Was mich heute traurig gemacht hat

Ich habe hier zwei liebe Freundinnen, die auch an Jesus glauben, mit denen ich bete und Bibel lese. Diese zwei Frauen sind mit fanatischen Männern verheiratet. Was das bedeutet hat Danny hier ausgeführt. Wenn ich sie sehen will, dann muss ich zu ihnen nach Hause gehen. Sie können aus verschiedenen Gründen so gut wie nie zu mir kommen.

Nun hatte eine von beiden Geburtstag und ich wollte sie schon sehr lange mal in ein schönes Café etwas außerhalb von Krume, aber nicht weit, einladen. Einfach mal ein anderes Umfeld, eine andere Ambiente, mal raus von den teilweise auch erdrückenden Umständen in ihrem zuhause. Wir hatten es ausgemacht und ich hatte den festen Glauben, dass es klappen wird. Zum Geburtstag mal einen Kaffee trinken zu gehen ist hier eigentlich selbst für Frauen mit fanatischen Männern schon drin.

Als ich mich dann heute nochmal vergewissern wollte, ob es auch klappt, musste ich die Nachricht hinnehmen: „Nein, nein, wir haben keine Erlaubnis.“

Irgendwie hat es mich diesmal mehr getroffen. Ich kenne ja die Kultur hier nun schon seit fast sechs Jahren. Ich kenne diese teilweise oft unerträglichen Umständen mancher Frauen hier leider viel zu gut. Ich kenne diese Engstirnigkeit. Ich kenne diese Männer, die selbst den ganzen Tag unterwegs sind und sich nicht blicken lassen, aber ihre Frauen zuhause einsperren und ihnen jegliche Freiheit nehmen. Ich kenne es nur zu gut. An manchen Tagen nehme ich es hin, weil es halt so ist. An anderen Tagen, da macht es mich innerlich traurig und wütend zugleich.

Es tut mir für mich leid, dass ich hier nicht einmal mit meinen guten Freundinnen einfach einen Kaffee trinken kann. Aber noch mehr tut es mir für diese Frauen hier leid. Stell dir vor, du müsstest bei allem, was du tust, deinen Mann um Erlaubnis fragen. Er entscheidet, was du tun darfst und was du lassen musst. Er entscheidet alles über dich. Stell dir vor, dass das ein Mann ist, der selbst sich nur rumtreibt, keine geregelte Arbeit hat, sein Geld verspielt oder vertrinkt, dich anschreit und keinen Finger krumm macht zuhause. Stell dir vor, dass dieser Mann über dich und dein Leben entscheiden darf.

Ich finde es schlimm. Heute finde ich es richtig schlimm. Und ich leide innerlich mit all diesen Frauen (und es gibt derer unzählige auf dieser Welt), die so leben müssen.

Und ich will einmal mehr dankbar sein, dass ich zu den glücklichen Frauen gehören darf, die einen Mann hat, der sie liebt, der sie schätzt, der ihr Freiheit gibt und der sich um sie und ihre Kinder liebevoll kümmert. Ein Geschenk! Etwas, was wir viel zu schnell als selbstverständlich ansehen!

Meine beiden Freundinnen, nun, die werde ich wieder in ihrem zuhause besuchen gehen. Und wir werden dort wieder unseren türkischen Kaffee trinken. Oder ich rufe selbst ihre Männer an und frage um Erlaubnis. Ganz sicher werden sie mir gegenüber ja zu dieser Unternehmung sagen...

Ansonsten kann ich nur beten und sie der Gnade Jesu anbefehlen! Und ich kann meinen Frust und keine Traurigkeit zu Ihm bringen! Und dort lassen. Und von dort aus weitergehen und die Menschen hier lieben und achten, auch diese fanatischen Männer..

Ein paar hilfreiche Gedanken zum Urlaub mit Kindern

In der letzten Woche waren wir im Urlaub im Nachbarland Montenegro. Wir hatten uns sehr auf den Urlaub gefreut, mal hier raus zu kommen und abzuschalten. Schön war auch, dass Dannys Eltern mit dabei waren. Wir haben die Zeit sehr genossen. Das Wetter war traumhaft und wir konnten auch unsere albanischen Freunde erfreuen, indem wir schön braun geworden sind. (Das ist für viele hier das wichtigste, was man im Urlaub machen soll: braun werden 🙂

Dennoch ist Urlaub mit vier noch recht kleinen Kindern auch nicht mehr der Urlaub, den wir noch ohne Kinder hatten, das ist ja klar. Den ganzen Tag tun und lassen, was man möchte, Fehlanzeige. Sich lange in die Sonne legen und ein Buch lesen, naja, vielleicht ein paar Minuten mal, bis eines der Kinder ruft und dir unbedingt etwas zeigen muss. (Es gab aber auch durchaus mal Zeiten, in denen wir uns gegenseitig die Kinder abnahmen und tatsächlich Ruhe auch für ein paar Stunden da war. Ich habe immerhin geschafft, ein Buch durchzulesen.)

