Gottes wunderbare Geschichte

Seit Ostern treffen wir uns nun regelmäßig im Familienzentrum zum Gottesdienst. 
Es kommen zwischen 20 und 40 Besucher, alles Menschen aus Krume. Das ist toll. Wir merken, dass Gott etwas tut und Herzen von Menschen drängt, dort hinzugehen. 

Danny hat in seinen Botschaften begonnen, die Geschichte Gottes zu erzählen. Die Bibel erzählt sie uns von Anfang an. Immer wieder wird wiederholt und immer wieder wird auf den hingewiesen, der Zentrum der Geschichte Gottes mit den Menschen ist: Jesus!

Ich muss sagen, dass ich immer wieder total gesegnet und berührt bin. Da ist die einfache Geschichte Gottes, diese wunderbare, schreckliche, schöne, ermutigende, bestürzende und doch zu aller meist Hoffnung machende Geschichte. Da sind wir Menschen. Von Anfang an, mit der ersten Sünde gefallen und hoffnungslos in unserer eigenen Schlechtigkeit gefangen. Da ist der Gott, der Geduld hat, der uns nachgeht, der uns trotz alle liebt und noch loslässt. Der richtet und seinen Bund mit uns Menschen aufrichtet. Ein Gott, der sich im Leben einzelner, sündiger Menschen verherrlicht. Ein Gott, der uns Menschen liebt und der immer noch seine Geschichte schreibt. 

Nun sitzen wir hier in dieser Stadt am Rande von Albanien. Eine kleine und vergessene Stadt. Die Menschen hier sind fast alle Muslime. Wenige, sehr wenige, haben je von dieser Geschichte Gottes gehört. Und sitzen wir hier gemeinsam unter Gottes Wort. Alle hören aufmerksam zu. Und ich höre mit meinen Ohren und meinem Herzen. Ich will hören wie sie. Zum allerersten Mal. Ich will fasziniert sein und tief berührt von dieser Geschichte Gottes! Immer wieder neu. Auch wenn ich sie schon so oft gehört habe. 

Und wir beten, dass genau diese Geschichte Gottes, die noch nicht zu Ende ist, unsere Freunde hier verändert. Sie sollen Teil werden von dieser unglaublichen Rettungsgeschichte Gottes!

Ich bin müde

Katie Davis Majors ist eine junge Frau, die ihr Leben ganz in den Dienst von Ugandas Menschen gestellt hat. In zwei Büchern, (mittlerweile auch auf deutsch erschienen) beschreibt sie biografisch ihre Erlebnisse mit Gott und den Dienst an den Menschen.

Christina, unsere Teamkollegen, brachte letztens in einem Teamtreffen einen Auszug aus dem Buch, Katie - Hoffnung gibt nicht auf *, mit. Darin beschreibt Katie einen Moment in ihrem Leben, wo sie am Rande ihrer Kräfte war. Ich konnte mich in ihrem Erleben wiederfinden, auch wenn meine Müdigkeit andere Gründe hat. Und die Zusage, die Katie von Gott erhielt, will ich auch für mich beanspruchen. Aber lies selbst, wie Katie in ihrer Schwachheit eine Antwort von Gott bekam.

Ich suchte in meinem Kopf und in meinem Herzen danach was ich wirklich fühlte. Die Worte kamen ganz leise über meine Lippen: "Ich bin müde." Und dann immer lauter und lauter, bis ich immer wieder schluchzte. "Ich bin müde. Ich bin müde. Ich bin müde."

Ich beruhigte mich immer wieder und wartete auf Gottes Antwort. Sie kam schnell und deutlich. ich bin nicht müde, antwortete er. ich weiß, dass du müde bist, Kinder, aber ich bin nicht müde. Ich werde nicht müde. Ich werde nie müde sein. Lehne dich an mich, denn in deiner Schwachheit bin ich stark.

Ich klammerte mich an diese Worte während ich mich um meine Kinder kümmerte. Diese Worte waren mein Lebensatem. Währeich ich nachts Simon fütterte und unzählige Male Kanülen und Verbände wechselte und gleichzeitig meine Kinder erzog, sprach ich diese Worte zu Gott: Ich bin müde, Gott, aber du bist nicht müde. Du wirst nicht müde. Dieses Wissen wurde meine Rettungsleine. Das Wissen, dass Gott auch wenn ich völlig erschöpft war, nicht erschöpft und müde war. Dass ich mich bei ihm fallen lassen und darauf vertrauen konnte, dass er mich trägt.

*Der Link ist ein Affiliate Link. Wenn du das Buch darüber bestellst, bekommen wir einen kleinen Betrag gutgeschrieben. Dich kostet es nicht mehr.

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Warum nicht ich?

David Powlison, ein bekannter Seelsorger aus Amerika, ist heute nach einem kurzen Krebsleiden im Alter von 69 Jahren verstorben. Im Gedenken an ihn möchte ich diesen Artikel neu veröffentlichen. In diesem Artikel findest du eine sehr bewegende Art mit Leid umzugehen. Wieviel schwerer wiegen diese Worte im Anblick des Krebsleidens, an dem der Autor jetzt verstorben ist.


Vor ein paar Tagen habe ich das Buch "God`s Grace in Your Suffering" zu Ende gelesen. In dem Buch geht es um den Trost und Zuspruch, den unser Glaube an Gott uns in Zeiten des Leidens bietet.

Durch meine Erkrankung mit MS ist das Thema: "Gott im Leiden erfahren" immer wieder sehr aktuell. Das Buch spricht verschiedene Bereiche an, wie wir in unserem Glauben Trost im Leiden empfangen. Es hat mir sehr viel Mut gemacht. Ich bin sicher, dass ich dieses Buch nicht zum letzten Mal gelesen habe.

Im Schlusskapitel führt der Autor David Powlison seine mutmachenden Worte dann auf die Spitze. Ich gebe sie hier mit eigenen Worten und auf mich bezogen wieder:

Am Anfang jeden Leidens steht die Frage: "Warum ich? Warum muss mir dies widerfahren? Warum jetzt? Warum?"

Doch auf diese Fragen bekommen wir zumeist keine hinreichende Antwort. Wir wissen, dass unser Gott selbst Mensch wurde, in Christus kam er ins Leiden, an meiner Stelle. Mein Gott speist mich nicht ab mit Ratschlägen aus der Ferne. Er kommt in mein Leiden und er geht mit mir den ganzen langen Weg. Er trägt mich selbst in den schwierigsten Momenten. 

