Turn Your Eyes Upon Jesus

Es ist ein weltbekanntes einfaches Lied und doch trifft es die Wahrheit und die Kunst eines Lebens als Nachfolger Jesu auf den Punkt:

Turn your eyes upon Jesus
Look full in his wonderful face
And the things of earth 
Will grow strangely dim
In the light of his glory and grace

Mich begleitet dieses Lied schon sehr lange. Ich erinnere mich, als ich 2004 in Haiti war und ein kleines, süßes Haitianer Mädchen mir dieses Lied vorsang mit ihrer reinen und klaren Stimme. Wie sie mich anschaute dabei und ihre Augen leuchteten. Wie ihre kleinen krausen Zöpfe, die mit lustig bunten Haarbändern zusammengebunden waren, im Rhythmus tanzten. Es war ein wahrhaft heiliger Moment für mich als junges Mädchen, noch unerfahren und am Anfang meines Weges mit Jesus. 

Aber ich wusste, dass diese einfachen Worte mich begleiten sollten. Ich sang dieses Lied oft für mich, oder am Ende meiner Gebete und später zusammen mit Danny. 

Viele Jahre später traf ich auf die doch recht unbekannte Autorin dieser Zeilen: Lilias Trotter. (Hier hab ich schon von ihr geschrieben). Ihre Person und ihr Leben als Missionarin in Algerien beeindruckte mich und gab mir neuen Mut und neue Motivation, auch meinen Ruf in die Mission weiter zu verfolgen. 

Heute stehe ich an einem ganz anderen Punkt meines Lebens. Wie noch nie vorher spüre ich die Herausforderungen, die ein Leben für Jesus mit sich bringen. Die Anfechtungen und Angriffe von außen und innen. 

Die Last will mich manchmal fast erdrücken. 
Die Traurigkeit über etwas, was nicht mehr ist und sein wird.
Die Sorge um unsere Arbeit und unseren Dienst.
Die Hilflosigkeit angesichts von schamloser Ungerechtigkeit.
Die Zweifel, ob ich eine gute Mutter für meine Kinder bin.
Die Verzweiflung, nicht mehr Herr der eigenen inneren Anspannung zu sein.
Die Angst, die Angriffe des Feindes könnten mich übermannen.
Die Mutlosigkeit, die schleichend an mein Bett kommt und mich nicht schlafen lässt.
Die Selbstanklage, die mich zermürben will, hätte ich doch das und das anders gemacht…

Eine Freundin schrieb mir heute von ihrem Traum, in dem sie Jesus gesehen hat:

„Ich hatte kein konkretes Bild von Jesus aber ich habe in seine Augen geschaut, die voller Stärke, Verständnis und unendlicher Liebe waren. Er hat mich fixiert, ich konnte gar nicht woanders hinschauen. Und es hat mir Last genommen, ich konnte dort ausruhen. Diese Woche hatte ich das Bild wieder, aber es war wie bei Petrus, Jesus hat mich aus dem Boot herausgerufen, dabei habe ich meine Umgebung (Sturm, Wellen) kaum noch wahrgenommen, weil ich so sehr an den Augen von Jesus hing…“

Ich musste sofort wieder an dieses Lied denken. Ja, es stimmt, gerade in Zeiten der Not, da ist der Blick auf Jesus, auf unseren Heiland, Retter, Freund, Fürsprecher, Bruder, Hirte, Herr und souveränen Gott das, was meine Seele zutiefst braucht und ihr den Halt gibt in den Stürmen, die toben. 

Ein Gebet in meinem Andachtsbuch („Pressing Pause - 100 quiet moments for moms to meet with Jesus“ - sehr zu empfehlen für Mütter!) hat es dann nochmal auf den Punkt gebracht:

„Dear Lord, forgive me for looking around and comparing myself or my circumstances to others. May I look only to you for contentment and peace. In Jesus‘ name, Amen.“

Turn your eyes upon Jesus, so einfach und oft doch so schwer. So befreiend und doch so umkämpft. Unser Blick zu Jesus, den will der Feind auf alle Fälle trüben, ablenken, verzerren, verklären, verhärten, verkleinern. Er weiß zu gut, dass unser Leben im Geist, unsere Fruchtbarkeit im Dienst, unsere Freude im Leben und Sterben davon abhängt. Ist mein Blick auf Jesus? Unverwandt und ohne Hindernis? 

Ich will in diesen Tagen im Urlaub wieder ganz neu lernen, immer dann, wenn mein Blick, meine Gedanken und Gefühle abwandern zu Sorge und Angst und Machtlosigkeit und Ärger und Schuld - dann will ich mir dieses Lied selbst Singen. Mit tiefem Glauben im Herzen, dass es mehr, als nur ein Lied ist...

Unten findest du noch drei Versionen des Liedes als Youtube-Videos.

The Chosen - Die überzeugende Serie über Jesus

Eigentlich schauen wir sehr wenig christliche Filme. Ihnen fehlt oft das gewisse Etwas, was gute Filme auszeichnen sollte.

Aber heute möchte ich dir erzählen von einer christlichen Serie. Es ist nicht irgendeine Fernsehserie, sondern es ist eine, wie ich finde, herausragende. Und es geht nicht nur um ein bestimmtes christliches Thema, sondern es geht um das Thema überhaupt: um Jesus Christus.

Kannst du dir das vorstellen? Es gibt eine ausgezeichnete Fernsehserie über Jesus Christus. Die Serie heißt: "The Chosen".

In Zeiten von Netflix und Amazon Prime, ist es nur gerade passend, dass ein Filmemacher sich dieser Geschichte angenommen hat.

Wichtige Hintergründe zu dem Film

(entnommen von einem Artikel auf The Gospel Coalition)
Unter der Regie von Dallas Jenkins wurde "The Chosen" außerhalb des Hollywood-Systems finanziert, vertrieben und produziert (gedreht in Texas). Durch eine Crowdfunding-Campagne wurden mehr als 10 Millionen US-Dollar eingenommen. Dabei waren es mehr als 16.000 Menschen, die sich bei der Finanzierung beteiligten und die Serie so zum besten Crowdfunding-TV- oder Filmprojekt in der Geschichte machten.

Die erste Staffel mit acht Folgen wurde 2019 online über VidAngel veröffentlicht. In diesem Frühjahr wurden alle Folgen im Rahmen eines brillanten globalen Livestream-Ereignisses während der COVID-19-Quarantäne kostenlos auf YouTube veröffentlicht.

Wo kannst du die Serie sehen?