Am ersten Tag besuchten wir eine schöne Stadt, in der die Altstadt noch gut erhalten ist. Wir schlenderten durch die Straßen und dann musste unsere kleinste mal ganz dringend. Wir hatten sie gerade die Woche vorher trocken bekommen und ich wusste, dass ich jetzt sehr schnell eine Toilette finden musste. Meine andere Tochter kam auch noch dazu. Wir fanden Gott sei dank eine in einem Eiscafé. Direkt neben der Truhe mit Eis war eine kleine Tür zur Toilette. So stand ich da, zwischen Eis und Toilette, fragte immer wieder, ob sie nicht bald fertig wären. Ne, beide hatten ein großes Geschäft zu erledigen und ich war nur dankbar, dass das an den dafür vorgesehenen Ort ging und nicht, wie schon manchmal zuvor, ins Höschen. Ich stand und stand. Die Kellner kamen und gingen. Ich lächelte. Und drängte. Aber es kam nicht so schnell, wie es sollte.

Dann kam auch noch mein Großer. Insgesamt stand ich sicher 20 Minuten an dieser Tür, neben dem Eis. Etwas verlegen, so lange die Toilette zu blockieren und innerlich doch lachend: ja, das heißt es auch, Mama zu sein. In Situationen zu stehen, naja, die man sich nicht unbedingt aussuchen würde.

Da wir so lange Zeit auf der Toilette verbrachten und der Rest der Truppe geduldig warten musste, war dann leider keine Zeit mehr, mir einen schönen neuen Schal auszusuchen. Aber auch ok.

Was mir ganz zu Beginn des Urlaubes geholfen hatte, und an was ich oft denken musste, war ein Satz von Ann Voskamp:

„The greatest living always happens through the giveness.“

(Das großartigste Leben passiert immer dann, wenn wir (uns) geben.)

Für mich hieß das ganz praktisch, dass ich in diesem Urlaub nicht mit aller Macht versuchen will, mir möglichst viel freie Zeit freizuschaufeln und den Dienst an meiner Familie als nebensächlich und nicht so wertvoll zu sehen. Gerade wenn ich diene und gebe, dann geschieht Großes in mir und mein Herz kann mit viel Freude und Glück erfüllt werden. Ich muss es aber wollen und meine Einstellung überprüfen.

Es heißt aber sicher auch nicht, dass wir immer nur geben sollen und uns selbst vergessen dabei. Aber den Dienst, den Gott uns in Form unserer Familie auch im Urlaub gibt, diesen Dienst mit Freude tun, weil das wahrhaft großes Leben ist.

Nun, diese Gedanken sind dir und mir vielleicht auch nicht wirklich neu, aber mir haben sie geholfen, diese Zeit nochmal mehr zu genießen und Glück nicht nur in der Zeit allein, sondern v.a. auch in der Zeit mit den Kindern zu empfinden.

An dem Ort, den Gott dir gibt

Vor einiger Zeit schon las ich ein tolles Buch: „Katie - Hoffnung gibt nicht auf“. Darin schreibt eine junge Frau über ihren besonderen Weg mit Gott, der sie nach Afrika geführt hat, dazu, viele Mädchen zu adoptieren und ein Hilfswerk zu gründen.

In diesem, ihrem zweiten Buch, schreibt sie sehr ehrlich und offen von ihren Kämpfen und Fragen und Müdigkeit und Zweifel. Sie beschreibt aber auch in sehr schöner Weise, wie sie all das näher zu Jesus gebracht hat. Wie sie ihn durch all das Schwere besser kennengelernt hat und seine Liebe so stark wie noch nie gespürt hat.

Einmal zitiert sie aus einem anderen Buch von Zack Eswine. Ich fühlte mich von diesen Worten sehr angesprochen und sie drücken gut aus, was ich auch zutiefst glaube und leben will:

“Gott will dir einen Ort geben, den du bewohnen darfst, d.h., dass du aufmerksam dafür wirst, was dort, wo du bist, ist. D.h., dass du Gott verherrlichst, wenn du verständnisvoll und gastfreundlich an dem Ort und zu dem Ort hin lebst, den Gott dir gibt. Gott wird dir einige Dinge geben, die du an dem Ort, den du bewohnst, und mit den Menschen an diesem Ort, tun sollst. Wenn du das tust, was dir Gott zu tun gibt, stärkst du damit das Wohl der Gemeinschaft und verherrlichst Gott.”

Weiter schreibt Katie:

„Gott liebt nicht meinen Dienst. Er liebt mich. Gott wird verherrlicht, wenn wir ihm unser Herz geben, wenn wir ihm uns selbst geben und treu das tun, was er uns vor die Füße gelegt hat, egal, wie klein oder unscheinbar es ist.“

„Was wirklich zählt, ist die stille Hingabe, die wir in unserem eigenen Haus praktizieren. ... Am Ende der Zeit ist das einzige, was zählt, dass wir mit unserem Leben das Evangelium gelebt haben, dass wir den Menschen, die uns Gott gegeben hat, unsere Aufmerksamkeit geschenkt haben und verständnisvoll und gastfreundlich an dem Ort gelebt haben, zu dem er uns berufen hat.“

An welchem Ort stehst du gerade? Welche Menschen hat Gott dir anvertraut, dir geschenkt? Welchen Auftrag hast du? Bist du zufrieden an dem Ort, an dem du stehst? Definierst du dich durch das, was du sichtbar nach außen hin tust? Bist du treu in den kleinen und unscheinbaren Dingen, die keiner sieht, die keiner beachtet, für die dich keiner lobt?

Das sind Fragen, die ich mir immer wieder stellen will. Vielleicht bringen sie auch dich ins Fragen?

