Woran du erkennen kannst, dass du Gott liebst

Wahrscheinlich wirst du es schon wissen, aber ich will es noch einmal sagen, nicht nur dir, sondern auch mir. Das Wichtigste in unserem Leben ist es Gott zu lieben von ganzem Herzen. Doch dies gerät so leicht in Vergessenheit, weil unser Leben so voll ist mit allen möglichen Sachen.

Hin und wieder tut es gut, sich zu fragen: Wo stehe ich eigentlich in meiner Liebe zu Gott? In dem Buch "All Things for Good" von Thomas Watson fand ich sehr hilfreiche Gedanken in dem Kapitel: Der Test unserer Liebe zu Gott.

Watson nennt 14 verschiedene Aspekte, die uns Hinweise geben über den Zustand unserer Liebe zu Gott.

Diese Punkte haben es all in sich. Doch verlieren wir nicht all zu viel Zeit und steigen gleich.

1. Du bist in deinen Gedanken bei Gott

Dies ist eigentlich klar, oder? Das was wir lieben beschäftigt uns. Watson sagt: Wie weit entfernt sind Christen davon Liebende zu sein, wenn sie fast gar nicht über Gott nachdenken. Was beschäftigt dich, den Tag über? Ist es der dreieinige Gott und das was er getan hat.

2. Du verlangst nach Gemeinschaft mit Gott

Wenn wir Gott lieben, dann verlangen wir danach Zeit mit ihm zu haben. Wir suchen ihn in seinem Wort und sind im Gebet. Diejenigen die Gott lieben haben ein leidenschaftliches Verlangen nach ihm. Sie wissen nicht, wie sie ohne ihn sein sollen.

3. Du bist betrübt über Sünde

Wo Liebe zu Gott ist, da ist Trauer über Sünde. Weil Sünde ein Angriff ist auf Gott. Jedes mal, wenn wir sündigen entscheiden wir uns gegen Gott. Wir uns dies bewusst, sind wir traurig darüber, weil wir das Objekt unserer Liebe, Gott missachtet haben.

4. Du stehst ein für Gottes Sache

Sind wir voll Liebe zu Gott, dann setzen wir uns mutig ein für seine Sache, weil wir wissen, er ist es wert. Und wir wollen, dass Gott bekannt wird in dieser Welt.

5. Du bist betrübt, wenn Gott verunehrt wird

Wenn wir Gott lieben, können wir schlecht damit leben, wenn Menschen Ihn durch Worte und Taten verunehren. Die Gottlosigkeit in der Welt und oft auch in der Gemeinde macht uns zu schaffen.

6. Du empfindest Hass gegen Sünde

Weil Sünde ein Angriff auf den Gott ist, den du liebst, kannst du Sünde in der Welt nicht einfach hinnehmen. Du empfindest eine Abneigung gegen jede Sünde.

7. Du bist der Welt abgestorben

In diesem Punkt ist die Bibel klar. Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Gott zu lieben, bedeutet es, der Welt und was sie zu bieten hat, abzusagen.

8. Du empfindest Ehrfurcht

Wenn du Gott liebst, dann strebst du in Ehrfurcht danach Gott zu gefallen in deinem Tun und du trägst eine heilige Eifersucht in dir, weil du dich sehnst nach Gottes Gegenwart in deinem Leben.

9. Du liebst was Gott liebt

Zu diesem Punkt entfaltet Watson ganz viele Gedanken. Aber eines ist klar. Wir lieben einander als Christen, wir lieben die Gemeinde und wir lieben sein Wort. Wie sieht es in diesen Bereichen bei dir aus?

10. Du denkst nur gut über Gott

Wenn du Gott liebst, dann wirst du auch dann nicht schlecht über Gott denken, wenn in deinem Leben Dinge passieren, die für dich schwer annehmbar sind. Du wirst auf keinen Fall Gott anklagen, was auch immer passiert.

11. Du lebst im Gehorsam

Jesus wählte klare Worte, um diesen Punkt deutlich zu machen, als er sagte: Wer mich liebt, der hält meine Gebote. Gehorsam gegenüber Gott fördert die Liebe und stärkt die Beziehung.