Du kannst dir die Serie kostenlos in der Smartphone-App "The Chosen" anschauen. (Erhältlich für iphone und Android.) Auf der Internetseite kannst du dich daran beteiligen, die Finanzierung der zweiten Staffel möglich zu machen. Dann erhälst du auch Zugang zu allen Episoden mit deutschen Untertiteln. Auf Youtube kannst du die erste Folge anschauen.

Die Kritiken zu der Serie sind überwältigend gut. Und ich kann dem ganzen Hype nur zustimmen und ich hoffe, ich kann dich auch zum Liebhaber dieser Serie machen und gemeinsam mit vielen anderen können wir uns daran beteiligen, dass noch mehr Staffeln erscheinen.

Doch was die Serie so gut macht, möchte ich dir in 4 Punkten kurz beschreiben, die ich in einem Artikel von Brett McCracken gefunden habe. Ich habe sie aus dem englischen mit Google übersetzt.

1. Überzeugende Charaktere

"The Chosen" ist anders als herkömmliche christliche Filme. Die Charaktere sind Menschen mit komplexen Hintergründen, Macken, Fehlern und - stell dir das mal vor - sie sind voller Menschlichkeit. Obwohl es einige Ausnahmen gibt, sind die meisten Charaktere von "The Chosen" interessant und man kann sich mit ihnen identifizieren.

Es ist spanned zu sehen, wie sich ihr Leben im Verlauf der Staffel verändert, von Simon Peter und den anderen Schülern über Nikodemus bis hin zu Maria Magdalena, die mich in der zweiten Folge zu Tränen gerührt hat, als sie dem skeptischen Nikodemus von ihrer Bekehrung erzählte: „Folgendes kann ich Ihnen sagen. Ich war so wie ich war, und jetzt bin ich ganz anders. Und das, was dazwischen passiert ist. . . war er. "

2. Echte Emotionen

Ein Grund, warum die Charaktere von "The Chosen" überzeugen, ist, dass sie echte Emotionen verkörpern. Sie sind keine Figuren auf der Flanelltafel, die gemacht wurden, um die Schrift Vers für Vers wieder zu geben. Sie sind einzigartige Menschen.

In der Show ist Simon Peter ein bisschen wie ein Trottel. Matthäus leidet leicht unter Autismus. Andreas ist ein schlechter Tänzer. Jesus hat einen guten Sinn für Humor. Das Lachen und Weinen dieser Charaktere ist glaubwürdig.

Mit Hilfe eines Teams von Fachberatern (einschließlich des neutestamentlichen Gelehrten Doug Huffman) ist die Serie der Schrift treu und achtet darauf, theologische oder historische Fehler zu vermeiden. Aber manchmal sind biblische Filme so bemüht, alle zufrieden zu stellen, dass die Charaktere leblos bleiben.

Die Macher von "The Chosen" haben verstanden, dass sie, um den Charakteren Leben einzuhauchen, gewisse Spekulationen anstellen mussten, weil die Bibel nicht alles erzählt. Aber dies geschieht immer in Übereinstimmung mit dem, was die Bibel uns an Informationen preisgegeben hat.

3. Der Fokus liegt auf individuellen Begegnungen mit Christus

In "The Chosen" wird der Zuschauer immer wieder mit hinein genommen in die lebensverwandelnden Begegnungen, die Menschen mit Jesus haben. Wir sehen Menschen, die sich an einem Punkt entscheiden mussten und dadurch für immer verändert wurden.

Zum Beispiel sagt die müde Samariterin zu Jesus am Brunnen: "Ich werde von anderen abgelehnt". Und Jesus antwortet: "Ich weiß, aber nicht vom Messias." Zu sehen, wie sich ihr Gesicht von Verzweiflung in Hoffnung verwandelt, ist wunderschön. Ebenso ist es spanned zu beobachten, wie sich Simon Petrus verwandelt, als er auf den Ruf Christi „Folge mir nach“ reagiert.

Es ist qualvoll zu sehen, wie Nikodemus mit den Kosten der Jüngerschaft ringt, während er (wie Matthäus, der Zolleintreiber) darüber nachdenkt, seine gesellschaftlich hohe Position zu verlassen, um diesem umstrittenen Rebellenrabbiner Jesus zu folgen.

Es ist bewegend zu sehen, wie Jesus Simons Frau Eden tröstet, die weiß, dass ihr Leben aufgrund der neuen Berufung ihres Mannes als „Menschenfischer“ schwieriger wird: „Ich sehe dich“, sagt Jesus zu ihr, aber auch zu allen die die Show sehen.

4. Effektiver Stil

Oft leiden biblische Filme/ Fernsehsendungen daran, dass sie entweder keine erkennbare Ästhetik haben oder eine, die seltsamerweise altmodisch oder zu starr ist. Der Stil von "The Chosen" ist nicht bahnbrechend, aber zeitgemäß und effektiv.

Hier sind nur einige Beispiele dafür, was die Show ästhetisch so gut macht:

Rückblenden. Ob bei kurzen Streifzügen ins Alte Testament, um die Kontinuität des Lebens und der Lehre Christi mit den hebräischen Schriften zu zeigen, oder bei der Darstellung der Hintergrundgeschichten verschiedener Charaktere, "The Chosen" setzt effektiv Rückblenden ein.

Handkameraführung. Durch die Art der Kameraführung entsteht ein Gefühl von Intimität und Realismus in dem Drama auf dem Bildschirm.

Stille. Es ist verrückt, wie oft christliche Filmemacher Ruhe und Szenen ohne Worte nicht ausnutzen und den grundlegenden Rat ignorieren: "Zeigen, nicht erzählen". Zum Glück fällt The Chosen nicht in diese Falle und verwendet Bilder und Handlungen (ohne Erzähler!), um die Geschichte zu erzählen, ohne sich zu sehr auf Worte zu verlassen.

Die Erzählung hat Raum zum Atmen. Jenkins möchte, dass "The Chosen" sieben (!) Staffeln lang ist, wobei eine Staffel ausschließlich der Kreuzigung und die letzte Staffel dem gewidmet ist, was danach passiert. Dieser Ansatz ermöglicht einen narrativen Raum zum Atmen, was immer zu einem besseren Drama führt. Anstatt jahrelange Erzählungen auf zwei Stunden zu beschränken, kann "The Chosen" eine ganze Episode einer oder zwei kurzen Szenen aus der Bibel widmen.