Diese Tatsache verändert die Fragen, die in meinem Herzen aufkommen. Das nach innen-gewandte "Warum ich?" tritt in den Hintergrund, hebt die Augen und beginnt sich umzuschauen.

Ich wende mich nach aussen und neue und wundervolle Fragen entstehen: "Warum du? Warum du, Herr des Lebens? Warum kommst du in diese Welt voller Bosheit? Warum nimmst du Verlust, Schwachheit, Leiden und den Tod in Kauf? Warum solltest du das für mich tun? Aber du hast es getan, weil du die Freude gesehen hast die vor dir lag. Du tatest es aus Liebe. 

Wenn diese tieferen Fragen ihr Ziel finden, dann werde ich freudevoll ruhig. Das Universum dreht sich dann nicht mehr um mich. Und dennoch bin ich Gott nicht egal. Gottes Geschichte stutzt mich genau auf die richtige Größe zurück - weder zu groß noch zu klein. Alles zählt und jeder ist bedeutungsvoll, aber der Maßstab ändert sich, zu etwas, das viel mehr Sinn macht. Ich erlebe schwierige Dinge. Aber ich habe schon viel besseres empfangen,  was mir nicht mehr genommen werden kann. Und dieses bessere etwas wird mit mir den ganzen langen Weg beistehen. 

Ich werde sogar fähig von ganzem Herzen Danke zu sagen, in mitten von all dem was wirklich falsch ist, denn alle Sünden und alle Leiden kommen nun unter seine liebende Fürsorge. 

Am Ende bin ich sogar so weit zu sagen - und es auch so zu meinen - eine geradezu unvorstellbare Frage: "Warum nicht ich? Warum nicht dies? Warum nicht jetzt?" Wenn mein Glaube in irgendeiner Weise scheint als ein Nachtlicht in einer sehr dunklen Welt, warum nicht ich? Wenn mein Leiden den Retter der Welt bekannt macht, warum nicht ich? Wenn ich durch mein Leiden die Leiden Christi ausfüllen kann, warum nicht ich? Wenn er mich heiligt durch die heftigste Bedrängnis? Wenn meine Schwachheit die Kraft Gottes darstellt uns zu retten von all dem was falsch ist? Wenn meine aufrichtigen Kämpfe anderen Strauchelnden zeigen, wie man auf seinen Füßen landet? Wenn mein Leben für andere eine Quelle der Hoffnung ist, warum nicht ich?

Natürlich, ich will nicht leiden, aber ich werde willig,  wie mein Retter, der sagte: "Wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht wie ich will, sondern du wie du willst." (Matth 26,39)

Wie bei ihm, werden meine lauten Schreie und Tränen gehört von dem Einen, der vom Tode erretten kann. Wie er, werde ich gehorsam lernen durch das was ich leide. Wie er, werde ich mitfühlend sein mit der Schwachheit anderer. Wie er, werde ich behutsam umgehen mit denen die ignorant und eigensinnig sind. Wie er, werde ich einer ungläubigen Welt Glauben zeigen, Hoffnung einer hoffnungslosen Welt, Liebe einer lieblosen Welt, Leben einer sterbenden Welt. Wenn all diese Verheißungen tatsächlich wahr werden, warum dann nicht ich?

 

Von fanatischen Männern und einem Ungleichgewicht

Wenn du eines über die Männer unserer Stadt wissen solltest, dann ist es folgendes: Die allermeisten Männer unserer Stadt sind fanatisch. In albanisch verwendet man die Bezeichnung: fanatik. So reden die Männer selbst über sich.

Das Wort >>fanatik<<

Dieses "fanatik" hat nichts zu tun mit fanatischen Muslimen, die Terroranschläge verüben. Es heißt vielmehr, dass diese Männer ein ganz bestimmtes Rollenverständnis haben. Sie sind sehr engstirnig, vor allem im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Desweiteren sind fanatische Männer gebunden von Ängsten, Gewohnheiten und einem kulturellen Codex, der sie einengt.

Was das Denken der Männer prägt

Männer die fanatisch sind, haben Angst davor, dass man über ihre Frau schlecht redet. Dies führt dahin, dass die allermeisten Frauen in unserer Stadt den Großteil ihres Lebens in den eigenen vier Wänden oder Gartenmauern verbringen. Frauen gehen nicht einkaufen, sie gehen nicht zu anderen Freundinnen und falls es doch mal einen Grund gibt rauszugehen, dann geschieht das nur mit Erlaubnis oder mit dem Wissen des Mannes. Geht eine Frau raus, denken andere gleich: Wo geht die hin? und der Mann ist automatisch eifersüchtig, weil es könnte ja sein, dass sie ihm untreu wird.

Ein bekanntes Problem

Diese fanatische Einstellung der Männer war uns schon länger bekannt.[Kleine Klammerbemerkung: Natürlich Frauen sind auch Frauen Teil des Problems, denn diese fügen sich still und leise in ihr Schicksal. Auch sie sind geprägt von unbegründeten Ängsten.] Doch erst kürzlich wurde uns bewusst, dass vielmehr Männer von diesem Denken geprägt sind. Wir dachten es wären nur unsere Nachbarn, die zu einer konservativen Familie gehören, aber nun ist uns klar geworden, dass dieses Denken für die allermeisten git.

Das Ungleichgewicht

Wenn Frauen nicht ihre Häuser verlassen, ist dies selbstverständlich etwas, was sie auch im Stadtbild wiederspiegelt. Es sind sehr wenige Frauen auf den Straßen unterwegs. In den Cafes sitzen fast nur Männer und auch beim Einkaufen sieht man meist Männer.

Das wäre nicht weiter schlimm, wenn nicht wir mit dem Start unserer regelmäßigen Gottesdienste, mit diesen Ungleichgewicht zu tun haben. Letzten Sonntag kamen 18 Männer und 8 Frauen. Von diesen war nur zwei Ehepaare. Die Männer, die allermeisten davon verheiratet, kamen ohne Frauen, aufgrund der oben beschriebenen Thematik. Die Frauen, die da waren waren geschieden, oder ledig. Nur zwei verheiratete Frauen waren ohne ihren Mann da.