12. Du strebst danach Gott zu verherrlichen vor anderen

Die die Gott lieben, möchten IHN vor anderen groß machen. Watson sagt: Wenn wir Gott lieben, dann möchten wir seine kostbaren Eigenschaften überall bekannt machen, damit er gerühmt wird, und andere, auch anfangen IHN zu lieben.

13. Du verlangst danach Jesus zu sehen

Der der Christ liebt, möchte IHN sehen und wartet sehnsüchtig auf seine Wiederkehr. Allein der Gedanke, dass Jesus wiederkommt und wir ihm begegnen werden, sollte unsere Herzen mit Freude erfüllen. Ist dies so?

14. Du bist bereit zu dienen

Wahre Liebe bringt Opfer. Wenn wir Gott lieben, dann sollte kein Dienst für uns zu gering sein, sagt Watson. Wir demütigen uns um niedrigste Dienste zu tun in der Liebe zu Christus und zu anderen.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde

Seit dem Beginn unserer schweren Zeit hier vor einigen Monaten begleitet uns dieses Bild. Es war zuerst eine Freundin, die uns diesen Eindruck mitteilte und seitdem bekamen wir genau dieses Bild von unterschiedlich Menschen zugesprochen. Es hat uns ermutigt und immer wieder auch Ruhe und Kraft geschenkt. 

Es ist dieser Satz aus dem wohl bekanntesten Psalm 23. 

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“

Ich kann mich noch erinnern, als ich vor vielen vielen Jahren, als ich noch Teeny war und im Kindergottesdienst mitgearbeitet habe, diesen Psalm mit den Kindern genauer betrachtet habe. Wir Mitarbeiter stießen auf diesen Satz und konnten damit irgendwie nicht allzu viel anfangen. Ich weiß noch so genau, wie diese Frage im Raum stand: Was bedeutet das und wie erklären wir das den Kindern?

Jetzt, 20 Jahre später, verstehe ich immer mehr, was es bedeutet. Diese 20 Jahre haben mich geprägt und geschliffen. Aber vor allem haben sie mir gezeigt, dass Gott treu ist und voller Liebe und dass er mich führt und leitet. Und nicht zuletzt, dass er mich inmitten von Kampf (denn das Leben ist Kampf und in dem befinden wir uns, ob wir wollen oder nicht) beschenkt, versorgt, segnet, schützt.

In besonderer Weise tut Gott gerade das alles, wenn die Feinde vor meiner Tür stehen und mich bestürmen wollen. Sie wollen, dass ich angstvoll auf sie blicke, mich gar nicht traue, mich an den Tisch zu setzen, all das gute, das Gott für mich vorbereitet hat gar nicht wahrnehme. Die Feinde wollen mich unruhig machen, ängstlich, sorgenvoll, was denn noch alles kommen wird. Werden sie sich mir nahen, werden sie mir an mein Leben gehen, werden sie mich verschlingen?

Nein. Gott bereitet vor mir einen Tisch. Er deckt den Tisch liebevoll mit allem, was mir gut tut, für Leib, Seele und Geist. Er ist der perfekte Gastgeber. Er bittet mich, Platz zu nehmen, zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und auf all das Gute zu blicken, das für mich bereit steht. Die Fülle, alles, was ich brauche. Und das alles im Angesicht meiner Feinde. Sie schauen zu. Aber sie können es nicht verhindern. Ihnen ist Einhalt geboten von dem, der regiert und über allem thront. Sie dürfen nicht an mich ran, dürfen mich nicht stören, können nicht verhindern, dass ich gestärkt und zugerüstet werde zu Kampf. Und ich mich jederzeit und immer wieder an diesen Tisch setzen kann. Was für ein tolles Bild. Was für eine geniale Zusage in turbulenten Zeiten, in denen der Kampf tobt: 

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“

Wie Gott mich an Wahrheiten erinnert und wie das zum Segen für andere werden kann

Es gibt ein paar Dinge, die Jesus mir immer wieder über den Weg schickt, um mich an Wahrheiten zu erinnern. Zum Beispiel halte ich immer Ausschau nach Steinen, die wie ein Herz geformt sind. Schon seit vielen, vielen Jahren finde ich immer wieder welche und durch sie ist es, wie wenn Jesus in diesem Moment sagt: 

Rahel, ich liebe dich! Ich sehe dich! Ich beschenke dich mit gutem! Dieses Herz ist von mir für dich!