Episodische Struktur. Die episodische Struktur der Show ermöglicht es ihr, tiefer in Themen und Motive einzutauchen, die in einer komprimierteren Erzählung möglicherweise übersehen werden, wie eine ganze Episode, die der Hochzeit in Kana gewidmet ist (Episode 4) oder eine, die die Dynamik Jesu mit Kindern wunderschön darstellt (Episode 2).

Diese Serie macht auf jeden Fall Lust auf mehr und wir dürfen gespannt sein, was da in den nächsten Jahren noch kommt.

Falls du die Serie kennst oder sie dir anschaust, dann schreib uns doch kurz, wie sie dir gefallen hat.

Die Mobile Zahnklinik in Has - Video

Vielleicht hattest du schon per Email von unserem Projekt "Die Mobile Zahnklinik" gehört. Hier hatten wir auch schon einen Fotoartikel dazu veröffentlicht.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Verein SOS Medivac konnten wir Ende Mai/Anfang Juni in drei Dörfer evangelistische Einsätze in Verbindung mit einer mobile Zahnklinik durchführen.

Damit du einen Eindruck davon bekommst, was wir so erlebt haben, habe ich ein Video erstellt. Schau es dir doch gerne an.

Bilder von unserem Zahnklinik-Projekt

Die letzten 3 Wochen waren anstrengend und schön zu gleich. Mit Gottes Hilfe konnten wir den Menschen in drei Dörfern die Liebe Gottes in Wort und Tat nahe bringen. In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Schweizer Geschwistern haben wir eine mobile Zahnklinik in verschiedenen Dörfern aufgestellt. Wir waren dann für 3 Tage in einem Dorf. Die Menschen, die Probleme mit ihren Zähnen hatten (das sind eigentlich fast alle), erhielten eine kostenlose Zahnbehandlung. Diese bestand meistens daraus, dass zerstörte Zähne oder Wurzelreste entfernt wurden. Zudem gab es Unterricht zur Zahnhygiene und eine klare Verkündigung des Evangeliums.

Für die Kinder boten wir ein extra Kinderprogramm an und die Jungs freuten sich, wenn wir mit ihnen Fußball spielten. Ich war öfter mit der Kamera unterwegs, um den Einsatz filmisch zu dokumentieren. Der entsprechende Film kommt dann in den nächsten Tagen. Aber neben dem Filmen konnte ich auch hier und da ein Foto machen.

Wir waren in den Dörfern Vlahen (15 min entfernt), Perolaj (25min entfernt) und Kishaj (1 Stunde entfernt auf sehr schlechter Straße) und auf dem höchsten Berg in unserer Region. Wir haben ca.100 Menschen zahnmedizinisch geholfen und unzählige mehr haben das Evangelium gehört und unsere Liebe empfangen. Die letzte Woche haben wir sogar ein Zeltlager in einem Bergdorf aufgeschlagen, weil es sonst unmöglich wäre, das Dorf Kishaj zu erreichen aufgrund der Entfernung. Es liegt wunderschön, aber es war dort auch richtig kühl auf 1100 m.

Doch nun will ich nicht mehr viele Worte machen. Die Bilder sollen für sich selbst sprechen und erzählen von einem unvergesslichen Einsatz. (Kleine Notiz am Rande: Die allermeisten Bilder sind mit meinem Smartphone entstanden)

Gefestigt ist mein Herz, Gott!

Ich hatte bisher in meinem Leben selten so emotional dichte Zeiten wie gerade.

Da ist viel Freude über die lieben Menschen, die aus der Schweiz auch in Zeiten von Corona gekommen sind, um uns und den Menschen hier zu dienen. Ich genieße es, eine Freundin mit ebenso vier Kindern hier zu haben, mit der ich mich austauschen kann, von der ich lernen kann, die mit und für mich betet.

Doch da ist auch diese tiefe Traurigkeit in mir über den Tod eines lieben Jungen, der jeden Tag an unserem Tor stand und mit zarter Stimme nach Gideon rief. Der mit seinem schönen Fahrrad wartete und es mit seinen Freunden teilte. Ein schmächtiger, hübscher, blonder Junge. Wie unserer.
Er, Gideon und die zwei Nachbarjungs waren in den letzten Monaten ein untrennbares Gespann.

Und dann kam der Donnerstag. Unser erster Tag mit der Klinik im Dorf. Mittags kam die schreckliche Nachricht, dass eben dieser Junge tragisch ums Leben kam, als er mit den Nachbarjungs auf dem Fußballplatz spielte. Wohl ist ihm das schwere Tor auf den Kopf gefallen. Später gaben die Eltern als Todesursache einen Herzinfarkt bekannt. Er sei eines natürlichen Todes gestorben. Die meisten, mit denen ich spreche, gehen davon aus, dass das nicht stimmt. Aber es ist wohl für alle leichter das zu verkraften.

Ich muss nun nur einen Jungen sehen, der mit einem Fahrrad fährt und ich werde an Armando erinnert. Ich muss nur zu unserer Mauer aus dem Küchenfenster schauen und ich werde erinnert. An die vier Jungs, die da saßen und Karten spielten. Jetzt ist einer nicht mehr da, einfach weg, von heute auf morgen aus dem Leben gerissen. Und ich verspüre so eine Traurigkeit und Enge in meinem Herzen, die ich immer wieder nur Jesus abgeben kann. Und meinen Tränen will ich Raum geben…

Ich lese zum Abschluss meines Bibelleseplans noch einige Psalmen und sie passen mal wieder genau richtig in die momentane Situation:

Gefestigt ist mein Herz, Gott! (Psalm 108,2)

Denn Ich bin elend und arm, und mein Herz ist verwundet in meinem Inneren.
(Psalm 109,22)

Er (der Gerechte) wird sich nicht fürchten vor böser Nachricht. Fest ist sein Herz, es vertraut auf den Herrn. Beständig ist sein Herz, er fürchtet sich nicht, bis er heruntersieht auf seine Bedränger.
(Psalm 112,7-8)

Gott sieht und kennt mein Herz (und das aller Menschen). Er sieht meine Traurigkeit, mein Furcht, meine geistliche Armut. In all das spricht Jesus sein Wort:

Herz, sei gefestigt in mir!
Vertraue auf mich!
Fürchte dich nicht!
Nichts geschieht ohne meinen Willen.
Ich bin stärker als alle deine Bedrängnisse und Bedränger.
Du musst dich nicht vor böser Nachricht fürchten.
Sei mutig und stark.
Ich tröste dein Herz, ich stärke dich auch.
Du bist mein.
Sei gestärkt, sei gefestigt du Herz von Rahel!
Ich bin bei dir!

