Auf der internationalen Konferenz, die wir vor drei Wochen besucht haben, traf ich einen Freund wieder. Er arbeitet als Gemeindegründer in Nord-Afrika. Auf Grund von Differenzen mit seiner sendenden Gemeinde bezüglich der Frage, wie er die Arbeit vor Ort tun sollte, kam es zum Bruch mit der Gemeinde.

Dies war ein schmerzhafter Prozess, der Wunden in seinem Herzen hinterlassen hat. Nun ist er mit seiner Frau auf der Suche nach einer neuen sendenden Gemeinde. Im Zuge dessen hat sich mein Freund nun hingesetzt und mal aufgeschrieben, was für ihn Merkmale einer sendenden Gemeinde sind.

Ich habe sie mal auf deutsch übersetzt. Der Anspruch ist hoch, aber ich denke, er ist richtig und biblisch. Falls du selbst in einer Gemeinde bist, die Missionare gesandt hat, prüf doch mal, inwieweit deine Gemeinde diesem Anspruch gerecht wird.

1. Die Gemeinde ist sich bewusst, dass die Welt um sie herum verloren ist, sowohl lokal als auch global. Die Gemeinde hat ein Verlangen danach, dieser Not durch die Wahrheit der Schrift und die Überführung durch den Heiligen Geist zu begegnen.

2. Die Gemeinde bedenkt, dass sie selbst berufen und gesandt ist, Jünger zu machen und lehrmäßig fundierte Gemeinden zu gründen, vor allem dort, wo es noch keine Gemeinden gibt.

3. Die Gemeinde verkörpert diesen „Gesandtsein-Charakter“, indem die ganze Gemeinde durch Lehre, Ermahnung, Ermutigung und Möglichkeiten zur Mitarbeit mit einbezogen wird und indem sie sich zum Gebet für die Arbeit verpflichtet.

4. Die Gemeinde verpflichtet sich dazu, andere Feldmitarbeiter für dieses Werk zu mobilisieren. Gott hat einige zu diesem Werk begabt und ausgestattet und er ruft sie zu dieser Art von Arbeit unter den Unerreichten. Die Gemeinde hat dem nach die Verpflichtung, Feldmitarbeiter auszurüsten, zu trainieren und vorzubereiten, damit diese gehen können. Die Ältesten der Gemeinde berufen und senden durch Gebet und Handauflegen Mitarbeiter zu dem Werk, zu dem Gott sie berufen hat.

5. Die Gemeinde prüft Möglichkeiten zum Kurzzeit-Einsatz für Gemeindemitglieder.

6. Beide Seiten verpflichten sich zu gegenseitiger liebender Rechenschaft und einer Bereitschaft zu lernen und belehrbar zu sein.

7. Die Gemeinde hat das Verlangen nicht nur finanziell zu investieren, sondern auch pastoral für die Missionare zu sorgen. Das beinhaltet wiederkehrende Besuche auf dem Feld, mit dem Ziel, die Arbeit kennenzulernen und für die Missionare da zu sein, vor allem im Bereich der Seelsorge.

8. Die Gemeinde bietet ein liebendes, ermutigendes und gastfreundliches Umfeld wenn die Missionare zum Heimatdienst nach Hause kommen. Die Gemeinde wird ermutigt, die Missionare kennenzulernen und mehr über die Arbeit zu erfahren.

9. Die Gemeinde bietet den Missionaren die Möglichkeit, der Gemeinde zu dienen und ein Segen für sie zu sein. Dies kann geschehen durch Berichte, wie Gott Gebet erhört oder durch ermutigende Schulungen, wie die Gemeinde die örtliche muslimische Bevölkerung  für Jesus erreichen kann.

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Diese Liste stellt einen hohen Anspruch an jede Gemeinde, die sendet oder senden will. Möglicherweise erfüllt eine Gemeinde nicht alle diese Punkte, aber es sollte zumindest das Bestreben da sein, diese Merkmale in der Beziehung zu den Missionaren und im eigenen Selbstverständnis umzusetzen.

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