Schon so oft musste ich innerlich voller “Seligkeit“ lächeln, wenn ich so einen Stein aufgehoben habe. Es ist wie eine Geheimsprache zwischen zwei Liebenden, die sonst niemand verstehen kann. Wie ein süßes Geheimnis, eine Liebeserklärung, oft auch in Zeiten, in denen ich durcheinander war, mein Herz schwer und meine Gedanken gefangen von Lügen.

Etwas anderes sind die Vögel! Sie sehe ich noch öfter und meistens heben sie meinen Blick automatisch zum Himmel. 

Zuletzt saß ich auf unserem Bett und sah aus dem Fenster. Mich überkam eine Welle der Traurigkeit über all dem, was in den letzten Monaten geschehen ist. Die Trauer kommt immer wieder in Wellen und manchmal füllen sich meine Augen recht unvermittelt mit Tränen und mein Herz verengt sich. 

Da plötzlich kamen sie. Die vielen, fröhlichen, tanzenden Vögel. Ein ganzer Schwarm. Und sie blieben genau in meinem Blickfeld und bewegten sich geübt in Kreisen und Formen. Das taten sie so lange, bis die Wahrheit von Gottes Versorgung und Gegenwart zutiefst in meinem Herzen und in meinen Gedanken angekommen waren. Und auch hier konnte ich nur lächeln. Und es kamen mir wieder Tränen, aber diesmal Tränen der Dankbarkeit und Liebe und Zuneigung zu einem Gott, der mich sieht und dem es nicht zu viel ist, mir eben mal diesen Schwarm am Fenster abzustellen, um mich liebevoll zu erinnern, was die Wahrheit und Realität ist.

Jesus gebrauchte dieses Bild in seiner berühmten Bergpredigt: 

„Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“ (Matthäus 6, 25-26)

Mir ist dieses Bild solch ein großer Segen geworden gerade auch in dieser schwierigen Zeit, in der wir uns alle befinden. Gott versorgt uns. Jeder Vogel, den wir sehen, erinnert uns daran! 

So entstand bei mir die Idee, unsere Freunde in Deutschland auch daran zu erinnern. Ich wollte schon immer mal so einfache Vogelmobile basteln und so ging ich das Projekt an. Ungefähr 350 kleine Vögelchen schnitt ich aus, Flügel, Faden, Perle als kleine Beschwerung. Es machte mir so eine Freude! Ich dachte bei den vielen vielen Stunden Arbeit immer wieder an Gottes Verheißung und auch an all die lieben Menschen, die uns unterstützen, die für uns beten und hinter uns stehen. Mein Herz war (und ist) voller Dankbarkeit, denn es sind Menschen, durch die uns Gott auch immer wieder seine Versorgung zukommen lässt. 

Viele haben sich sehr gefreut darüber und waren ermutigt.

Nun kam mir der Gedanke, wie es wäre, wenn jeder, der das liest, auch solche  Vögelchen bastelt und sie an Freunde und Menschen verschenkt, die besonders diese Erinnerung und Ermutigung brauchen.

Es ist wirklich nicht schwer. Man braucht nur ein paar Schnipsel Papier, evtl. eine Vogel Schablone, einen Faden, Schere, Kleber und eine kleine Perle, um sie unten am Faden zu befestigen. Es ist nicht viel Aufwand aber bringt einen doppelten Segen: schon beim basteln denken wir an Jesu Verheißung und es ist einfach schön, einen anderen Menschen an seine Verheißung zu erinnern. 