Durch was immer auch du gerade gehen magst - diese Worte Jesus gelten auch deinem elenden und armen und verzagten und furchtsamen Herzen.

Schau auf Jesus und sage: Gefestigt ist mein Herz, Gott!

Photo by Denys Nevozhai on Unsplash

Was könnte dich mehr motivieren...

Wir stehen am Anfang einer herausfordernden Zeit. Das geplante Zahnklinik-Projekt kann tatsächlich stattfinden. Mit einem Schweizer Team werden wir hier in den nächsten Wochen eine Menge zu tun haben, um den Menschen unserer Region zu dienen.

Allerdings fühle ich mich in diesen Tagen körperlich sehr schwach. Da kam die heutige Andacht vom 25.Mai aus Paul David Tripps Andachtsbuch genau passend. Vielleicht passt sie auch zu deiner Situation.


Was könnte dich in Anbetracht deiner Schwachheit mehr motivieren, als diese Worte: "Meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung"?

Ich weiß nicht wie es dir damit geht, aber ich mag es nicht, schwach zu sein. Ich mag es nicht körperlich oder geistig schwach zu sein. Ich möchte stark sein und die Dinge unter Kontrolle haben. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich einer Herausforderung nicht gewachsen bin. Ich möchte nicht verlegen oder unvorbereitet sein. Ich möchte nicht das Gefühl haben unqualifiziert zu sein für eine Aufgabe. Ich möchte nicht derjenige sein, der verhindert, dass Dinge erledigt werden, oder der andere zurückhält.

Ich mag es nicht, wenn es scheinbar Dinge gibt, die ich wissen sollte, die ich nicht weiß. Ich möchte nicht mit Bedauern auf Situationen zurückblicken, in denen ich eine stärkere Entschlossenheit hätte haben sollen und die Kraft dranzubleiben. Ich möchte nicht dem Scheitern ins Gesicht starren. Ich möchte mich oder andere nicht im Stich lassen.

Ich möchte eine Erfolgsbilanz haben, auf die ich stolz bin. Ich finde Schwäche nicht sehr angenehm.

Ich denke, was ich sage ist, dass ich nicht sein will, wer ich bin oder mich dem stellen, wer ich bin. Und ich vermute, du bist mir sehr ähnlich.

Wir alle träumen von individueller Stärke und Fähigkeit. Wir alle sehnen uns nach unabhängigem Wissen und Weisheit. Wir alle wollen unsere eigene Gerechtigkeit. Aber die Tatsache ist jedoch, dass wir nicht geschaffen wurden, um unabhängig zu sein, sondern die Sünde hat uns mit ihren verheerenden Auswirkungen noch schwächer und bedürftiger gemacht.

Die Theologen nennen es eine totale Verdorbenheit. Es bedeutet nicht, dass wir so schlecht sind, wie wir sein könnten, aber dass die Sünde ihr hässliches Werk in jedem Aspekt unserer Persönlichkeit gewirkt hat. Deswegen ist unabhängige Stärke eine Täuschung. Dies bedeutet, dass deine Schwäche nicht so eine große Gefahr für dich ist, wie du denkst. Vielmehr liegt die große Gefahr in deiner Selbsttäuschung von Stärke, denn wenn du glaubst, stark zu sein, suchst du nicht mehr Hilfe, die du so dringend brauchst, bei EINEN, der die ultimative Quelle jeder Art von Stärke ist.

Deshalb sagt Paulus:

"Aber er sagte zu mir: 'Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.' Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne." (2.Kor 12,9)

Du siehst, dass das Wissen um die eigene Schwachheit ein Segen Gottes ist. Wenn du dies verstehst, bedeutet dies, dass ER dich rettet, durch Gnade, aus der Knechtschaft der Selbsttäuschung deiner unabhängigen Stärke. Du sollst sein, wozu du geschaffen wurdest und das tun, wozu er dich berufen hat.

Dann wirst du auch frei sein die wahre Stärke, die du brauchst, zu suchen, eine Stärke die nur in seinen fähigen und gnädigen Händen zu finden ist. Die wahnhafte Abwägung der individuellen Stärke sperrt dich letztendlich aus von dem Ort, an dem die wahre Stärke gefunden wird.

Die Hoffnungslosigkeit von Schwachheit ist die einzige Tür zur Hoffnung auf echte Stärke. Gnade legt offen, wie groß deine Not wirklich ist, und führt dich dann an der Hand dorthin, wo dauerhafte Kraft gefunden werden kann. So kannst du dich also rühmen, wovor die meisten Menschen sich fürchten, weil du durch Gnade gerettet wurdest und wirst.


Bitte bete für mich, dass diese ich diese Worte annehmen kann und dass ich nicht der Täuschung erliege, es komme auf meine körperliche Kraft an. Selbst in diesem Moment wo ich das schreibe, mit müdem Kopf, fällt es mir noch schwer das zu fassen.

31 wunderbare Dinge, die wir empfangen bei unserer Erlösung

In einem Buch über die Identität eines Jüngers fand ich die folgende Liste von Tatsachen, die du für dich in Anspruch nehmen kannst, wenn du zum Glauben kommst und das Geschenk der Erlösung annimmst.

Lass deine Identität von diesen Wahrheiten bestimmen und von nichts anderem.