Fünf Geheimnisse zum Ruhen und Auftanken

Heute habe ich einen Artikel von Ann Voskamp gelesen, der mich sehr angesprochen hat und den ich gerne beherzigen möchte.
Wer gut englisch verstehen kann, dem empfehle ich sehr, den Artikel in ganzer Länge hier zu lesen.

Für alle anderen möchte ich die wichtigsten Gedanken in kürze zusammenfassen.

Ann schreibt von dem Rhythmus des Lebens. So, wie eine Melodie davon lebt, dass es Pausen gibt, so leben auch wir Menschen davon, zu ruhen und dadurch aufzutanken. Viel zu schnell macht uns das Leben sonst fertig, wenn wir nicht lernen, zu ruhen und Pausen einzulegen.

Hier sind ihre fünf „Geheimnisse“, wie das auch mitten im Alltag Realität werden kann.

1. Daily Glory Soak

Geh raus und schau in den Himmel. Blicke in die Bäume, beobachte die Vögel. Sauge Gottes Herrlichkeit in dich auf und lass dich davon erfüllen. Strecke deine Arme in die Höhe und atme tief ein. Menschen, die viel in der Natur sind, sind glücklichere Menschen, da sich ihr Stresslevel dadurch signifikant erniedrigt.

2. Daily Gratitude List

Nimm dir ein kleines Notizbuch und schreibe jeden Tag drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Das richtet deinen Blick auf all das Gute, das Gott dir schenkt und lädt dich ein, ihm dafür zu danken. (Ann hat zu diesem Thema ein ganzes Buch geschrieben: „1000 Geschenke“, welches ich nur sehr empfehlen kann...)

„Freude ist ein Resultat davon, wie wir sehen und sehen ist ein Resultat davon, wie wir auf alles mit Dankbarkeit sehen.“

3. Daily Good Tunes

Gute Tage bedürfen einer guten Playlist. Gute und aufbauende Musik reduziert das Stresshormon Kortisol in unserem Körper. Also, nimm deinen Putzlappen erst in die Hand, wenn eine schöne Musik durch deine Räume und dein Herz erklingt.

4. Daily Givenness

Nimm dir Zeit, um andere gezielt zu segnen. Nimm dir Zeit, um zu überlegen, wem du heute etwas Gutes tun kannst. Eine Karte, ein Anruf, ein freundlicher Blick, ein Strauß Blumen. Es gibt so viele Wege! Hingebungsvoll zu leben macht viel glücklicher, wie immer nur mehr für sich selber bekommen zu wollen. (Auch hier hat Ann ein Buch geschrieben: „Durch meine Risse scheint dein Licht“. Auch kann man auf ihrer Internetseite für jeden Monat eine Liste finden, mit tollen Ideen für jeden Tag, wie man anderen zum Segen werden kann.)

5. Daily God Meditation

In Jesaja 26,3 (übrigens mein Vers für dieses Jahr. Hier habe ich davon geschrieben) steht:

„Bewährten Sinn bewahrst du in Frieden, in Frieden, weil er auf dich vertraut.“

Gottes Wort verspricht Frieden, wenn wir auf ihn vertrauen und über ihn nachdenken.
Meditiere über einen Vers aus seinem Wort den ganzen Tag lang und du wirst in Gottes Ruhe kommen.

Und hier noch ein beeindruckendes Zitat aus dem Artikel, das ich sehr schwer finde, zu übersetzen:

We are not human doings
working at looking supernatural,
but spiritual beings
doing what is humanly possible
and looking to Christ to do the supernatural.

We are not human doings working to make ourselves spiritually acceptable.
We are spiritual beings resting in Christ to do what is humanly impossible.

Be still
and know God —
to not forget who you are.

Wenn die Wellen über dich einbrechen

Ich fühle mich heute extrem müde. Eigentlich sollte man meinen, dass man am Morgen noch frisch und voller Tatendrang ist, aber nicht ich. Nicht heute. Die Nacht war mal wieder viel zu oft unterbrochen, entweder von Kindern oder den mich auffressenden Mücken, die mir meine Beine schon zu einer einzigen Fleckenlandschaft gebissen haben. Und dann ist unser jüngster im Moment auch noch immer zwischen fünf und halb sechs wach und damit ist dann meistens meine Nachtruhe auch zu Ende. 

Heute wollte ich mein Kissen über mich ziehen und einfach weiterschlafen. Lasst mich bitte in Ruhe, Kinder. Ich habe Kopfschmerzen und bin noch nicht bereit für einen neuen Tag. Ich habe noch nicht genug Kraft und Nerven um diesen Tag gut zu leben.

So jedenfalls sagt es mir die Stimme in meinem Inneren. Aber Kinder sind erbarmungslos, schonungslos. Sie verstehen nicht, was Mama hat, um halb sechs Uhr morgens, es doch schon hell ist und der Hahn schon zum gefühlt hundertsten Mal gekräht hat... sie springen auf mir herum, erzählen mir von ihrem kleinen Streitereien, von denen ich doch noch gar nichts wissen wollte. Nicht um halb sechs...

Naja, ich stehe auf. Das Leben muss weitergehen. Immer weitergehen. Eine Pause ist einem als Mama mit vier kleinen Kindern nicht oft gegönnt. 

