6 Gedanken zu 6 Jahren in Krume.

von Danny Fröse am 10. Oktober 2019

Es war in der zweiten Woche im Jahr 2013, als wir uns auf den Weg nach Albanien machten. Ich fuhr mit dem Auto am 07.Oktober los und kam zwei Tage später an. Rahel kam am 11.Oktober mit Gideon und Livia (damals gerade mal 6 Wochen alt) per Flugzeug nach. Genau in diesen Tagen ist unsere Ausreise also nun 6 Jahre her. Es ist schon ein komisches Gefühl darüber nachzudenken, dass wir nun schon 6 Jahre hier sind. Wie schnell sind diese Jahre vergangen! Wie viel größer ist unsere Familie geworden! Was haben wir nicht alles hier schon mitgemacht.

Es ließe sich viel schreiben über die Zeit. Doch mir sind 6 Gedanken gekommen, als ich über die letzten 6 Jahre nachdachte. Diese möchte ich gerne mit dir teilen.

1. Der HERR sei hoch gelobt.

Heute morgen las ich in Psalm 40 eine Aussage, die sehr gut als Motto für die vergangenen 6 Jahre passt. Dort schreibt David:

Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt!

Ja, wir möchten genau solche Menschen sein. Menschen, die das Heil Gottes, das Evangelium lieben und die nichts anderes können, als sagen: Der Herr sei hochgelobt.

Die Liebe zum Heil oder anders gesagt, die Liebe zum Heiland Jesus, haben uns die letzten Jahre durchgetragen. Deswegen sind wir hier und deswegen bleiben wir hier. Der Herr sei hochgelobt, weil wir durch seine Gnade leben und weil wir seine Gnade hier verkündigen dürfen. Es ist ein Vorrecht in diesem Dienst zu stehen und dafür wollen wir unserem Herrn die Ehre geben.

2. Wir sind angekommen

Dieser Gedanke kommt mir immer wieder, wenn ich an die letzten Monate denke. Sprachlich und gesellschaftlich gesehen sind wir angekommen. Natürlich war das nicht immer so. Doch mit den Jahren sind Beziehungen und Sprachfähigkeiten gewachsen.

Vieles in dem Leben hier ist uns so vertraut geworden. Da sind immer die gleichen Menschen, mit denen wir unser Leben teilen. Immer die gleichen Wege, die wir fahren. Dieses angekommen sein, bedeutet für uns Sicherheit und Selbstvertrauen, weil wir wissen wie Dinge laufen. Es bedeutet aber auch Liebe und Zuneigung, denn Menschen sind uns ans Herz gewachsen und wir haben gelernt, sie zu lieben.

3. Vieles ist immer noch schwer

Doch wir wollen nicht leugnen, dass wir trotz unseres Angekommenseins, mit vielem hier zu kämpfen haben. Wir sind als Deutsche angekommen, aber wir sind immer noch Deutsche und somit werden gewisse Schwierigkeiten auch nicht so schnell verschwinden.

Die Art, wie Albaner eigene Schuld und Fehler behandeln, bleibt für mich ein sehr schwieriger Punkt. Ich frage mich, wie man nur Lügen kann, um sein eigenes Gesicht zu wahren, oder wie man etwas abstreiten kann, was die Person offensichtlich getan hat.

Es sind noch viele andere Dinge, aber hier möchte ich nur festhalten: Das Leben ist auch nach 6 Jahren kein "Selbstläufer" und oft fehlt uns die Leichtigkeit des Seins, weil die Kultur so anders ist.

4. Die erste Frucht ist zu sehen

Wir sind gesandt von Jesus, um Frucht zu bringen, eine Frucht die bliebt, wie er es in Johannes 15,16 sagt. Doch Frucht können wir nicht aus uns selbst produzieren. Wir können Gott dienen in der Verbindung mit Jesus und wir haben einen großen Anteil daran, dass Frucht aus unserem Charakter erwächst, aber Frucht im Leben anderer zu sehen, das ist ausschließlich das Wirken Gottes.

Über Jahre konnte ich als Mann sehr wenig Bewegung in der Männerwelt sehen. Doch seit einigen Wochen ist viel geschehen. Ein junger Mann (28 Jahre) hat sich zu Jesus bekehrt und es ist mir eine große Freude ihn zu begleiten und die Frucht zu sehen, die aus seinem Leben erwächst.

Der nächste Schritt ist nun, diesen Mann als den ersten gläubigen Mann zu taufen.

5. Menschen gehen immer noch verloren

Trotz der kleinen Frucht, die ich sehen darf, muss ich mich dennoch mit der traurigen Realität auseinandersetzen, dass Menschen immer noch verloren gehen.

Dies wird mir vor allem dann bewusst, wenn ich mal wieder eine Beerdigung besuche. Dies habe ich im letzten Monat zweimal getan. Wenn dann der Sarg eines Mannes in die Erde gelassen wird und die anderen Männer mit Schaufeln in der Hand das Grab zuschütten, dann erkenne ich, wie schnell das Leben zu Ende gehen kann und wie dringend es ist, dass Männer von Jesus hören.

Sehe ich dann die Hunderte von Männern, die ohne Jesus im Herzen, einem Sarg durch die Stadt bis zum Friedhof folgen, dann wird mir klar, dass sie alle irgendwann den gleichen Weg antreten werden. Ja, es ist ein kleiner Ort an dem wir leben, aber es ist eine große Zahl von Menschen, die auch nach 6 Jahren immer noch verloren sind.

6. Gott hat einen Plan.

Immer wieder werden wir gefragt, wie lange wir noch bleiben wollen. Ehrlich gesagt, hätte ich am Anfang gewusst, dass ich 6 Jahre auf dem Feld bleiben kann mit MS, dann wäre ich wohl sehr dankbar gewesen.

Aufgrund verschiedener Gründe beschäftigen wir uns natürlich mit der Frage nach einem möglichen Ende. Wann können wir gehen? Was muss geschehen, dass wir im Frieden gehen können? Wie lange kann ich als Mann noch alleine hier die Arbeit stemmen?

Doch in vielen Fragen haben wir bislang keine Antwort erhalten. Wir wissen nur, dass Gott einen Plan hat. Er hat einen Plan für Krume und die Menschen hier und er hat einen Plan mit uns und unseren Kindern. Und wir möchten diesem Plan Gottes folgen und nicht unsere eigenen Wege gehen.

Wir sind gespannt, wie dieser Plan aussieht. Wir wissen fest: Gott hat einen guten Plan. Und er wird ihn uns zeigen, zu seiner Zeit.

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