  1. Du bist von der Sklaverei der Sünde erlöst (Röm 3,24; 8,23).
  2. Du bist mit Gott versöhnt (2.Kor 5,18-20)
  3. Dir sind alle deine Sünden vergeben (Kol 2,13)
  4. Du bist vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit (Röm 6,14; 8,1-4; Gal 5,1-4).
  5. Du von Gott adoptiert (Gal 3,26,4,7; Eph 1,1). 4-5)
  6. Du wirst ein Kind Gottes (Joh 3,3. 7)
  7. Du bist von Gott angenommen (Eph 1,6)
  8. Du bist durch Jesus Christus gerechtfertigt (Röm 4; 5,1)
  9. Du bist mit Jesus verherrlicht (Röm 4,16-17; 8:30; Kol 3,4).
  10. Du bist mit Jesus vereint (Kol 2,9-10)
  11. Du besitzt jeden geistlichen Segen (Eph 1,3)
  12. Du bist Gott nahe gebracht (Eph 2,13)
  13. Du bist von der Macht der Finsternis befreit (2.Kor 4,3-4; Kol 1,13).
  14. Du wirst aus Satans Reich in das Reich Gottes versetzt (Kol 1,13; 1.Thess 2,12)
  15. Du wirst als Geschenk gegeben (Joh 17)
  16. Du bist in Christus beschnitten (Kol 2,11)
  17. Du bist Teil vom Priestertum der Gläubigen (1.Petr 2,5; Offb 1,6)
  18. Du schließt dich dem Volk Gottes an (1.Petr 2,9)
  19. Du erhältst die Staatsbürgerschaft im Himmel (Eph 2,19; Phil 3,20).
  20. Du bist ein Mitglied der Familie Gottes (Gal 6,10; Eph 2,19)
  21. Du bist Teil von der Gemeinschaft der Heiligen (Joh 17,11-23; Eph 4,1-3).
  22. Du erhältst Zugang zu Gott (Hebr 4,16; 10,10-20)
  23. Du wirst ein Erbe (Eph 1,6.18)
  24. Du erhältst eine Erbschaft (Eph 1,14; Kol 3,24; 1.Petr 1,4)
  25. Du wirst ein Licht für die Welt (Eph 5,8)
  26. Du bist in Gott (1.Thess 1,1)
  27. Gott der Vater ist in dir (Eph 4,6)
  28. Du bist im Sohn (Röm 8,1)
  29. Der Sohn ist in dir (Joh 14,20)
  30. Du bist im Geist (Röm 8,9)
  31. Der Geist ist in dir (1. Kor 2,12)

Der Plan Gottes

In einer mehrteiligen Reihe bespreche ich die Lausanner Verpflichtung. Diese ist ein wichtiges Dokument, welches den Auftrag der Gemeinde zur Mission und Evangelisation beschreibt. Siehe dazu diesen einleitenden Artikel. Heute geht es um den ersten Punkt von 13.


Unter dem Punkt "Der Plan Gottes" haben die Verfasser des Dokuments folgende Glaubensaussagen festgeschrieben.

Wir bekräftigen unseren Glauben an den einen ewigen Gott, Schöpfer und Herrn der Welt, Vater, Sohn und Heiliger Geist, der alle Dinge nach dem Ratschluss Seines Willens regiert.

Er hat Sein Volk aus der Welt herausgerufen und sendet es zurück in die Welt, als Seine Diener und Zeugen. Er hat die Gläubigen zur Ausbreitung Seines Reiches, zur Erbauung des Leibes Christi und zur Verherrlichung Seines Namens herausgerufen.

Wir bekennen und bereuen, daß wir unserer Berufung oft untreu gewesen sind und unseren Auftrag nicht erfüllt haben, indem wir uns der Welt anpaßten oder uns von ihr zurückzogen.

Doch freuen wir uns daran, dass das Evangelium, selbst wenn es in irdenen Gefäßen gefasst ist, ein kostbarer Schatz ist. Erneut übernehmen wir die Aufgabe, diesen Schatz durch die Kraft des Heiligen Geistes bekanntzumachen.

Und diese Aussagen möchte ich jetzt Stück für Stück aufgreifen und sie auf uns anwenden.

An wen glauben wir?

Wir bekräftigen unseren Glauben an den einen ewigen Gott, Schöpfer und Herrn der Welt, Vater, Sohn und Heiliger Geist, der alle Dinge nach dem Ratschluss Seines Willens regiert.

Unser Glaube richtet sich auf den einen ewigen Gott, Schöpfer und Herrn der Welt. Dieser Gott ist so unglaublich groß und doch ist er uns so nahbar. Er ist der dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heilige Geist, und er ist der souveräne Herr, der alle Dinge ausführt, wie er es gemäß seines Willens festgelegt hat. Auch der Corona Virus und alles was damit zusammenhängt ist Teil von Gottes souveränem Willen, mit dem er die Welt regiert.

Die große Frage ist: Glauben wir noch an den einen ewigen Gott, der alles regiert?

Wozu sind wir berufen?

Er hat Sein Volk aus der Welt herausgerufen und sendet es zurück in die Welt, als Seine Diener und Zeugen. Er hat die Gläubigen zur Ausbreitung Seines Reiches, zur Erbauung des Leibes Christi und zur Verherrlichung Seines Namens herausgerufen

Was lesen wir da? Wir sind Berufene und Gesandte, als seine Diener und Zeugen. Ist das nicht eine herrliche Wahrheit? Der allmächtige Gott hat in unserem Leben gewirkt und er gab uns einen neuen Sinn. Wir sollen sein Reich ausbreiten, den Leib Christi erbauen und zu seiner Ehre leben. Das sind die Grundlektionen des christlichen Lebens, und doch vergessen wir sie so leicht.

Frage an dich: Siehst du dich als Berufene/r und Gesandte/r? Hast du schon verstanden, dass Gott dich gebrauchen will, um sein Reich auszubreiten und seinen Namen groß zu machen?

Wie haben wir uns schuldig gemacht?

Wir bekennen und bereuen, dass wir unserer Berufung oft untreu gewesen sind und unseren Auftrag nicht erfüllt haben, indem wir uns der Welt anpassten oder uns von ihr zurückzogen.

Wenn wir uns mit diesem Punkt identifizieren, dann machen wir uns eins mit der weltweiten Gemeinde. Aber wir sehen bestimmt ein, dass auch wir persönlich bekennen und bereuen müssen, weil wir unsere Berufung nicht gelebt und den Auftrag nicht erfüllt haben. Wir haben uns der Welt angepasst oder von ihr zurückgezogen.

Frage: Ist es auch für dich dran zu bekennen und zu bereuen? Wo findest du dich wieder? Hast du dich der Welt angepasst oder von ihr zurückgezogen?

Was ist unsere Hoffnung?

Doch freuen wir uns daran, dass das Evangelium, selbst wenn es in irdenen Gefäßen gefasst ist, ein kostbarer Schatz ist. Erneut übernehmen wir die Aufgabe, diesen Schatz durch die Kraft des Heiligen Geistes bekanntzumachen.

Wir tragen den kostbaren Schatz des Evangeliums in irdenen Gefäßen, damit Gottes Kraft sichtbar wird.

Frage: Erkennst du das Vorrecht, dass wir in unserer Schwachheit, durch die Kraft des Heiligen Geistes, diesen Schatz bekannt machen dürfen.

Ich wünsche mir so, dass nicht nur wir als Missionare daran beteiligt sind. Mögest auch du als unser Leser, die Freude darin finden, diesen Schatz des Evangeliums bekannt zu machen.