Später habe ich zwischen all den Kindern, meinen und den Nachbarskindern, die in unserem Haus ein und aus gehen, mal ein paar Momente Ruhe. Ich kann es kaum glauben, es ist still. So gehe ich zwischen all meinen zu erledigenden Aufgaben auf den Balkon, schlage meine Bibel auf und lese. Ich bin bei Psalm 18. Ich liebe diesen Psalm. Besonders zwei Verse rühren etwas in meinem Inneren an.

Er griff aus der Höhe,
Erfasste mich,
Zog mich heraus aus großen Wassern. (17)

Er führte mich heraus ins Weite,
Er befreite mich,
Weil er Gefallen an mir hatte. (20)

Ich merke, wie ich mich oftmals eingeengt fühle. Diese ständige „Rufbereitschaft“ als Mutter von vier Kindern, immer da sein müssen von morgens früh, den ganzen Tag und auch in der Nacht. Streit schlichten, putzen, waschen, wickeln, trösten, spielen, kochen usw. Jede Mama weiß nur zu gut, wovon ich spreche. Die Liste nimmt nie ein Ende. 

Ich fühle mich manchmal dabei so verloren. Wo bin ich in dem ganzen? Wo sind meine Bedürfnisse? Dieses „Mutter- Dasein“ kommt mir oft vor wie das schwimmen in Wellen. Mal bin ich oben auf, genieße es in vollen Zügen, freue mich über kleine Erfolge und kann viel lachen. Dann gibt es aber wieder Zeiten, da verlassen mich meine Kräfte, mein Mut, meine Freude, meine Vision. Ich mache mir Sorgen. Es ist, wie wenn mich die Wellen tiefer ziehen, ich schlucke und strample und kaum über Wasser bleiben kann. Manchmal, fühle ich mich beinahe am ertrinken. Ich lasse mich runter ziehen, lasse die Wellen über mich kommen. Ich lasse mich überrollen von Selbstmitleid. 

Doch was passiert dann? Es ist Hilfe in Sicht! Ja, sie ist da, die ganze Zeit! Ich muss mich nicht alleine abstrampeln und versuchen über Wasser zu bleiben:

Gott ergreift mich aus der Höhe. 
Er zieht mich vollkommen heraus aus allem.
Er zieht mich nicht nur heraus, er führt mich ins Weite. 
Er befreit mich, weil er mich liebt.

Weite, dieses Wort hat eine große Bedeutung für mich:
Freiheit, Luft zum Atmen, viel Licht, durchatmen und zur Ruhe finden. 
Das Gegenteil eben von Enge - wie ich mich des Öfteren mal fühle.
Ich sehne mich nach dieser Weite!
Ich will, dass Gott mich immer wieder mitten im Trubel des Alltags herauszieht und meine Füße auf festen Grund stellt. Ich meine Identität und meinen Halt in ihm finde!
Und mein Blick in die Weite geht, in die Freiheit, zur der Christus mich befreit hat.

Diese Gedanken haben meinen Tag heute gerettet!

Photo by Tim Marshall on Unsplash

Ich will nicht, aber Jesus

Ich will eigentlich nicht hin. 
Ich will mich eigentlich nicht wieder diesem Elend stellen. 
Ich möchte lieber in meiner sauberen und ordentlichen und „wir haben alles, was wir brauchen“ Welt sein, als dort. 
Ich will nicht in diese hoffnungslosen Gesichter schauen.
Ich will nicht diese Armut sehen.
Ich will nicht wieder sprachlos sein im Angesicht des Leides. 
Ich will nicht. Ich will nicht. 

Ich will es ausblenden.
Ich will in Ruhe gelassen werden.
Ich will mich dem nicht aussetzen. 
Ich will nicht wieder innerlich so durchgeschüttelt werden.
Ich will nicht. Ich will nicht.

Mein Ich redet laut. Es will mich fernhaften. 
Will mich in meiner „heilen“ Welt leben lassen. 

Doch da redet noch etwas anderes in mir. 
Da redet Gottes Wort in mein Herz hinein. 
Der Auftrag Jesu. 
Ungerechte Fesseln zu lösen.
Die Knoten des Joches zu öffnen.
Gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen.
Und dass ihr jedes Joch zerbrecht. 
Mein Brot dem Hungrigen teilen. 
Heimatlose Elende in mein Haus führen.
Einen Nackten bekleiden. 
Mich meinem Nächsten nicht entziehen. 

Ich will nicht, aber ich weiß, Jesus will. 
Jesus will, dass ich gehe. 
Er will, dass ich aus meiner Komfortzone gehe.
Er will, dass ich mit seiner Liebe in die hoffnungslosen Gesichter blicke.
Er will, dass ich seine gute Botschaft in das Elend hinein spreche. 
Er will, dass ich sein Bote bin.
Er will durch meine Sprachlosigkeit reden. 
Er will mich in meiner Schwachheit gebrauchen. 

Ich weiß, ich gehe. 
Was habe ich zu bringen? Was kann ich schon ausrichten? 

All das überlasse ich Jesus. 
Er rüstet mich aus. 
Er kennt alles. 
Nichts ist ihm fremd. 
Auch nicht diese Familie,
diese Not, 
diese kranken Menschen,
diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. 
Er hört. 
Er sieht. 
Und er wird handeln. 
Er wird sich verherrlichen in diesem Elend. 

Daran will ich glauben und darauf will ich vertrauen und darum will ich immer wieder gehen. - Und du...?

