Bin ich ein Boss oder Diener?

von Danny Fröse am 18. August 2014

Als Chef vom Fitnessstudio könnte man mich als Boss bezeichnen. Und genau das tat Edmond, als er zuletzt meine Nummer in sein Handy einspeichern wollte. Er fügte zu meinem Vornamen einfach den Titel "Boss" in das Feld für Nachname ein. Das sah dann in seinem Handy so aus. deni boss

Allerdings fühlte ich mich bei diesem Titel nicht wohl. Rechtlich gesehen bin ich wohl der Boss, denn ich trage die Verantwortung. Von den Jungs im Fitness will ich aber keinesfalls als Boss bezeichnet werden.

So sagte ich dem Edmond, ich hätte einen besseren Titel, den er verwenden könne. Für die Menschen in der Stadt und auch für die Jungs im Fitness will ich ein Diener sein. Das hört sich komisch an, aber genau so ist es.

Doch wie sollte ich dem Edmond diese Tatsache vermitteln. Ich kannte nur das Verb für dienen = sherbim. Damit versuchte ich ihm zu erklären, wie ich bezeichnet werden will. Allerdings machte es nicht gleich klick bei ihm. Ich brauchte weitere Erklärungsversuche, bis wir den richtigen albanischen Begriff für Diener fanden. Sherbyes. Edmond war natürlich erstaunt und konnte es gar nicht fassen, aber er gab sich damit zufrieden.

Ja, nun bin ich als Kontakt in Edmonds iPhone tatsächlich "Deni Sherbyes". Also Danny Diener, um es in Deutsch auszudrücken.

Ich glaube nicht, dass ich diesen Titel nun ein für alle Mal als Spitznamen mit mir herum tragen werde. Aber Edmond und seinem Freund Meridian konnte ich erklären, was ich mit diesem Titel beabsichtige.

Ich will für die Menschen da sein, sie lieben und ihnen dienen.

Wir waren uns einig, dass dies absolut nicht Kultur angepasst ist. Denn wenn jemand in Albanien der Chef oder Boss ist, dann verbindet er diese Aufgabe keinesfalls mit der Identität eines Dieners.

Ich habe mich entschieden entgegen der Kultur zu handeln. Ich will Autorität durch meine liebende, hilfsbereite, entgegenkommende Haltung gewinnen und nicht durch einen Titel und die rechtliche Stellung.

Jesus ist mir hier das größte Vorbild, der auch als Boss auf diese Welt kam. Immerhin hatte er sie geschaffen. Doch er gab sich nicht als Boss aus, sondern er war da, um den Menschen zu dienen und sein Leben zu geben. Er erniedrigte sich selbst, wurde einer von uns und war Gott gehorsam bis zum Tod. (vgl Markus 10,45, Phil 2,5-11)

Diese Selbsterniedrigung verschaffte ihm am Ende die allerhöchste Autorität, die er nun für immer innehat.

Und so will ich ihm an Ende danken:

Danke Jesus, dass ich dich nachahmen darf und dass ich ein Diener sein darf, in einer Kultur, der das völlig fremd ist.

 

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