit hineinspricht, da es besonders an Mütter mit kleinen Kindern geschrieben ist und gut auch, weil es dünn ist und die Lektionen kurz, so dass man sie locker hier und da zwischen durch lesen kann. Der einzige Nachteil ist vielleicht für diejenigen, die im englischen nicht so fit sind, dass es eben bisher nur in Englisch erschienen ist. Es heißt: "Loving the little years - Motherhood in the Trenches" von Rachel Jankovic.

Als wir in Deutschland viel im Auto unterwegs waren, hatte ich immer mal wieder die Gelegenheit, darin zu lesen. Dann kam ich zu einem Kapitel mit der Überschrift "Spirited Riders", was so viel wie "Temperamentvolle Reiter" bedeutet.
Darin schreibt Rachel von ihren vier kleinen Töchtern und ihrem Temperament und ihren Gefühlen, die sie manchmal mit sich reißen. Ich habe nur eine Tochter, von der ich bisher sagen kann: ja, Mädels sind schon noch mal ne Sorte Mensch für sich. 🙂
Doch was sie dann schreibt empfand ich als sehr hilfreich, nicht nur im Umgang mit temperamentvollen Mädchen, sondern gleichermaßen auch für ebensolche Jungen.

Rachel nennt folgendes Beispiel: Es ist der Geburtstag eines Kindes. Die Schwester möchte auch ein Geschenk haben. Als sie keines bekommt, beginnt sie, sich zu ärgern und zu motzen. Stell dir vor, du sagst dann: "Hör auf damit. Das ist schlecht. Sei nicht so ein Motzer. Komm damit jetzt zurecht." - Hilft das irgendwem? Dem Kind wird beigebracht, dass wenn das Gefühl über sie kommt, sie schon einen Fehler gemacht haben. Das ist nicht gut. Doch was machen wir nun? Kinder brauchen Hilfe, um ihre eigenen Gefühle zu sortieren, nicht, um darin zu schwelgen, sondern um zu lernen sie zu kontrollieren.

Nun folgt ein tolles Beispiel, wie ich finde, um Kindern genau in diesem Punkt zu helfen und ihnen bildlich vor Augen zu machen, was sich oft in ihnen abspielt:

Ihre Gefühle sind wie Pferde, schöne, temperamentvolle Pferde. Aber sie sind die Reiter. Gott gab ihnen diese Pferde als sie geboren wurden und sie werden sie ihr Leben lang reiten. Gott hat uns auch gemeinsam auf einen Pfad gestellt und uns gesagt, das wir ihm folgen sollen. Wir können weit blicken, da sind wunderschöne Blumen, Seen, Bäume und Regenbögen. So können wir "im Licht wandeln wie er im Licht ist und haben Gemeinschaft untereinander" (1.Joh. 1,7).
Wenn nun unsere Gefühle sich aufspielen, ist das, wie wenn das Pferd versucht, über den Zaun zu springen und an einen öden Ort voller Spinnen zu springen, um dann in der Dunkelheit verloren zu gehen. Doch ein guter Reiter weiß, was zu tun ist, wenn das Pferd ausreißen will, er zieht die Zügel an. Drehe den Kopf des Pferdes. Gehe zurück auf den Pfad. Auch hat Gott uns als Eltern den Auftrag gegeben zu sehen, dass das Pferd unseres Kindes auf dem Weg bleibt.

Ganz wichtig ist, dass das Pferd an sich nicht das Problem ist! Da ist nichts falsches an Emotionen. Wir haben oft nur so kleine Reiter, die es nicht gewohnt sind zu reiten. So sollten wir eben besser damit beginnen, ihnen grundlegende Reitstunden zu geben.

Wie können diese aussehen? Hier mal ein paar Dinge, die ich mir aus dem Text gezogen habe:

1. Spreche mit deinem Kind darüber, wie es sich fühlen kann und sage ihm, wie du dir wünschst, dass sie sich verhält (oder besser noch, was Jesus sich wünscht.)

2. Gib ihm praktische Dinge an die Hand. Sei ein Trainer! Vielleicht weißt du, wann Situationen kommen, die kritisch sind, in denen das Pferd schon öfter über die Stränge geschlagen hat und gebe vorher kurze Instruktionen. Mach eine kleine Pause und nimm dir dazu die Zeit.

3. Mache dir einen Plan. Benutze Codewörter. Ermutige!

4. Lobe ganz viel, wenn du siehst, das kleine emotionale Versuchungen überwunden wurden. Sei ganz nah bei deinem Kind, wenn es lernt, was im Inneren vorgeht. Selbst die Kinder sind manchmal von sich selbst überrascht...

Es geht nicht darum, das Pferd zu lähmen, sondern darum, den Reiter auszurüsten.
Es geht darum, dass unsere Kinder lernen, eigenverantwortlich mit ihren Gefühlen umzugehen und eines Tages ihre eigenen Kinder helfen, auf dem guten Weg zu bleiben.