Also, nimm dir doch am Abend Zeit, und probiere dich aus… es wird gesegnet sein! 

Lieber später als nie... der neue Bibelleseplan

Schon im letzten Jahr schrieb ich hier darüber, dass ich beschlossen habe, mehr in der Bibel zu lesen und dafür hatte ich einen tollen Bibelleseplan gefunden. Von September bis Mai las ich damit durch die ganze Bibel. Und es war echt ein Segen für mich. Von Mai bis jetzt habe ich einzelne Bibel Bücher, denen ich mehr Zeit widmen wollte, noch intensiver studiert. Jetzt, am 6.9. ,habe ich wieder mit dem gleichen Plan begonnen. 

Ich kann dir nur Mut machen, es auch zu wagen. Ich bin eine recht beschäftigte Frau mit vier Kindern im Alter von 2-8 Jahren, aber mit Gottes Hilfe und etwas Disziplin und der Bibel App YouVersion, die es mir möglich machte, viele Teile auch zu hören, während ich zum Beispiel abspülte, war es wirklich gut zu schaffen und ein riesiger Segen für mich. 

Leider habe ich diesen Artikel nicht rechtzeitig vor dem offiziellen Start des Planes geschrieben, aber lieber später als nie. Falls du den Plan in der Bibel-App YouVersion nutzen willst, dann bist du zeitlich eh ungebunden.

Also, wenn du mal wieder neues Leben in dein Bibellesen bringen möchtest, dich mal herausfordern willst und etwas vielleicht für dich neues wagen willst: ich kann es nur wärmstens empfehlen. 

Drucke dir den Plan aus (diesmal ist er auch neutraler gehalten, also für Männer und Frauen ansprechend und es gibt ihn auch auf deutsch ;), lege ihn in deine Bibel und starte. Nimm dir an einem Abend Zeit, die Kapitel nachzulesen anstatt den Fernseher anzumachen. 

Ich würde mich sehr freuen, wenn viele mit mir gemeinsam diese segensreiche Herausforderung angehen!

Mein absolutes Lieblingsalbum und mein absoluter Lieblingssong

Selten habe ich ein Musikalbum, dass ich für so lange Zeit, so gerne höre. Selten Musik, die mir so unter die Haut geht und selten, dass wirklich fast jeder Song in mein Herz spricht. Und auch selten, dass mir die Stimme eines Künstlers so gut gefällt. Und selten, dass es jemand ist, den, so vermute ich, die allermeisten nicht kennen.

Darum ist es mir eine große Ehre, euch heute Jon Guerra vorzustellen und sein Album „Little Songs“. Dabei kann ich nicht allzu viel von ihm sagen, außer, dass er genau ein Jahr jünger ist als ich und er mit Valerie verheiratet ist, mit der er zusammen Musik macht. Sie ist eine begnadete Violinistin und begleitet ihren Mann bei den meisten Stücken mit der Geige und/ oder ihrer Stimme. Allein das finde ich schon sehr schön, dass ein Ehepaar zusammen so wunderbar in ihren Stimmen und ihren Instrumenten harmonieren. Es gibt einige echt gut aufgenommene Videos, wo man ihr Zusammenspiel sehr gut beobachten kann. 

Aufmerksam wurde ich auf ihn, wie schon oft auch bei anderen, als ich abspülte. Ich hatte eine Lobpreis Playlist laufen (Spotify ist für uns hier ein großer Segen…) und es lief dann das Lied „Kingdom of God“. Irgendwie öffnet mir Gott dann oft zum richtigen Zeitpunkt mein aufmerksames Ohr und mein suchendes Herz und ich halte inne und höre. Die Stimme, die Melodie, der Flow und nicht zuletzt die Worte ließen mich mehr als aufhören. Ich hatte immer wieder über dieses „Kingdom of God“ nachgedacht und daher interessierte ich mich für den Text und ich fand ihn so tief und wahr und einfach nur schön. 

Ich schickte dieses Lied gleich einigen Freundinnen. Und ich forschte weiter, welche Lieder dieser mir unbekannte Sänger wohl noch so geschrieben hat. 