In Erinnerung an Ravi Zacharias (1946-2020)

Gestern ist Ravi Zacharias im Alter von 74 Jahren gestorben. Er ist heimgegangen zu seinem Herrn, den er für viele Jahre so treu verkündigt hat.

Erst im März wurde bei ihm ein Tumor am Steißbein diagnostiziert. Nach einer scheinbar erfolgreichen Chemotherapie mussten die Ärzte bald feststellen, dass der Krebs in andere Organe gestreut hatte. Anfang Mai wurde Zacharias nach Hause entlassen, um zu sterben. Gestern kam dann die Nachricht von seinem Tod.

Anfang Januar hörten Rahel und ich noch live eine Predigt von ihm, die er auf der jährlichen Passion Conference hielt.

Dort wirkte er so gesund und es schien, als würde er noch viel Jahre zu dieser Jugend-Konferenz eingeladen werden. Doch nun ist Ravi in die Herrlichkeit eingegangen.

Ravi Zacharias gehörte zu den herausragenden Apologeten unserer Zeit und er war ein begnadeter Redner. Viele Leben wurden durch ihn für immer verändert. Doch nun hat er seinen Lauf vollendet und ist für immer bei Jesus.

In einem Vortrag am 04. Januar rezitierte Zacharias ein Gebet von Richard Baxter.

“Lord, it belongs not to my care
Whether I die or live;
To love and serve Thee is my share,
And this Thy grace must give.
If life be long, I will be glad,
That I may long obey;
If short, yet why should I be sad
To welcome endless day?

Christ leads me through no darker rooms
Than He went through before;
He that unto God’s kingdom comes
Must enter by this door.
Come Lord, when grace hath made me meet
Thy blessed face to see;
For if Thy work on earth be sweet
What will thy glory be!

Then I shall end my sad complaints
And weary sinful days,
And join with the triumphant saints
That sing my Savior’s praise.
My knowledge of that life is small,
The eye of faith is dim;
But ‘tis enough that Christ knows all,
And I shall be with Him.”

Dieses Gebet spricht in herrlichen Worten von der zukünftigen Begegnung mit Jesus in der Herrlichkeit. Und genau das ist jetzt Realität für Ravi. Wer hätte geglaubt, dass ein so gesegnetes Leben so schnell zu Ende gehen kann.

Ich bin traurig für uns, dass ein Mann gegangen ist, der so treu unseren kostbaren Herrn verkündigt hat. Aber ich freue mich für ihn.

Zacharias kam zum Glauben durch den Vers aus Johannes 14,19:

Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Ravi lebt, auch wenn er gestorben ist.

Am Ende bleibt mir ein Wunsch. Ich will auch so treu Gottes Wort verkündigen und man soll sich an mich genauso erinnern als an einen Mann, der Leben verändert hat durch die Botschaft, die er verkündigte.

Falls du mehr erfahren willst, dann lies

Ravi Zacharias, Now with Jesus Das ist ein Nachruf von Zacharias Tochter.

Einen Nachruf in Form seiner Lebensgeschichte findest du hier

Orbituary: Ravi Zacharias

Das Geheimnis eines überreichen Lebens

Was kommt dir in den Sinn, wenn du diesen Titel liest? Ein überreiches Leben, wer will es nicht? Nicht nur ein reiches, sondern ein überreiches?

Doch was bedeutet es, überreich zu sein? Heißt es, viel zu besitzen? Ein Haus mit schönem Garten in einer attraktiven Lage? Ein sehr gut bezahlten und vor allem krisensicheren Job haben, der es mir ermöglicht, viermal im Jahr in den Urlaub zu fahren? Ein Bankkonto und Versicherungen zu haben, die mir Sicherheit geben im Hinblick auf das Alter und die Zukunft? Vorgesorgt zu haben für alle möglichen Eventualitäten?

Würdest du dich als einen überreichen Mensch bezeichnen? 

Vielleicht ist für dich der Reichtum nicht in all diesen Dingen gelegen. Eher in einer guten Gesundheit, glücklichen und wohlgeraten Kindern, deiner Familie, deinem Glauben, deinem positiven Blick aufs Leben überhaupt. - Ja, all das ist Reichtum. Und all das macht uns reich. 

Doch meine Frage bleibt noch immer bestehen. Was ist ein überreicher Mensch? Und vor allem: Wen bezeichnet die Bibel als überreich?

Ich lese im Moment meinen Lieblingsbrief von Paulus (naja, ich habe einige Lieblingsbriefe): den 2. Korintherbrief. Je mehr ich ihn zur Zeit studiere, desto mehr wächst wieder meine Liebe und Faszination für diesen außergewöhnlichen Brief. 

Und heute blieb ich besonders hängen an einem Wort: überreich. 

Es kommt im 8. und 9. Kapitel des Öfteren vor. Dieses „über“. Mehr als genug. 

Überschwang (8,2)

Überreich (8,2)

Überreich (8,7)

Überströmend (8,7)

Überreichlich (9,8)

Überreich (9,8)

Überreich (9,12)

Überragend (9,14)

Doch von was redet Paulus in diesen zwei Kapiteln? Was macht überreich? Was lässt ihn so in dieses „extrem“ verfallen?

Er redet vom Geben! 

Nicht vom anhäufen, sich aneignen, sich versichern, sich absichern. 

Nicht vom nehmen und sparen. 

Nicht vom Verständnis dieser Welt, was Reichtum ist.  

Es ist revolutionär: Du wirst überreich, indem du überreichlich gibst!

Es ist ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das immer wieder in diesem Brief vorkommt. 

Das Geheimnis des Reichtums in Jesus! Der Schätze im Himmel! Des Lebens, das Gott verherrlicht und andere zum Lob und dank Gottes anspornt. 

Das Geheimnis eines Lebens, das überreich, ausgefüllt und lohnend ist. 

Nicht in den Augen dieser Welt. Sondern im Angesicht Gottes. 

Das Geheimnis, das zu allererst Jesus Christus in diese Welt gebracht hat und uns gleichsam lehrt:

„Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich wurdet.“ (8,9)

Und Paulus, der Nachahmer Jesu sagt ein paar Verse zuvor:

„Als Arme, aber viele reich machend, als nichts habend und doch alles besitzend.“ (6,10)

In Kapitel 8 nun berichtet Paulus von den Gemeinden in Mazedonien, die genau das getan haben. Nicht nur im geistlichen Sinn, sondern hier sehr eindrücklich im materiellen Sinn. 