Was du über den Umgang der Albaner mit Krankheit wissen musst

Vor kurzem war ich mit meiner Teamkollegin, die Physiotherapeutin ist, zu einem Besuch auf dem Dorf. Die junge Frau, die wir besuchten ist gerade mal 23 Jahre alt. 

Vor einem Jahr war sie noch verlobt. Sie konnte noch laufen. Sie konnte normal reden. Sie konnte allein essen. Sie war eine ganz normale junge Frau, die sich auf ihr Leben freute, auf die Heirat, die Kinder. Sie hatte Arbeit und ein Leben, wie jede andere. Da war sie noch gesund. 

Doch jetzt, ein Jahr später, ist alles anders. Sie sitzt auf dem Sofa, recht steif und unbeweglich. Vor der Tür steht ein Rollstuhl. Ihre Hände zittern und ihre Stimme will nicht mehr so ganz, wie sie es möchte. Sie kann weder laufen, noch alleine essen. Ihr Verlobter hat die Verbindung gelöst und hier sitzt sie, wie ein Häufchen Elend. Alles, alles ist so anders geworden. 

Ihre Krankheit? MS. Und davon die wohl aggressivste Form. Innerhalb von einem Jahr so dermaßen abzubauen, das gibt es nicht oft. Bei jedem Besuch in der Physiotherapie wurde ihr Zustand ein wenig schlechter. Es ist schlimm, das mit ansehen zu müssen. 

Diese junge Frau, ich nenne sie Maria, besuchen wir. Wir wollen ihr in ihrem Elend begegnen und sind doch erstmal angesichts der Tragik ihres Lebens nicht wirklich dazu in der Lage. Was soll man sagen, welche Worte finden für solch ein Schicksal?

Wir sitzen eine kleine Weile mit Maria und ihrer Mutter, sichtlich auch schon am Ende ihrer Kräfte, zusammen, da kommt Besuch. Eine Nachbarin. Wie mir scheint kommt sie öfter vorbei. Sie umarmt Maria und fragt sie, wie es ihr geht. Leise sagt sie: „Nicht gut. Mir geht es nicht gut.“ Wie ein sich wiederholendes Tape redet dann die Nachbarin auf sie ein: „Doch, es geht dir besser, du wirst wieder gesund, alles wird wieder gut, morgen ist alles wieder besser. Dir geht es gut. Du musst nur mehr essen.“ Ich sehe Maria an, ihr Blick leer gerade aus, wie sie leise immer wieder sagt: „Es geht mir nicht gut.“ Doch das schien bei der Frau gar nicht anzukommen. Eine komische Szene. 

Und doch spiegelt sie so gut wieder, wie wir hier den Umgang mit Krankheit und Sterben erleben. Es wird alles weggeredet. Das fängt schon bei den Ärzten an, die wirklich in vielen Fällen einfach nicht die Wahrheit sagen. Weil man das doch nicht macht. Damit wird eine schlimme Diagnose doch noch schlimmer, so möchte man glauben. Maria wurde bis zum Schluss gesagt, dass sie nicht wirklich krank ist, sondern dass alles nur vom Stress kommt. Unglaublich. Obwohl doch alle Scans etwas anderes beweisen...

Alles wird immer wieder gut. Das ist das bekannte Gerede auf die Nachricht von Krankheit. Zu Beginn unserer Zeit hier hatten wir Kontakt zu einem schwer krebskranken Mann. Er sah schon fast tot aus, so abgemagert und regungslos. Aber die Angehörigen konnten dem Tod nicht in die Augen sehen. Sie ließen den sterbenden Mann noch nach Italien bringen in der Hoffnung, dass dort das medizinische Wunder geschieht. Es geschah nicht, und der tote Angehörige musste teuer wieder zurück nach Albanien überführt werden. 

Als ich am Sterbebett unserer Nena Ajshe saß, sie im Koma lag und jeder nur zu gut wusste, dass es ihrem Ende entgegen ging, selbst da stemmte sich jeder noch innerlich, oder vielleicht auch nur äußerlich gegen diese Tatsache. Nein, sie hat nur Grippe, sie wird schon wieder, das ist alles nicht so schlimm. Weint nicht! Sie wird wieder! Ich stand dabei und wusste nicht, was ich denken sollte. 

Mittlerweile kenne ich diese Art unserer albanischen Freunde hier. Ich habe ein Stück weit gelernt, damit umzugehen. Da wir auch in unserer Familie gerade schwere Krankheit haben, bekommen wir es am eigenen Leib zu spüren. Das für uns doch sehr oberflächliche Gerede von „das wird schon alles wieder“, das kennen wir, kann einen aber manchmal auch zu viel werden.

Zurück zu Maria. Gott schenkte uns noch Gelegenheit, zu dieser Frau zu reden. Wir konnten für sie beten und ihr von der Hoffnung in Jesus erzählen. Das haben wir versucht, so einfühlend wie möglich zu tun. Nicht das Leid und die Traurigkeit und die Tränen und die Schmerzen leugnen. Sie sind da. Es geht ihr nicht gut. Und es ist nur so verständlich, dass es ihr nicht gut geht. Wie würde es mir gehen...? All das Schwere ist da. Es wird nicht weggehen, wenn sie beginnt, mehr zu essen. Aber wir haben eine Hoffnung, die all das Schwere durchdringen will und kann! Und diese Hoffnung heißt Jesus!