Wohin das führt

Es ist klar, dass Männer, die sich gerne frei machen würden, von diesem fanatischen denken entmutigt sind ihre Frauen mitzubringen. Wenn sie die Einzigen sind die ihre Frauen dabei haben, dann ist das eine Schande und eher peinlich.
Natürlich wollen wir sensibel sein und Männern unser Verständnis entgegenbringen, für die kulturelle Bindung in der sie leben. Es liegt uns fern ihnen Vorwürfe zu machen, aber wie schön wäre es, wenn unsere Arbeit einen Beitrag leisten kann, dahingehend, den Umgang der Geschlechter in die Freiheit zu führen.

So ist unser großes Anliegen Männer und Frauen in unseren Sonntagstreffen zusammenzubringen. Und wir sind gespannt, was hier in den nächsten Wochen noch geschehen wird.

Doch dieses Thema der fanatischen Männer, ist eine ganz spezielle Herausforderung unserer Arbeit, bei dir wir auch ganz gezielt mit Gottes Wirken an den Herzen der Menschen rechnen wollen.

Ein Shooting am Strand

Über Ostern war meine kleine Schwester bei uns zu Besuch. Sie ist eine sehr begabte und begehrte Fotografin. Schau doch mal auf ihrer Webseite vorbei oder check ihren Instagram Feed. Natürlich konnten wir sie nicht gehen lassen, ohne dass sie ein paar Fotos von uns als Familie gemacht hat. Als wir für eine Nacht am Strand waren entstanden folgende Bilder.

Wie du deine Zeit im Gebet kreativ gestalten kannst

Es ist Fakt und wir alle wissen es: Wir müssen mehr beten.

Jeden Tag stehen uns 24 Stunden zur Verfügung. Wie oft finden wir nur ein paar Minuten am Tag, die wir im Gebet verbringen? Manchmal fehlt uns die Ruhe, die Konzentration, die Motivation, die Energie. Manchmal oder vielleicht sogar oft fehlt uns auch die Lust. Es ist irgendwie nicht möglich, länger als ein paar Minuten vor Gott einfach nur zu sein im Gebet.

Sicher gibt es unterschiedliche Gründe, warum es so ist, wie es ist.

Aber vielleicht sagst du jetzt: "Ich möchte eigentlich so gerne mehr Zeit im Gebet verbringen, aber ich weiß nicht wie ich die Zeit füllen soll."

Dann habe ich etwas für dich: In einem Buch von Dick Eastman, dem Gründer von "Aktion in jedes Haus" fand ich zuletzt etwas sehr hilfreiches. Eastman nennt es:

Einfache Hinweise, wie ein "Wächter für eine Stunde" seine Zeit mit Gott sinnvoll gestalten kann.

Diese Hinweise habe ich für dich herausgeschrieben. Du findest sie hier unten. (Ich plane auch eine Druckversion zu erstellen, so dass du diese 12 Punkte mit in dein Gebet nehmen kannst, ohne dass der Computer an sein muss.)

Es sind 12 verschiedene Themen, die Eastman für eine abwechslungsreiche und sinnvolle Gebetszeit empfiehlt. Sicher wäre es zuviel, sie alle jeden Tag in deine Zeit mit Gott zu integrieren. Aber sie sollen dir helfen, mal etwas neues auszuprobieren, Gott mal anders zu begegnen und über die immer gleichen Gebete hinauszuwachsen und den Blick für das Große zu weiten. Lass dich inspirieren und von Gott beschenken!

1. Loben

2. Warten

3. Bekennen

4. Gottes Wort

5. Wachen

6. Fürbitten

7. Bitten

8. Danken

9. Singen

10. Meditieren

11. Hören

12. Loben

Über Proteste und die wahre Hilfe...

In den letzten Wochen gab es immer wieder große Proteste und Demonstrationen in diesem Land. Es begann mit unzufriedenen Studenten, die sich über Korruption im Bildungswesen, über schlechte Wohnbedingungen und mangelnde Perspektiven nach dem Studium beklagten. Sie fanden viel Zustimmung beim Volk und bald wurde der Protest ausgeweitet und sehr viele andere gingen ebenfalls auf die Straße. Das Ziel war jetzt die Absetzung der jetzigen Regierung.

Ob ich zu Besuch war oder im Geschäft oder beim Geldwechsler, überall liefen diese Bilder im Fernsehen. Die Massen vor dem Regierungspalast, die lautstark protestierten. Es sind die Stimmen von Menschen, die sich von ihrer Regierung im Stich gelassen fühlen, die versklavt sind von der allgegenwärtigen Korruption. Ob in Schulen, Universitäten, Krankenhäusern, es scheint kaum einen Ort zu geben, an dem man sicher vor ihr wäre. Es ist die Stimme eines Volkes, das sich nach Veränderung sehnt, das ihre Zukunft in ihrem Land sehen möchte und nicht in dem scheinbar besseren Leben „jashtshteti“ (im Ausland).

Ich kann sie so gut verstehen. Nahezu sechs Jahre in diesem Land habe ich zu viel von all dem gesehen, worüber sich diese Menschen ärgern und beschweren. Und ich hoffe und bete, dass Gott in all dem Veränderung schenkt. Dass er Gerechtigkeit schenkt in diesem Land. 

Und gleichzeitig schaue ich auf die Proteste, die angeführt sind vom oppositionellen. Und ich frage mich: würden die es besser machen? Ich kenne die Antwort nur zu gut. Ich denke mit ziemlicher Sicherheit sagen zu können: auch sie werden nicht viel verändern können. Die Korruption ist in diesem Land wie ein Krebsgeschwür, das streut und immer weiter streut. Und was für eine Total OP wäre nötig, es zu beseitigen? Ist das menschlich gesehen überhaupt möglich? 

Wie war sind hier die Worte des 146. Psalms:

Verlasst euch nicht auf Mächtige,
Nicht auf irgendeinen Menschen,
Bei dem doch keine Hilfe zu finden ist!
Wenn er den letzten Atem aushaucht, so wird er wieder zu Erde,
Und am selben Tag ist es vorbei mit all seinen Plänen.

Glücklich zu preisen ist, wer den Gott Jakobs zum Helfer hat,
Wer seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt,
Auf ihn, der Himmel und Erde erschaffen hat,
Das Meer und alles, was darin lebt,
Auf ihn, der für alle Zeiten die Treue hält.