Es ist aus der Gnade Gottes geschehen, die ihnen geschenkt wurde, dass sie in viel Bedrängnis und in großer Armut doch bereit waren, überschwänglich zu geben. Und das nicht aus Zwang oder missmutig, sondern im Überschwang ihrer Freude. Es bedeutet für sie Gnade, dass sie geben dürfen. Und sie geben nicht nur soviel sie konnten, sondern darüber hinaus. „Über ihr Vermögen“, so heißt es da. Wieder ein „über“ in diesem Text. Sie mussten sogar Zureden und Überreden, dass Paulus die Gabe annahm. Doch Geben, das haben diese eifrigen Christen verstanden, bedeutet Segen, bedeutet Gehorsam, bedeutet Lobpreis Gottes und zeigt ihre Liebe zu Gott und den Menschen. 

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ - Bin ich so ein fröhlicher Geber, wie Paulus ihn hier beschreibt. Zeichne ich mich aus durch Großzügigkeit? Habe ich tief in meinem Herzen begriffen, dass es in diesem Leben als Christ nicht darum geht, Dinge anzuhäufen, mir anzueignen, auf mich zu schauen, sondern darum, weiterzugeben, nicht festzuhalten, mich lösen und großzügig sein? Auch und gerade mit meinem Besitz, meinem Geld? 

Wir sind ja selbst davon „abhängig“, dass Menschen uns unterstützen, uns geben, damit wir hier leben und arbeiten können. Aber das heißt nicht, dass mir dieser Aufruf nicht auch gilt. Denn es ist ein Geheimnis, dass geben nicht bedeutet, dass man ein Opfer gibt, weil es eben nicht anders geht. Sondern indem ich gebe, werde ich überreich beschenkt, werde ich gesegnet, es ist ein Gnadenwerk. Es ist ein Geheimnis. Der Geber ist der Beschenkte. Und Gott ist der, der die Ehre und den Dank bekommt. Allen wird geholfen! Alle werden gesegnet. Doch vor allem der Geber!

Ich will zutiefst diesen Lebensstil des Gebens leben. Ich weiß und spüre es, dass es das richtige ist. Doch so viel in dieser Welt will einen eher davon abhalten. Die Vernunft: du musst doch auch an dich und deine Kinder denken. Und an dein Alter. Und wenn etwas unvorhersehbares geschieht und und und. 

Doch worin unterscheiden wir uns dann von dieser Welt und ihrer Denkweise? 

Wir sind ein Brief Christi (2.Kor 3,3), Diener des neuen Bundes (2.Kor 3,6), neue Kreaturen (2.Kor 5,17), Gesandte an Christi statt (2.Kor 5,20) und Diener Gottes (2.Kor 6,4). Wir leben nicht mehr uns selbst, sondern dem, der für uns gestorben und auferstanden ist (2.Kor 5,15). 

Unser Leben und unser Geben muss sich so radikal unterscheiden von denen, denen der Gott der Welt den Sinn verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht sehen (2.Kor 4,4).

Doch uns ist diese Lichtglanz in unseren Herzen aufgeleuchtet. - Wie können wir da noch für uns leben?

Ich wünsche mir so sehr, dass wir als Christen ein radikal anderen Umgang mit unserem Besitz und unserem Geld leben. Ich weiß, geben ist nicht nur auf materielles bezogen, viel wichtiger ist ja auch das geben von Zeit und Liebe und Anteilnahme. Aber Paulus schreibt hier explizit, dass das Geben von Geld die Echtheit der Liebe bezeugt. Und da sicher erst einmal unserer Liebe zu Gott aber dann auch zu unseren Geschwistern. 

„Wenn es ums Geld geht, dann hört die Liebe auf.“ - das ist ein bekannter Satz. Bekannt für diese Welt, in der wir leben. 

Nach Paulus müsste es heißen:

„Wenn es ums Geld geht, dann beginnt die Liebe erst richtig.“ 

Wir leben in unsicheren Zeiten. Unser bisheriger Wohlstand ist bedroht. Wie wird alles werden? Kann ich überhaupt noch weitergeben? Oder nicht doch lieber zurücklegen soviel es geht, man kann ja nie wissen? 

Und bitte versteht mich nicht falsch. Das soll in kleinster Weise ein versteckter Aufruf sein, uns zu unterstützen. Ich spreche für dich und mich. Lasst uns gerade in dieser unsicheren Zeit ein Zeichen setzen und großzügig sein. Nicht festhalten, was wir nicht festhalten können. Gerade jetzt lasst uns mindestens noch ein Patenkind unterstützen in einem armen Land. Gerade jetzt Missionare unterstützen und Gemeinden helfen. 

„Denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.“ (2.Kor 9,7+8)

Ein wichtiges Dokument und wie es beginnt

Eines der wichtigsten Dokumente der Mission und Evangelisation ist die Lausanner Verpflichtung von 1974. Auf dem Internationalen Kongreß für Weltevangelisation in Lausanne, trafen sich Gläubige, Leiter und Pastoren aus 150 Nationen, um über den Auftrag der Mission nachzudenken.

In einer Verpflichtung fassten die Teilnehmer verschiedene Glaubenssätze zusammen, die bis heute von großer Bedeutung sind für die Mission. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und neu in den Fokus rücken, möchte ich dir diese Lausanner Verpflichtung mal vorstellen und mit dir gemeinsam durchgehen.

In der Einleitung sind folgende Worte zu lesen.

Wir loben Gott, weil Er Sein Heil geschenkt hat und freuen uns an der Gemeinschaft, die Er uns mit Ihm und untereinander schenkt. Gottes Wirken in unserer Zeit bewegt uns tief. Unser Versagen führt uns zur Buße.
Die unvollendete Aufgabe der Evangelisation fordert uns heraus. Wir glauben, dass das Evangelium Gottes gute Nachricht für die ganze Welt ist. Durch Seine Gnade sind wir entschlossen, dem Auftrag Jesu Christi zu gehorchen, indem wir Sein Heil der ganzen Menschheit verkündigen, um alle Völker zu Jüngern zu machen. Darum wollen wir unseren Glauben und unseren Entschluss bekräftigen und unserer Verpflichtung öffentlich Ausdruck geben.

Ich weiß nicht, wie du diese Worte liest, aber mich bewegen sie. Vor allem, weil mir diese Einsicht heute oftmals fehlt.

Schauen wir uns diese Punkte einzeln an.

  1. Wir loben Gott, weil Er Sein Heil geschenkt hat und freuen uns an der Gemeinschaft, die Er uns mit Ihm und untereinander schenkt.