Frauen können doch denken

IMG_3961Ich sitze mit Livia am Strand und sie erzählt mir mal wieder so einiges.
Dann sagt sie: "und dann habe ich gedenkt...". Wie man das als deutsche Mama dann so macht, sage ich ihr: "nicht gedenkt, sondern gedacht" (so macht man das doch, oder? 🙂

Und wieder beginnt sie: "dann habe ich gedenkt...".  "Gedacht" füge ich wieder dazu. Das wiederholt sich noch einmal, bis Livia mich anschaut und sagt: "Mama, ich kann doch denken, ich bin doch eine Frau." - Wo sie recht hat, hat sie recht! Frauen können denken, nicht dachten... 🙂

Jesus ist Sieger!

wellenIch weiß nicht, wie es dir als Mutter, oder euch als Eltern geht: ich komme mir manchmal vor wie in einem Boot, mit dem ich eine lange Reise angetreten habe. Mal fährt es ruhig über das Wasser, alles scheint gut zu sein, ich bin stolz auf meine Kinder, das Wort Danke scheint langsam in ihrem Wortschatz Fuß gefasst zu haben, sie entwickeln sich gut, spielen friedlich miteinander und mit den Nachbarskindern und überhaupt sind sie doch so süß und hübsch!

Und dann, wie aus heiterem Himmel kommen da die Wellen, der Wind und sogar richtige Stürme. Da steh ich Samstag morgen um sechs Uhr auf, da einer wach wurde und alle anderen mit ihm. Da gibt es schon 10 Minuten später Geschrei und ich will am liebsten unter meiner Decke verschwinden und den Tag im Bett verbringen. Da sagen diese süßen, hübschen Kinder doch glatt albanische Schimpfwörter (das ist der Nachteil, wenn sie eine zweite Sprache können und oft dieses unschöne Wort hören, dass sie in Deutsch noch gar nicht kennen...), Livia kneift das Nachbarskind, es gibt Geschrei, Unfreundlichkeit und diese leidige Sache mit dem Gehorsam, den wir als Eltern doch so gerne haben. An manchen Tagen bin ich am verzweifeln und eine dunkle Wolke macht sich breit und verfinstert meinen Blick und meine Gedanken: was mache ich nur falsch, wie konnten sie nur so weit kommen? Was wird aus ihnen nur mal werden (hab eigentlich nur ich manchmal solche Gedanken?)

Ja, die Wellen schlagen hier öfter über mir ein, als mir lieb ist. Mir fehlt meine Mutter, die mir die Kinder ab und zu mal abnimmt, mir fehlt eine Freundin, der es genauso geht wie mir und mir fehlen Kinder, die mir zeigen: deine Kinder sind ganz normal! (Mit den albanischen Kindern möchte ich meine nicht vergleichen, da hier total andere Erziehungsmethoden herrschen.)

Ich frage mich, wie es mir besser gelingen kann, über den Wellen zu bleiben, sprich, besonnen, ruhig, hoffnungsvoll, sanftmütig und vor allem zuversichtlich zu bleiben. Wie meistens, wenn wir meinen, unter zu gehen, fehlt mir, der Blick auf Jesus. Ich muss an Petrus denken, der aus dem Boot stieg und Jesus entgegenging, auf dem Wasser. Doch er sah auf die Wellen und begann zu sinken. Sein Blick löste sich von Jesus und er sah nur noch auf die "Probleme". Und ich denke an meine kleine Tochter, die ruhig in der Wanne liegt, von mir gehalten und die unruhig wird, wenn sie auf ihre Geschwister schaut (wenn sie zusammen baden).

In meiner stillen Zeit las ich heute im 1. Korintherbrief folgendes:

Gott aber sei dank, der dir den Sieg gibt durch deinen Herrn Jesus Christus!
Daher, Rahel, sei fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da du weißt, dass deine Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.

(15,57-58 - geschulten Bibellesern wird die leichte Veränderung des Textes aufgefallen sein... 🙂

In all meinen auf und abs, die ganze Zeit meiner Bootstour ist Jesus mit mir. Und warum ist das so gut? In ihm habe ich allezeit den Sieg, weil er selbst der Sieger ist und auf meiner Seite ist. Das kann und soll mich so froh und dankbar machen, mitten in meinem täglichen Leben. Ich darf darum, weil Jesus der Sieger über allem ist, fest sein, unerschütterlich und darf meinem Herrn dienen. Im Moment besonders als Mutter von drei Kindern. Und welcher Trost ist es zu wissen, dass meine Mühe, meine Arbeit, alles, was ich an Zeit, Nerven, usw. investiere - es wird nicht leer zurückkommen. All das ist nicht vergeblich. Ich darf Jesus vertrauen, dass er es gut machen wird! Er ist der Sieger!