Den Unterdrückten verschafft er Recht, 
Den Hungernden gibt er Brot.
Der Herr befreit die Gefangenen,
Der Herr öffnet die Augen der Blinden,
Der Herr richtet Gebeugte auf,
Der Herr liebt Menschen, die seinen Willen tun.

Ja, wahre Hilfe findet jeder Mensch nur in Gott. 
Kein Mensch mit allen Versprechungen, die er macht, kann jemals das geben, was nur Gott geben kann. Wir wünschen uns sehr, dass der Schrei der unterdrückten Menschen hier nicht so sehr an Eddi Rama geht, sondern dass er zu Gott erschallt. Wir beten dafür, dass das albanische Volk ihre Hilfe vor allem bei Gott sucht. 
Das soll nicht heißen, dass sie nicht protestieren sollen. Dass sie aufstehen gegen Korruption. Das ist gut und richtig. Aber ihre Hoffnung sollen sie nicht in irgendeinem Präsidenten finden, sondern in Gott. Darum sind wir auch hier...

Holz für den Winter

Stell dir vor, wie es ist, wenn du den Winter vor Augen hast, aber du weißt nicht, wie du deine Wohnung warm bekommen sollst. Holz für einen Ofen kannst du dir nicht leisten, weil du keine Arbeit hast. Das wenige Kleinholz, dass du dir im Wald gesammelt hast, das wird dir wohl nur für zwei, drei Wochen reichen.

Du kannst es dir wahrscheinlich nur schwer vorstellen. Aber dieser Zustand ist für sehr viele Menschen in unserer Region die Normalität. 

Diese Not zu erleben macht uns immer wieder zu schaffen. Wir sind froh, dass wir nur vereinzelte Schicksale kennen, denen es so geht. So können wir gezielt im kleinen an den Lebensumständen etwas ändern. Dies tat ich letzte Woche durch folgende Aktion. 

Vor einigen Wochen fand in unserer Heimatgemeinde eine Aktion statt. Kinder hatten Brot zum Erntedankfest gebacken, welches dann verkauft wurde. Der Erlös sollte den armen Menschen in unserer Has-Region zugutekommen. Es kamen 290 Euro zusammen. Der Betrag wurde uns umgehend überwiesen, damit wir losziehen und helfen, wo Hilfe nötig ist. 

Mir, Danny, fielen gleich zwei Familien ein, die von Leid geplagt in großer Not sind. Die eine Familie aus dem Dorf Vranisht lebt einsam in einem abgelegenen Teil des Dorfes. Niemand kümmert sich um diese Familie. Sie ist viel mehr verachtet, weil sie zwei behinderte Kinder(Mädchen 18 & Junge 20 Jahre alt) haben. Durch das Leiden der zwei Kinder sind auch die Eltern erkrankt. Die zwei älteren gesunden Töchter führen jetzt den Haushalt, wobei die eine an Magersucht leidet. Ihr Chancen unter diesen Bedingungen einen Mann zum Heiraten zu finden, stehen bei Null. 

Diese Familie hatte zwar Holz. Dies hatten sie unter mühevoller Arbeit selbst mit der Axt im Wald geschlagen. Als ich die meterlangen Stücke Holz sah, wusste ich, ich muss mal jemanden holen, der das Holz in kleinere Stücke sägt. Dies hatte die Familie früher immer mit der Axt getan, aber wir wollten ja, helfen. Zudem war auch noch der offen kaputt und so kaufte ich auch einen neuen Ofen für die Familie.

Kostenfaktor: 6600 Lek/53 Euro für die Arbeiter mit der Motorsäge. und 14.000 lek/112 Euro für den Ofen. 2 Sack Mehl 2500/20 Euro = 185 Euro.

Die andere Familie, der wir schon viel geholfen haben, leidet immer noch daran, dass die Mutter vor vielen starb und den Vater mit 7 Kindern allein ließ. Das jüngste Mädchen war noch nicht mal zwei. In all den Jahren verstand der Vater es nicht angemessen für seine Familie zu sorgen. Zwei der Jungs sind im Gefängnis. Jeder in unserer Stadt findet schlechte Worte über diese Jungs, weil sie stadtweit als Diebe bekannt waren. Der Vater ist mit drei Mädchen im Teeniealter und einem Jungen zu Hause. Immer wieder betteln sie bei uns um Hilfe. 

So bezahlte ich auch dieses Jahr für die Familie das Holz und den LKW Transport. Klar, könnte man fragen, warum der Mann nicht selbst für seine Familie sorgen kann. Aber wenn die Menschen schon nichts zu Essen haben, dann ist es mühsam zu fragen, warum der Familienvater nicht die 100 Euro für Winterholz besorgen kann.

Wir bedanken uns herzlich bei all denen, die sich beteiligt haben.

Wie alles begann

Hin und wieder fragen uns Menschen, wie es dazugekommen ist, dass wir unseren Dienst nun in Albanien tun. Diese Frage ist gar nicht so schwer zu beantworten. 

Eigentlich wollten wir gerne Jesus in die arabische Welt folgen, aber Gott hatte in seiner Weisheit entschieden, dass er uns dorthin keine Tür öffnet. 

Wir waren jedoch entschlossen nach einem Platz zu suchen, an den Jesus uns senden will. Unsere Missionsleiter wusste, dass wir auf der Suche sind nach einem Platz. Er kannte die Situation in Albanien. Seit Jahren war er Betreuer von dem Team vor Ort. Somit schrieb er uns im Dezember 2012 eine E-Mail, in welcher er uns die Arbeit in Krume vorstellte. Seiner Meinung nach würde die Aufgabe gut zu uns und unseren Begabungen passen.

Wir zögerten nicht lange und machten uns auf den Weg nach Albanien. Auch wenn dieses Land bisher nicht auf unserem Radar war, wollten wir uns dem möglichen Reden Gottes nicht verschließen. 

Ende Januar machten wir uns auf den Weg nach Albanien, um für 3 kurze Tage das Team und die Arbeit kennenzulernen. Von den äusseren Bedingungen her hatte dieser Trip nichts Schönes an sich. Das Wetter war sehr schmuddelig. Alles war grau und düster. Und überhaupt war unser Gesamteindruck nicht sehr positiv. Sollte das wirklich der Ort werden, an den Gott uns führt?

Nach der Reise erstellen wir ein Video mit einigen Eindrücken von dem Trip. (Vielleicht hast du es noch nicht gesehen). Auf jeden Fall: so fing alles an. Und jetzt sind wir hier schon 5 Jahre. 