Ist es nicht so, dass wir dies heute viel zu sehr voraussetzen? Erkennen wir noch, was für ein Vorrecht dieses Geschenk des Heils in sich trägt. Wir können Gemeinschaft mit Gott und mit anderen Christen haben. Ich wünschte mir, wir würden öfter in Lob Gottes ausbrechen über dieser Wahrheit.

  1. Gottes Wirken in unserer Zeit bewegt uns tief.

Sehen wir noch Gottes Wirken in unserer Zeit? Ich wünschte, wir könnten einmal mit Gottes Augen sein ganzes Handeln in dieser Welt sehen, vor allem dort, wo bislang so wenig geschah. Aber wir sind oft viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Ich für meinen Teil will mehr bewegt werden von dem was Gott tut.

  1. Unser Versagen führt uns zur Buße.

Hier ist natürlich die ganze Christengemeinschaft mit eingeschlossen, aber natürlich muss sich auch jede Gemeinde fragen, inwieweit sie sich schuldig gemacht hat daran, den Auftrag der Mission nicht so zu vollenden, wie es möglich wäre.

  1. Die unvollendete Aufgabe der Evangelisation fordert uns heraus.

Noch immer gibt es Milliarden von Menschen, die noch nie von Jesus gehört haben. Diese Tatsache hast du vielleicht schon mal gehört, aber was macht dies mit dir? Wie sehr fordert sie dich heraus? Wie sehr lassen wir uns bewegen?

  1. Wir glauben, daß das Evangelium Gottes gute Nachricht für die ganze Welt ist.

Die Bibel lässt eigentlich keinen andere Deutung zu. Doch wenn wir das wirklich noch glauben würden, wie müsste dann unser ganzes Handeln anders aussehen?

  1. Durch Seine Gnade sind wir entschlossen, dem Auftrag Jesu Christi zu gehorchen, indem wir Sein Heil der ganzen Menschheit verkündigen, um alle Völker zu Jüngern zu machen.

Dies ist die passende Schlussfolgerung zu dem vorher gesagten. Gehorsam gegenüber dem Auftrag Christi ist gefragt. Alle Völker sollen von Jesus hören und Menschen aus allen Völkern sollen zu Jüngern gemacht werden.

Ich wünschte mir diese Entschlossenheit von mehr Christen und auch von Lesern dieses Blogs. Ja, wir haben oftmals ermutigende Artikel und wir bekommen immer wieder positives Feedback dazu. Aber hin und wieder wollen wir auch bewusst herausfordern.

Und nicht nur allgemein. Sondern vielleicht gerade dich. Bist du ein Leiter in der Gemeinde, dann kannst du das Anliegen der Mission in deiner Gemeinde stärken. Bist du ein "einfacher" Christ, dann kannst du deine Gemeindeleitung herausfordern, mehr über Mission nachzudenken. Oder du kannst dich selbst Gott zur Verfügung stellen.

In den nächsten Wochen werde ich diese Lausanner Verpflichtung in ihren Einzelteilen besprechen und hoffentlich mutmachende Aspekte daraus ableiten.

25 schnelle Gebetstipps und Erinnerungen, die deinem Gebetsleben helfen

Die folgenden Tipps fand ich bei David Qauod. Ich fand sie so treffend, dass ich sie für dich übersetzt habe. Mögen wir mehr beten.


1. Das Gebet ist nicht nur eine Einladung, sondern ein Befehl.

2. Nicht jeder „Eindruck“ und jedes „Gefühl“ und „unterbrochener Gedanke“ während des Gebets ist Gott, der zu dir spricht.

3. Bücher über Gebete zu lesen ist großartig, aber sie helfen nicht viel, wenn du nicht wirklich betest.

4. Es gibt kein "unbeantwortetes Gebet". Gott beantwortet jedes Gebet mit Ja, Nein oder später.

6. Privates Gebet ist nicht genug. Nimm an der Gebetsversammlung deiner Gemeinde teil, bete mit Menschen in deinem Hauskreis.

6. Öffentliches Gebet ist nicht genug. Bete privat.

7. Das Gebet mit Lob zu beginnen ist lobenswert, aber keine Voraussetzung. Manchmal ist das Leben zu hart und du kannst mit Tränen oder Schreien beginnen oder was auch immer in deinem Herzen ist.

8. Höre vertrauten Freunden zu, wenn sie beten, um von ihnen zu lernen.

9. Das Gebet während der Autofahrt ist hilfreich, kann aber ablenken. Richte dir einen Ort und eine Zeit um allein zu sein mit Gott.

10. Bete nicht: "Herr, bitte segne dieses Essen als Nahrung für meinen Körper", wenn du zum Abendessen Pizza und Pommes isst.

11. Werde niemals so heilig, dass du über das Bedürfnis hinauswächst, das Vaterunser zu beten.

12. Bete um Weisheit - in allem (Jakobus 1: 5). Dies wird dein Leben verändern.

13. Wenn dich Leute bitten, für sie zu beten, bete sofort für sie, wenn du kannst.

14. Es gibt keinen besseren Weg, um den Tag zu beginnen als im Gebet.

15. Es gibt keinen besseren Weg, um den Tag zu beenden als im Gebet.

16. Du kannst deinen Gefühlen nicht vertrauen. Dies gilt insbesondere während des Gebets.

17. Wie Tim Keller in seinem Buch über das Gebet erwähnt, meditiere vor dem Gebet über die Schrift als Brücke zum Gebet.

18. Das Gebet muss nicht mit Lob beginnen, aber es sollte dort enden.

19. Wenn du nicht regelmäßig privat betest, hörst du vielleicht etwas über christliche Freude, aber du wirst sie nicht erleben.

20. Mach dich nicht fertig, wenn du hier und da deine Gebetszeit verpasst.

21. Versuche nicht, Gott im Gebet zu beeindrucken. Du kannst ihn sowieso nicht täuschen.

22. Sage Gott alle deine Gefühle, wenn du frustriert bist. Mach dir keine Sorgen: Er kann damit umgehen.

23. Erwäge die Verwendung der PrayerMate-App.

24. Lass dich von niemandem piesacken, weil du Listen, Notizkarten oder eine App verwendest. Einige von uns sind so gestrickt, dass es ihnen von Nutzen ist.

25. Gebetstipps helfen, weil deine Gebete entscheidend sind. Wie John Piper sagt: "Durch das Gebet geschehen Dinge, die nicht passieren würden, wenn du nicht beten würdest."

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