Er hat zwei Alben herausgebracht. Obiges Lied ist aus seinem letzteren, welches dieses Jahr erschienen ist. Ich hörte mir die Lieder immer wieder an. Hörte bewusst auf die Texte, las sie nach, wenn ich etwas nicht richtig verstanden habe, hörte sie immer und immer wieder (so dass Danny schon fast meinte, es gäbe keine anderen Alben mehr bei Spotify 😉

Wenn ich zum Sport machen ging, hörte ich sie laut in meinem Ohr und sie beflügelten mich, auf dem Crosstrainer zu laufen. Und sie brachten mich immer wieder zu Tränen, da sie in unserer momentanen schweren Zeit einfach nur Balsam sind für meine Seele. Und sie lassen mich meine Arme in Anbetung hochheben und aus tiefstem Herzen die Wahrheiten über Gott ausrufen. Sie werden zu meinen Gebeten und schenken mir Hoffnung und Zuversicht. 

Jetzt möchte ich euch meine drei absoluten Favoriten vorstellen. Hier Nummer eins und in folgenden Artikeln die nächsten zwei.

Zunächst der Text:

At the well, I heard you call my name
I drew your water but you drew me further
My ever chasing God.
Through the rain
Broke and so ashamed
You ran to me from a long way up
My unrelenting
My ever seeking
My ever chasing God
Seeker when I wasn't sought
Redeemer by your blood I'm born
And by your grace,
I'm made what I'm not
My unrelenting
Ever creating
My ever chasing God
I was sick
Washed up and wasted
You took my bruises, I took your Spirit
My ever trading
My ever healing
My ever chasing God
This I am for sure
You were always with me
You will never leave me
It's you I'm wanting more
More than any one thing
That this earth could give me
It's you I'm living for
My Father ever chasing
My Chaser ever keeping
My Keeper ever giving
My ever living God
And by your Grace
I'm made what I'm not

Die Geschichte von der Frau am Brunnen wird hier so schön in kurzen Worten beschrieben und im nächsten Moment ist man selbst diejenige, die dort am Brunnen steht und kann nur staunen über diesen Gott, der sich über den elenden Sünder, mich, erbarmt. Ein Gott, der mich sieht und bei meinem Namen nennt, der zu mir kommt, der mein ganzes Leben kennt und mich trotzdem liebt! Ein Gott, der mich sucht, obwohl ich nicht gesucht war. Ein Gott, der nicht aufhört, uns hinterher zugehen, der unsere Schande tauscht und uns seinen Geist gibt. Ein Retter, der uns durch sein Blut neu geboren hat.

Und was für ein kraftvolles Zwischenspiel, was für ein wunderschönes Gebet und was für eine hoffnungstriefende Antwort:

Das weiß ich genau, du verlässt mich nie, du bist immer bei mir.

Dich will ich mehr als alles andere, was diese Welt mir geben könnte.

Ich lebe nur für dich!

Und die letzten Worte klingen in dieser wunderschönen Melodie weiter in meinem Herzen: „Durch deine Gnade wurde ich das, was ich nicht war.“ - Das ist pures Evangelium! 

Bist du traurig oder entmutigt? Fühlst du dich so schwer beladen mit Schuld? Bist du voller Angst und weißt nicht wie weiter? Willst du wissen, wie Gott ist? Dann tauche ein in dieses absolut kraftvolle und doch so sanfte Lied! Ich kenne kaum ein besseres! Dieses wünsche ich mir zu meiner Beerdigung als Bekenntnis, wie ich Gott erleben durfte! Denn das ist das Geheimnis unseres Glaubens: 

Nicht wir haben ihn gesucht und gefunden. Nicht wir haben ihn mit unserer Kraft festgehalten. Sondern es ist immer Er, der uns sucht und findet und der uns in seiner Gnade festhält, nie verlässt und uns ans Ziel bringt.

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Gebe ich mich viel zu schnell mit viel zu wenig zufrieden?