Einige Wochen später, wir waren schon im Vorbereitungskurs, legte Gott einen Frieden in unser Herz. Wir entschieden uns dafür, seinem Ruf nach Albanien zu folgen. Erst am nächsten Morgen bestätigte Gott uns diese Entscheidung, indem er uns zwei Verse in den Losungen gab, die wir als klares Reden Gottes empfanden.

Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. 

Jesaja 55,12

Dieser Vers war schon Rahels Aussendungsvers, als sie für 9 Monate nach Haiti ging. 

Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen.

Lukas 22,35

Dieser Vers sprach ebenso in deutlicher Weise für uns. Gott sagte uns damit zu, dass er uns nach Albanien senden will, und dass wir keinen Mangel leiden werden. Das war uns Zusage genug. Und so haben wir unseren Gott auch in all den Jahren erlebt. Wir hatten keinen Mangel. 

Und nun sind wir schon 5 Jahre hier. Gott ist gut. Wir staunen und danken ihm für alles, was er durch diesen ersten Trip getan hat.

Wann sind wir am sichersten?

Dieser Artikel ist Teil der Artikelreihe "Zitat der Woche". In diesen Artikeln greife ich Zitate auf, die ich meistens auf Twitter entdeckt habe. Ich will dabei diese Zitate für mich durchdenken und vielleicht nimmst du auch etwas mit.

Das erste Zitat stammt von John Newton. Newton ist vor allem bekannt als Autor des Liedes Amazing Grace. Seine Geschichte ist sehr bewegend. Gott machte aus diesem üblen Menschen, der ein Sklavenhalter war, einen Pastor, der sich aufopferungsvoll um die Seelen seiner Mitmenschen kümmerte.

Unzählige Briefe von Newton sind uns überliefert. Und diese Briefe sind voller kostbarer Gedankenperlen, in denen Newton immer wieder Christus und seine Bedeutung für unser Leben groß macht. Wie zum Beispiel in folgendem Zitat. 

We are never more safe than when we are most sensible that we can do nothing without Christ.

John Newton

Übersetzt heißt das soviel wie:

Niemals sind wir sicherer als dann, wenn wir uns am meisten der Tatsache bewusst sind, dass wir nichts ohne Christus tun können.

Lass diesen Gedanken mal sacken. Ja, es stimmt, Jesus hatte gesagt, dass wir nichts ohne ihn tun können. Und vielleicht kennst du den Vers auch auswendig, wo Jesus das gesagt hat. In Johannes 15,5 steht:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Ich will hier jetzt nicht vertieft auf diesen Vers eingehen, aber eines ist unmissverständlich klar. Ohne Jesus können wir nichts tun. Wir wissen das, und kennen den Vers auswendig, zumindest ich, aber die Frage ist:

Wie viel bedeutet uns diese Wahrheit? Welche Relevanz hat sie für unser Leben?

Und genau hier greift dieses Zitat von John Newton. Wenn wir das Zitat nochmal bedenken ist es natürlich wichtig erstmal zu bemerken, dass es bei dem Thema "sicher sein" nicht um unser leibliches Wohlbefinden geht. Sondern dieses Zitat spricht von der Sicherheit auf unserem geistlichen Weg.

Die größte Sicherheit in unserem geistlichen Reifeprozess finden wir in der Tatsache, dass wir nichts ohne Jesus tun können. Das vergessen wir oft und wir sind uns dessen nicht bewusst, aber wenn wir unseren geistlichen Weg mit allen Herausforderungen sicher meistern wollen, dann müssen wir in diesem Bewusstsein wachsen. Ohne Jesus können wir nichts tun.

Ich muss ganz konkret daran arbeiten und mich mehr von dieser Wahrheit leiten lassen. Sie muss mein ganzen Denken und Handeln bestimmen. Und dafür will ich unbedingt beten. 

Vielleicht möchest du folgendes Gebet mit mir beten?

Kostbarer Herr Jesus, danke dir dafür, dass du in mir lebst. Es tut mir leid, dass ich so oft in eigener Kraft und ohne dich meinen Weg gehe. Bitte vergib mir. Du sehnst dich danach, dass ich mit dir in Gemeinschaft lebe und du möchtest mir alles geben was ich brauche. Du leitest mich sicheren Schrittes den Weg zu dir. Ich bitte dich. Hilf mir in dem Bewusstsein zu wachsen, dass ich nichts ohne dich tun kann. Amen

Du ziehst mich immer noch zu dir

Vor einer Woche war ich echt am Ende. Ich hatte eine ziemlich stressige Zeit hinter mir. Mir ging es nicht gut, sowohl geistlich, als auch emotional. Irgendwie war ich einfach traurig. Ich war antriebslos und ich fühlte mich weit weg von Gott. Meine Beziehung zu Gott war, um es direkt zu sagen, am Tiefpunkt. 

Ehrlich gesagt hatte ich sogar Sorgen, dass ich mich in einen Zustand verrannt hatte, aus dem ich nicht so schnell rauskommen würde. Drohende Worte wie Burnout oder Erschöpfungsdepression kamen in meinem Kopf auf.

Doch meine Traurigkeit, die mich von einer Woche noch lähmte, ist verflogen. Meine Gottesferne, die ich als sehr bedrückend empfand, ist gewichen. Gott hat mich in seiner Güte wieder zu sich gezogen.

Wie sehr ich mich auch verdammt hätte. Wie schuldig ich mich doch fühlte für meine Untreue, Gleichgültigkeit und mangelnde Liebe zu Gott. Mein treuer Gott hat mich überwältigt mit seiner unwiderstehlichen Gnade. Er hat sich mir zugewandt und mir gezeigt, um was es wirklich geht.

Ein Lied von Audrey Assad "I`m still drawn to you" beschreibt sehr gut, was ich empfinde. Darin beschreibt die Sängerin eine Situation ähnlich der meinen. Doch in mitten des Verlusts und der Traurigkeit steht das Bekenntnis. "Nach allem was ich hatte, nach allem was ich verlor, Herr, ich weiß das eine ist wahr: Du ziehst mich immer noch zu dir." 

Vielleicht brauchst auch du diese Botschaft, dass Gott für dich da ist und dich zu sich zieht, egal wo du gerade geistlich stehst. 