Ich glaube mittlerweile, dass diese Art der Albaner, mit Krankheit, Leid und Tod umzugehen, einfach daher kommt, dass sie keine andere Antwort darauf haben. Sie haben keine Hoffnung über dieses Leben hinaus. Sie haben nur die Hoffnung, dass es irgendwie wieder besser werden wird und das wird mit Worten herbeigeredet. Es ist ihre Art, mit all dem Elend umzugehen und es durch wohl gemeinte Worte irgendwie zu lindern. Maria hat sich getraut, auszusprechen, was sie empfand: „Es geht mir nicht gut. Du kannst mir einreden, was du willst.“ Das ist mutig in dieser Kultur.

Gottes wunderbare Geschichte

Seit Ostern treffen wir uns nun regelmäßig im Familienzentrum zum Gottesdienst. 
Es kommen zwischen 20 und 40 Besucher, alles Menschen aus Krume. Das ist toll. Wir merken, dass Gott etwas tut und Herzen von Menschen drängt, dort hinzugehen. 

Danny hat in seinen Botschaften begonnen, die Geschichte Gottes zu erzählen. Die Bibel erzählt sie uns von Anfang an. Immer wieder wird wiederholt und immer wieder wird auf den hingewiesen, der Zentrum der Geschichte Gottes mit den Menschen ist: Jesus!

Ich muss sagen, dass ich immer wieder total gesegnet und berührt bin. Da ist die einfache Geschichte Gottes, diese wunderbare, schreckliche, schöne, ermutigende, bestürzende und doch zu aller meist Hoffnung machende Geschichte. Da sind wir Menschen. Von Anfang an, mit der ersten Sünde gefallen und hoffnungslos in unserer eigenen Schlechtigkeit gefangen. Da ist der Gott, der Geduld hat, der uns nachgeht, der uns trotz alle liebt und noch loslässt. Der richtet und seinen Bund mit uns Menschen aufrichtet. Ein Gott, der sich im Leben einzelner, sündiger Menschen verherrlicht. Ein Gott, der uns Menschen liebt und der immer noch seine Geschichte schreibt. 

Nun sitzen wir hier in dieser Stadt am Rande von Albanien. Eine kleine und vergessene Stadt. Die Menschen hier sind fast alle Muslime. Wenige, sehr wenige, haben je von dieser Geschichte Gottes gehört. Und sitzen wir hier gemeinsam unter Gottes Wort. Alle hören aufmerksam zu. Und ich höre mit meinen Ohren und meinem Herzen. Ich will hören wie sie. Zum allerersten Mal. Ich will fasziniert sein und tief berührt von dieser Geschichte Gottes! Immer wieder neu. Auch wenn ich sie schon so oft gehört habe. 

Und wir beten, dass genau diese Geschichte Gottes, die noch nicht zu Ende ist, unsere Freunde hier verändert. Sie sollen Teil werden von dieser unglaublichen Rettungsgeschichte Gottes!

Muttersein heißt leiden

Da ist er wieder, der Tag der Mütter. Muttertag. Glückwünsche und Blumen, selbstgebastelte schöne Dinge von den Kindern, Frühstück am Bett, keine Arbeit in der Küche. Es ist ein Tag, an dem die Sonne scheint und die Welt in Ordnung scheint.

So viel Liebe, so viel Anerkennung, so viel Gutes. Und ja, es ist so schön, eine Mama zu sein. Es ist ein Geschenk Gottes. Es ist eine Ehre. Es ist ein Privileg, Herzen zu hüten und zu prägen. 
Aber es ist auch eine große Aufgabe und nicht jeder „Mama-Tag“ ist ein Sonnentag. Da sind diese vielen ganz alltäglichen und monotonen Tage. Die Tage, die vor lauter Lärm und Chaos und Geschrei kaum zu finden sind. Tage, die uns verzweifeln lassen. An unseren Kindern, der nie enden wollenden Hausarbeit und zuletzt an uns selbst. 

So oft gut gemeint und so oft versagt. So oft mit guten Vorsätzen gestartet und auf dem harten Boden der eigenen Unfähigkeit gelandet. Mein Versagen, mein Unzulänglichkeit, meine Grenzen. Ich will eine so gute Mama sein. Ich will die Mama sein, die an diesem Muttertag im Licht und Glanz gefeiert wird. Doch bin ich das? 

Meine Herzensfreundin Ann Voskamp hat mein Herz berührt, in dem was sie schrieb:

Being willing to suffer, this makes you a mother. 

Being willing to suffer the pain of never-ending labor and delivery, suffer the pain of discipline and the pain of disappointment, suffer the pain of not being all that you wished you were, suffer the pain of the limitation of your love, suffer because of someone, suffer for someone, suffer with someone.

(Bereit sein zu leiden, das macht dich zu einer Mutter.Bereit sein, den Schmerz der nie enden wollenden Wehen und der Entbindung zu ertragen, den Schmerz der Disziplin und den Schmerz der Enttäuschung zu ertragen, den Schmerz zu ertragen, nicht all das zu sein, was Du dir gewünscht hast, den Schmerz der Begrenzung Ihrer Liebe zu ertragen, wegen jemanden zu leiden, für jemanden zu leiden, mit jemandem leiden.)


Hier ist keine Beschönigung, keine glänzende Zuckerglasur über mich als Mama. Mutter sein heißt, neben all dem wunderschönen, was es beinhaltet, auch das: mit der Geburt sind die Wehen nicht vorbei. Sie gehen weiter. Jede Phase, die zu Ende geht und deren Ende herbei gesehnt wurde (manchmal) wird gefolgt von einer neuen, vielleicht einer noch herausfordernderen. Mutter sein heißt zu leiden. Je mehr wir lieben, desto mehr leiden wir. Desto verletzlicher sind wir. Desto weicher ist unser Herz, desto mehr leiden wir mit. 

Aber da ist Gnade. Da ist Befreiung von Schuld. Da ist der Neuanfang. Da ist Hilfe. Da ist Freiheit und Freude. Da ist ein Retter. Da ist ein Beistand. Da ist Freude mitten im Kampf. Da ist Kraft und die Adlerflügel, die mich auf neue Höhen tragen. Da ist Friede mitten im Sturm, da ist Hoffnung, weil der Gott der Hoffnung mit uns Müttern ist! 

Weil Jesus mit uns ist! Weil er uns sieht und liebt und schützt. Weil er uns hält - Mütter getragen von den ewigen, starken Armen eines ewig treuen Gott.

Photo by Peter Bucks on Unsplash

Warum wir stolz auf Albanien sind

Wir hören hier oft, dass wir in Deutschland eine viel bessere Kultur haben. Damit meinen die Albaner hier unterschiedliche Dinge. Sicher meinen sie damit die Gerechtigkeit und Ordnung, die in unserem Land auf jeden Fall mehr herrschen, als hier. Es ist für uns schwer, darauf zu antworten. Klar, sind viele Dinge in Deutschland „besser“.

Aber eine Sache, die ich immer wieder hervor hebe, die die Albaner auszeichnet, ist ihre Gastfreundschaft, ihr sich Kümmern um einen Gast. Das zeigt sich z.B. auch darin, das ein Gast mindestens bis zum Tor begleitet wird, wenn er geht. Oft begleitet man den Gast auch noch einige Meter auf dessen Heimweg. 

Durch Zufall fand ich einen kurzen Artikel auf der Seite von Yad Vashem, der Holocaust Gedenkstätte in Israel. Dabei ging es um die Albaner und ihr Verhalten gegenüber den Juden im Zweiten Weltkrieg. Eben dieses macht mich stolz auf „unsere“ Albaner. Lest selbst diesen beeindruckenden Teil der albanischen Geschichte im zweiten Weltkrieg:


„Es gibt keine Spur von Judendiskriminierung in Albanien, denn Albanien ist heute eines der seltenen Länder in Europa, in denen es weder religiöse Vorurteile noch Hass gibt, obwohl die Albaner selbst sich aus drei verschiedenen Glaubensgruppen zusammensetzen.“ 
Herman Bernstein, der amerikanische Botschafter Albaniens, 1934

„Albanien, ein kleines, bergiges Land an der Südostküste der Balkanhalbinsel, zählte eine Bevölkerung von 803.000 Einwohnern. Darunter waren nur 200 Juden. Nachdem Hitler 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatte, fanden viele Juden Zuflucht in Albanien. Es gibt keine genaue Angaben über deren Anzahl, aber verschiedene Quellen gelangen zu der Einschätzung, dass zwischen 600 und 1.800 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich, Serbien, Griechenland und Jugoslawien nach Albanien kamen, in der Hoffnung, von hier aus nach Israel oder an andere Fluchtorte zu gelangen. Nach der Besetzung Albaniens durch die Deutschen im Jahr 1943 weigerte sich die Bevölkerung Albaniens in einem außergewöhnlichen Akt, die Anweisungen der Besatzer zu befolgen und ihnen Listen mit den Namen der Juden auszuhändigen, die unter ihnen lebten. Darüber hinaus versorgten verschiedene staatliche Einrichtungen viele jüdische Familien mit gefälschten Papieren, mit denen sie sich unter die Lokalbevölkerung mischen konnten. Die Albaner schützten nicht nur ihre eigenen jüdischen Bürger, sondern gewährten auch jenen Flüchtlingen Zuflucht, die nach Albanien gekommen waren, als es noch unter italienischer Herrschaft stand, und die nun in der ständigen Gefahr lebten, in Konzentrationslager deportiert zu werden. Die bemerkenswerte Unterstützung, die den Juden entgegengebracht wurde, war begründet in dem Ehrenkodex Besa, der noch heute in Albanien als der höchste ethische Wert gilt. Besa heißt wörtlich „ein Versprechen halten“. Jemand, der nach dem Prinzip Besa handelt, ist jemand, der sein Wort hält, jemand, dem man sein eigenes Leben und das seiner Familie anvertrauen kann. Die Hilfe, die Juden und Nicht-Juden gewährt wurde, kann als Angelegenheit nationaler Ehre verstanden werden. Die Albaner scheuten keine Mühe, um zu helfen, ja sie konkurrierten sogar untereinander um das Privileg, Juden zu retten. Sie handelten aus Mitleid, menschlicher Güte und dem Bedürfnis, Menschen in Not zu helfen, sogar denen, die einen anderen Glauben oder eine andere Herkunft hatten als sie. Albanien, ein europäischer Staat mit einer muslimischen Mehrheit, brachte zuwege, woran andere europäische Länder scheiterten. Alle Juden, die während der deutschen Besatzung innerhalb der Staatsgrenzen Albaniens lebten, und zwar albanische Staatsbürger ebenso wie Flüchtlinge, wurden – bis auf einige Mitglieder einer einzigen Familie – gerettet. Es ist eine beeindruckende Tatsache, dass in Albanien am Ende des Krieges mehr Juden lebten als zuvor.“

30 Tage Gebet für die islamische Welt

Heute beginnt der Ramadan. In dieser Zeit werden weltweit Millionen von Muslimen fasten und vermehrt Zeit im Gebet verbringen. Es ist auch eine Zeit, in der viele Muslime geistlich offener sind. 