[Verse 1]
All my devotion is like sinking sand
I've nothing to cling to but Your sweet hand
No clear emotions keeping me safe at night
Only Your presence, like a candle light

[Chorus 1]
After everything I've had
After everything I've lost
Lord, I know this much is true
I'm still drawn to You

[Verse 2]
I pour out my sorrows just like a precious oil
I kiss Your feet, Lord, with a holy joy
My tears an offering of my highest praise!
Your eyes say "Welcome," and I receive Your gaze

[Chorus 2]
'Cause after everything I've had
And after everything I've lost
Lord, I know this much is true
I'm still drawn to You!
After everything's been said
After everything love costs
Lord, I know this much is true
I'm still drawn to You

[Outro]
Lord, I know this much is true
I'm still drawn to You!

Mein 2-jähriges - Bin ich wirklich glücklich hier?

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von unserer Teamkollegin Alexanda. Wir waren echt bewegt von ihren Gedanken und wollten sie gerne mit euch teilen. Sie schreibt über ihr Leben in diesem Blog.

In den letzten Wochen hatten wir viel Besuch aus Deutschland. Ein Gebetsteam aus meiner Gemeinde, eine Familie, meine Eltern, die Eltern meiner Kollegin, ein Hilfs-Transport mit einem Team…und wir haben viel geredet, über das Leben hier, die Kultur, was Gott hier tut, unsere Arbeit, und vieles mehr. Dabei habe ich gemerkt, wie dankbar ich bin hier zu sein. Dass es natürlich auch sehr herausfordernd ist. Aber dass es sich genau richtig anfühlt.

Ich habe vor kurzem nochmal ein Zitat von Katie Davis gelesen, das mir so aus der Seele spricht. Sie ist eine junge Frau (Jahrgang 1989) aus den USA, die ihr komfortables Leben mit allen Möglichkeiten in der Heimat aufgegeben hat, um Gott und Menschen in Uganda zu dienen. Ohne ein Studium beendet zu haben lebt sie jetzt dort und hat 13 Waisenkinder adoptiert. In ihrem Buch „Leben für Ugandas Kinder“ beschreibt sie ganz ehrlich was sie denkt und fühlt:

„Wisst ihr, was ich mir manchmal wünsche? Ich würde gerne shoppen gehen und mir ein paar wahnsinnig teure Schuhe kaufen. Oder mit meinen Freundinnen klönen, während wir gemeinsam eine ganze Packung von unserem Lieblingseis verdrücken. Ich würde gerne mal wieder eine dieser banalen Fernsehserien anschauen oder mit meinem Freund kuscheln. Manchmal würde ich nichts lieber tun, als in mein cooles Cabrio zu steigen, zum nächsten Supermarkt zu fahren und einfach alles zu kaufen, worauf ich gerade Lust habe. Ich würde gerne mit meiner Familie zusammenleben, anstatt morgens alleine aufzuwachen. (…) Im Grunde möchte ich ein ganz normales Leben führen. Ehrlich.

Aber…

Wisst ihr, was ich mir noch mehr wünsche? Und zwar nicht nur manchmal, sondern IMMER? Ich möchte an jedem einzelnen Tag meines Lebens innerlich ausgefüllt sein. Ich möchte von 100 Kindern umarmt und geliebt werden und keinen einzigen Tag mehr erleben, an dem ich nicht aus vollem Hals lachen kann. Ich möchte morgens von einem krähenden Hahn und meinen zwei afrikanischen Hunden geweckt werden und von meinem Fenster aus den Nil sehen können. Ich möchte immer wieder herausgefordert werden und ständig Neues dazulernen. Von denen, die ich unterrichte, will ich lernen, und ich möchte den Menschen, die vielleicht nie davon erfahren würden, von Gottes Liebe weiter erzählen. (…) Was ich tue, soll diese Welt verändern, und ich will dem Ruf folgen, den ich tief in meinem Herzen gespürt habe. Ich will mein Leben verschenken, indem ich Gott in jeder einzelnen Sekunde und mit jedem Atemzug diene.“

Wisst ihr, was ich, Alex, mir manchmal wünsche?

Ich würde gerne mit meinen zwei Neffen ins Trampolino gehen, sie jeden Tag in den Arm nehmen und ihnen sagen, wie lieb ich sie habe. Oder mit meiner Schwester gemütlich im Garten in der Sonne sitzen und gute Gespräche führen. Ich würde mit meinen Freundinnen lecker Kaffee trinken gehen und Leute beobachten. Oder eine interessante Fortbildung in meinem Beruf machen. Manchmal würde ich einfach gerne mal wieder feiern und abtanzen gehen. Oder um den Unterbachersee joggen. Ich würde gerne meine Freunde in Peru besuchen und danach endlich eine Weltreise machen. Und  wie sehr würde ich mir wünschen sonntags im Gottesdienst in meiner Gemeinde zu sein, den Lobpreis, die Predigt und Jesus Gegenwart zu geniessen.

Aber…

Ich wünsche mir, dass ich jeden Abend ins Bett gehen kann mit einem Herzen das erfüllt, glücklich und voller Frieden ist. Ich wünsche mir, dass ich für viele Menschen ein Hoffnungs- und Freundenbringer sein kann, weil ich ihnen von Jesus Liebe erzähle. Dafür möchte ich an Orte und zu Menschen gehen, die von anderen vergessen wurden und werden. Dass ich ihnen vielleicht zum ersten Mal von Jesus, der sie liebt, erzählen kann. Ich möchte jeden Tag leckeres Obst und Gemüse direkt vom Feld oder Garten genießen und mit Frauen, die ich auf der Straße treffe oder kennen lerne spontan Kaffee trinken gehen.

Ich möchte nicht in Luxus und Sicherheit leben und dabei mit der Zeit vergessen, dass mein Leben in Gottes Hand liegt und ich von ihm abhängig bin. Ich wünsche mir, dass Menschen, die medizinisch so schlecht versorgt sind, erleben, wie Gott sie heilt. Ich wünsche mir, dass ich Menschen, die depressiv, traurig und hoffnungslos sind ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Ich möchte erleben, wie Gott eingreift und wirkt, wenn ich am Ende bin. Dass er mir Liebe gibt für Menschen, die von vielen nicht geliebt werden. Ich will jeden Tag meines Lebens mit Sinn leben. Für Gott und für meinen Nächsten. Ich möchte mit meinem Leben den ehren, der mir wirkliches Leben geschenkt hat.