In unserer Stadt gibt es auch einige, die fasten werden. Manche die ganze Zeit, andere nur an gewissen Tagen. 

Schon seit vielen Jahren benutzen wir in dieser Zeit ein kleines Heft, das den Leser in diesen dreißig Tagen Fasten begleitet. An jedem Tag wird ein anderes muslimisches Volk in vielen verschiedenen Regionen vorgestellt und es gibt Anregungen, gezielt für dieses zu beten. Uns weitet dieses Heft den Blick und lässt uns teilhaben an Gottes wirken unter den Muslimen. 

Wir möchten dir Mut machen, es ebenso zu nutzen, um mehr über unerreichte muslimische Volksgruppen zu erfahren und zu beten, dass Gott sie gerade jetzt in dieser besonderen Zeit anspricht, berührt, ihnen in Träumen begegnet.

Unter folgendem link kannst du dir das Heft auch online runterladen.

Übrigens gibt es auch eine tolle Ausgabe für Familien. Wir haben vor, jedem Abend, wenn unsere Kinder im Bett liegen, ihnen den Text vorzulesen und mit ihnen zu beten. 
Macht ihr mit?

Möchtest du die Beiträge aus dem Heft ganz unkompliziert auf deinem Smartphone nutzen, dann lade dir doch die Gebetsapp Pray4Nations runter.

Link zum Appstore Link zum Google Playstore

So handelt Gott durch die kleinen Dinge des Lebens

In diesen Tagen habe ich mich gefreut zu sehen, wie Gott oft durch unterschiedliche scheinbar kleine Bausteine sein Reich baut. In manchen seltenen Fällen dürfen wir es sehen. Und ich denke, in so vielen anderen Fällen bleibt es unseren Augen verborgen.

Wie sagte es John Piper mal so treffend: 

God is always doing 10,000 things in your life, and you may be aware of three of them.

Gott vollbringt immer 10000 Dinge in deinem Leben, und du bist dir vielleicht drei der Dinge bewusst.

Hier kommt nun eine Sache von Gottes Handeln, dessen ich mir bewusst geworden bin.

Als ich vor zwei Jahren eine Zeit in Deutschland war, schickte meine Mama mir die Zeitschrift der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) zu. Darin entdeckte ich einen Artikel von einer Familie, die demnächst nach Albanien ausreisen wollte. Ich wurde besonders darauf aufmerksam, weil die Frau, Anne, ebenso wie ich Hebamme ist. Und ich fand sie sehr sympathisch auf dem Foto. Ich nahm mir vor, sie anzuschreiben. Ich holte mir ihr E-Mail-Adresse und nach einiger Zeit schrieb ich sie einfach an. Ich bot meine Hilfe an gerade in der, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, nicht ganz einfachen Anfangszeit in einer fremden Kultur. Bald bekam ich eine freundliche Antwort. Einige Zeit später rief ich dann einfach mal bei der Anne an und vom ersten Satz an waren wir uns vertraut und es war einfach schön, sich auszutauschen und teilzuhaben am gegenseitigen albanischen Leben. Nur, dass sie in der Hauptstadt lebt und wir voll auf dem Lande... 😉

Später besuchten wir sie und sie besuchten uns. Auch konnten wir einander schon auf unterschiedlicher Weise mit unseren Gaben dienen.

Dann zog eine von unseren jungen Gläubigen nach Tirana. Sie hatte einen Mann geheiratet, der nicht gläubig ist, aber früher wohl mal in eine Gemeinde ging. Als ich erfuhr, in welchen Stadtteil sie gezogen war, horchte ich auf. Es war genau der gleiche, in dem auch unsere neuen deutschen Freunde leben. Durch unsere Teamkollegin konnten wir sie miteinander in Kontakt bringen. Ab und zu gehen sie zusammen in die Gemeinde und David trifft sich jetzt wöchentlich mit dem Mann unserer jungen Gläubigen und liest mit ihm in der Bibel. 

Wer weiß, was daraus wird. Wir haben großen Glauben, dass auch der junge Mann beginnt, Jesus nachzufolgen und daraus etwas Großes für Gottes Reich entsteht.
Und ich freue mich einfach, dass ich damals diesem Impuls gefolgt bin, eine e-Mail zu schreiben. Es ist so schön zu sehen, wie Gott wirkt und sich ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht. 

Ich frage mich, wieviele von diesen roten Fäden wir in unserem Leben, in unserem Dienst nicht sehen. So viel bleibt uns verborgen. Aber ich wünsche mir mehr die Augen, die sie sehen und das Herz, das sich darüber freut und Gott lobt!

Photo by Hans-Peter Gauster on Unsplash