Volle Wochen liegen hinter uns, Trennung liegt vor us

Wahrscheinlich wirst du es dir schon gedacht haben, aber an dieser Stelle wollte ich es nochmal sagen. Die letzten Wochen waren sehr voll bei uns. Wir hatten verschiedene Leute zu Besuch, ich hatte verschiedene praktische Projekte umzusetzen und letzte Woche kam ein Hilfstransport in unsere Stadt. 

Immer wieder kam mir der Gedanke, dass wir doch wieder mal was schreiben müssten auf unserem Blog. Doch trotz allem Willen, fehlte dann am Ende des Tages die Kraft und die Inspiration, um hier mal was zu veröffentlichen.

Danke, dass du Verständnis dafür hast. Wir haben die letzten Wochen am Rande unserer Kräfte gearbeitet. Rahel hat sich tapfer geschlagen mit ihrer Schwangerschaft und drei lebendigen Kindern, und vielen anderen Aufgaben, die sie immer wieder mit Zuversicht angepackt hat. Ich musste mit meiner Erschöpfung immer wieder meine eigenen Grenzen anerkennen. 

Als letzten Freitag der Hilfstransport und das Einsatzteam abreisten, atmeten wir auf. Wir haben mit Erfolg sehr volle Wochen bewältigt. Ich denke, wir konnten den vielen Besuchern hier vor Ort ein Segen sein, in dem wir uns mit Liebe und Leidenschaft um sie gekümmert haben. 

Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt. Morgen fliegt Rahel mit unserer kleinen Tochter nach Deutschland. Weil sie in der Spätschwangerschaft nicht mehr fliegen kann, wird sie morgen 4 Wochen vor der Geburt nach Deutschland gehen. Ich bleibe mit den beiden Großen noch zwei Wochen länger in Albanien.

Für mich stehen noch einige Aufgaben an. Einige Projekte müssen abgeschlossen werden und 15 kbm Winterholz will ich auf jeden Fall besorgen. Vor allem aber will ich mir nach den vielen vollen Wochen wieder Zeit nehmen, um für die Männer der Stadt da zu sein, um sie zu lieben und ihnen mehr von Jesus zu erzählen.

Danke, wenn du für uns betest in dieser Zeit der Trennung. Ich mit zwei Kindern allein. Rahel schwanger mit einem Kind. Wir brauchen beide Gebet, um die nächsten Wochen mit Freude durchzustehen. 

Hilfe für Lorena

Gestern waren wir wegen einem Bluttest im lokalen Krankenhaus und wir haben mal wieder feststellen müssen, wie reich gesegnet wir in Deutschland mit einem gut funktionierenden Gesundheitssystem sind. (Ja, es gibt auch dort viele Mängel und einen großen Pflegenotstand, aber im Vergleich zu den Zuständen in Albanien, sind die Verhältnisse in Deutschland ausgezeichnet.)

Wir wünschten, wir könnten dir mal einen kleinen Einblick in ein Krankenhaus hier in Albanien liefern, damit du siehst, unter welchen Umständen die kranken Menschen hier Linderung und Heilung suchen. Und damit du ein klein wenig mehr dankbar bist für die gute Gesundheitsversorgung in Deutschland.

So erging es auch letzte Woche Avni und seiner Tochter Lorena. Sie wurde vor 13 Jahren mit einer Hüftdysplasie geboren. Diese wurde nicht rechtzeitig behandelt, so dass es zu Folgeschäden kam. Damit Lorena mit ihren Hüftproblemen in eine Schule gehen konnte, zog Vater Avni mit seiner Familie (5 Kinder) vom Dorf in unsere Stadt.

Seit ihrem 7. Lebensjahr wurde Lena mehrmals in staatlichen Krankenhäusern operiert, aber die Operationen waren ohne sichtbaren Erfolg.

Deshalb nahm der Vater zu guter letzt 2000 Euro Schulden auf, um die Hüftoperation an einer Privatklinik zu bezahlen. Ihm wurde versichert, dass darin alle Kosten enthalten sind, auch die Kosten der Stahlstiftentfernung. Diese OP vor 3 Jahren erzielte endlich den erwünschten Erfolg.

Doch als er jetzt ins Krankenhaus ging, um den Stahlstift aus der Hüfte entfernen zu lassen, teilte ihm der Arzt mit, dass er nochmal 700 Euro auf den Tisch legen müsse, um diese Behandlung zu bekommen. 

Wir wissen nicht, ob Arni nicht richtig informiert wurde, oder ob er sogar betrogen wird, indem man die erneuten Behandlungskosten einfordert. Eins wissen wir: Der Arzt im staatlichen Krankenhaus verweigert die Operation, weil es in Albanien ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass derjenige, der das Metall eingebaut hat, es auch rausholen muss. Deshalb gibt es keine andere Möglichkeit.

Wer ist die Leidtragende bei dem Ganzen? Lorena. Sie hat immer größere Schmerzen, weil der Stift schon lange hätte rausgeholt werden müssen und sie weiter wächst. 

Ich versprach dem Vater, dass ich prüfen will, inwieweit wir ihm helfen können. Und jetzt ist meine Frage an dich: 

Willst du uns helfen, die Op-Kosten von 700 Euro für Lorena zu finanzieren? 

Solch eine Anfrage versenden wir in dieser Weise zum ersten Mal. Und wir möchten mit solcher Art von Hilfsangeboten auch vorsichtig sein. Wir fühlen uns dennoch gedrängt, dieser Familie in Not ganz praktisch zu helfen. 

Möchtest du mitmachen? Jeder Betrag ist eine Hilfe für die Familie, die den fehlenden Betrag dann selbst ausgleichen muss. 

Falls du  dich mit einem Betrag an der Hilfe für diese Familie beteiligen willst, dann sende deine Spende an unser Privatkonto mit dem Betreff "für Lorena". So können wir das Geld unkompliziert an den Vater weitergeben, damit schnellstmöglich die Operation durchgeführt werden kann. 

Die Daten sind: 

Empfänger: Danny Fröse
Bank: DKB
IBAN: DE72 1203 0000 1011 3018 25
BIC: BYLADEM1001

Falls du mitmachen willst, bedanken wir uns schonmal herzlich für dein Mitgefühl und die Hilfe. Gott segne dich.

Wie du einen geistlichen Durchbruch erlebst

Was wünscht du dir für dein geistliches Leben? Geht es dir vielleicht so wie mir? Gibt es eine gewisse Unzufriedenheit in deinem Leben, weil du merkst, dass das, was du mit Jesus erlebst, nicht alles sein kann? Da muss es doch mehr Freude, mehr Heiligkeit und mehr Gottesnähe geben.

Ähnlich erging es auch dem großen China-Missionar Hudson Taylor. Trotz eines jahrelangen Dienstes in der Mission war er in seinem Glaubensleben noch nicht an dem Punkt angekommen, der für ihn tiefste Erfüllung bedeutete.

Im folgenden schildere ich, wie Hudson Taylor einen geistlichen Durchbruch erlebte (entnommen aus dem Buch "Das geistliche Geheimnis Hudson Taylors").

Der Wunsch Gott mehr zur erleben

John McCarthy war ein Mann, mit dem Hudson Taylor im Briefkontakt stand. Diesem schilderte Taylor von seinen geistlichen Kämpfen. McCarthy schrieb darauf hin zurück:

"Ich wünschte, ich könnte jetzt mit Ihnen über den Weg zur Heiligung reden! Seit Sie mit mir darüber gesprochen haben, hat dieses Thema mich ganz und gar eingenommen. Nicht, weil ich so etwas gelesen hätte …. sondern aus dem Bewusstsein des Versagens, des ständigen Zukurzkommens dessen, was ich meinte, erreichen zu müssen, eine innere Unruhe, das ständige Bestreben, irgendeinen Weg zu finden, durch den man ständige Gemeinschaft mit Gott haben konnte, diese Verbindung, die manches Mal so real, doch manches Mal so gänzlich unvorstellbar, ja so weit weg war!…

Ehrlich gesagt finde ich mich wieder in dieser Beschreibung. Ich suche auch nach einem Weg und eine innere Unruhe herrscht in mir. Doch achten wir darauf wie McCarthy diesen Streben bewertet:

"Wissen Sie, ich meine jetzt, dass dieses Streben, Verlangen und Hoffen auf bessere Tage nicht der wahre Weg zu Heiligung, zum glücklich sein oder zu Brauchbarkeit ist. Er ist zweifellos besser, weit besser, als mit schlechten Ergebnissen zufrieden zu sein, aber bei weiteem nicht der beste Weg."

Für McCarthy stand fest, dass es einen anderen Weg geben muss, um mehr mit Gott zu erleben. Mehr in der Heiligung zu leben und mehr Freude zu empfinden.

Der Weg der Heiligung

Ein Brief an Taylor enthält dann eine Beschreibung, wie Heiligung tatsächlich stattfindet.

Der Abschnitt eines Buches mit dem Titel “Christus ist alles” hat mich getroffen. Da heißt es: Den Herrn Jesus annehmen bedeutet, mit Heiligung zu beginnen; den Herrn Jesus zu lieben bedeutet, in der Heiligung zu wachsen; mit dem Herrn Jesus zu rechnen, bedeutet völlige Heiligung.

Derjenige ist am heiligsten, der am meisten von Christus in sich hat und der sich an dem getanen Werk am meisten erfreut. 

Im christlichen Leben geht es zentral darum, Christus anzunehmen, ihn zu lieben und mit ihm zu rechnen. Das ist laut McCarthy der Schlüssel zu einem erfüllten geistlichen Leben.

Nicht mehr abmühen sondern ruhen

Der folgende Abschnitt wendet sich dann gegen das geistliche Abmühen, dass viele Christen, zumindest gehöre ich zu denen, auszeichnet. Da ist zu viel Anstrengung und zu wenig in Jesus ruhen. Aber lies selbst:

....Diesen letzten Satz kann ich jetzt völlig zustimmen. Meinem liebenden Heiland zu gestatten, seinen Willen in mir zu wirken - nämlich meine Heiligung -, das ist es, wofür ich durch seine Gnade leben sollte. In ihm bleiben, nicht streben oder sich abmühen, wegschauen und zu ihm hin, ihm vertrauen für gegenwärtige Kraft. In der Liebe eines allmächtigen Heilandes ruhen, in der Freude einer vollkommenen Erlösung von allen Sünden, das alles ist nicht neu, und doch ist für mich neu.

Ist das nicht treffend beschrieben? Es geht um das Ruhen in Jesus. Wahrscheinlich ist dir das nicht neu, und doch müssen wir dies in der tiefe begreifen, damit es real wird.

Ein verändertes Leben

Doch was geschieht wenn wir dieses geistliche Geheimnis ergreifen? Wie empfinden wir das? Die Antwort ist ein verändertes Leben und eine völlig neue Perspektive auf das Leben mit Jesus. Im Brief an Taylor beschreibt McCarthy seinen Durchbruch.

Ich meine, das Dämmern eines neuen Tages wäre über mir hereingebrochen. Ich begrüße ihn mit Zittern, doch mit Vertrauen. Es scheint, ich sei nur zum Rand eines unendlichen Meeres gelangt, dass ich erst genippt hätte an dem, was doch völlig befriedigt. Christus ist mir jetzt buchstäblich alles, die Kraft, die einzige Kraft zum Dienst, der einzige Grund für unwandelbare Freude.

Was lernen wir daraus? Es gibt so viel mehr zu entdecken und zu erleben im Leben mit Gott. 

Christus: Der Gegenstand unserer Gedanken

Meine Gedankenwelt ist oft bestimmt von so vielen Dingen. Und Christus ist nur ein Bestandteil meiner Gedanken. Doch auch hierzu findet McCarthy treffende Worte:

Wie soll denn unser Glaube wachsen? Nur indem wir an das denken, was Jesus für uns ist: Sein Leben, sein Tod, sein Werk; er, wie er uns im Wort offenbart wird, er muss der Gegenstand unserer Gedanken sein. Nicht ein Streben nach Glauben … sondern ein Wegschauen auf den Getreuen, das scheint alles zu sein, was wir brauchen, ein völliges Ruhen in dem Geliebten für Zeit und Ewigkeit.

Als Hudson Taylor diesen Brief an ihn las, öffneten sich ihm die Augen. Er schrieb: "Als ich das las, sah ich mit einem mal alles. Ich schaute auf Jesus, und als ich hinschaute - wie überströmte da die Freude."

Nach diesem geistlichen Durchbruch sehne ich mich. Und ich wünsche mir, dass auch du zu diesem geistlichen Geheimnis durchdringen kannst.