Als ich hier in meiner Unterkunft im Valbona Tal ankam, wurde ich herzlich von der deutschen Inhaberin begrüßt. Sie ist mit einem Albaner verheiratet und seit 12 Jahren in Albanien. Seit acht Jahren führen sie dieses nette Hotel ganz am Ende des Tals. 

Ich muss mich wundern 

Sie erzählte mir gleich von all den unterschiedlichen Wanderungen, die hier möglich sind. Zum Wasserfall und zu der Hochebene und hier und da hin. Ich wusste noch gar nicht recht, ob ich überhaupt so viel Wandern wollte. (Doch die Schönheit der Natur überredete mich dann doch schnell.) Als ich hier und da etwas genauer fragte, bekam ich mit, dass sie selbst das allermeiste noch gar nicht selbst gesehen und erwandert hat. 

Ich war verblüfft. Da lebt sie schon so lange an diesem Ort, von dem aus schon hunderte, ja sicher schon tausende Naturfreunde in die wunderschönen Berge zogen, und sie hat noch das wenigste selbst gesehen. Dennoch erzählte sie voller Freude und Begeisterung davon. 

Das kenne ich ja eigentlich 

Es ist ein bekanntes Phänomen. Ich lebe nun auch schon seit sieben Jahren in Albanien und hab, ehrlich gesagt, auch noch recht wenig von diesem Land gesehen. Jeder Tourist, der zwei Wochen hierher kommt, hat mehr gesehen, als ich (damit meine ich Sehenswürdigkeiten etc). Das ging mir auch damals in Haiti so. Da kamen Gruppen für 10 Tage und sie sahen diese und jene Sehenswürdigkeit, die ich in den 10 Monaten nie zu Gesicht bekam. (Dafür, so sagte ich mir, hab ich viel mehr vom wahren Haiti gesehen: den Menschen und ihrem Leben.)

Gebe ich mich viel zu schnell zufrieden?

Mir ging diese Sache dennoch nach. Und mir kam unweigerlich ein Bild vor Augen:

Geht es mir in meinem Glauben auch so? Hab ich einen angenehmen Ort gefunden, an dem ich mich niedergelassen habe und von dem ich mich kaum weg wage? Bin ich stehen geblieben und habe ich mich zufrieden gegeben mit dem, was ich schon gesehen und erlebt habe? Strecke ich mich noch aus nach neuen Wegen? Bin ich bestrebt, weiterzukommen? Oder erzähle ich andere von der Schönheit, die ich selbst noch gar nicht mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe? Ist „da draußen“ nicht noch so viel mehr zu sehen und zu erleben und zu begreifen, von der Schönheit eines Gottes, der sich mir mehr und mehr offenbaren will?

Habe ich mich auch schon zufrieden gegeben - viel zu schnell und mit viel zu wenig?

Die unüberbietbare Schönheit 

Paulus schreibt im Philipperbrief hierzu sehr passende Worte, die mich wieder einmal sehr getroffen haben (noch dazu in einer anderen, der NGÜ Bibel):

„Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgend etwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. … Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus.  … 

Ja, ich möchte Christus immer besser kennen lernen; ich möchte die Kraft, mit der Gott ihn von den Toten auferweckt hat, an mir selbst erfahren und möchte an seinem Leiden teilhaben…

Es ist also nicht etwa so, dass ich das alles schon erreicht hätte und schon am Ziel wäre. Aber ich setze alles daran, ans Ziel zu kommen und von diesen Dingen Besitz zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat.“  (3,8+10+12)

Der große Paulus sagt, dass er noch lang nicht alles gesehen und erlebt hat, was in Jesus möglich ist. Da sind noch so viele Dinge zu entdecken. So viel noch kennenzulernen. Aber es ist so faszinierend, wie er sich mit allem, was er hat, ausstreckt, um so viel wie möglich zu erfassen, Jesus so gut er kann, kennenzulernen. Dabei ist das nicht irgendein frommer Druck dahinter. Paulus weiß, dass in Jesus absolute Schönheit und Größe und Macht und Weisheit verborgen ist. Nichts scheint ihm wichtiger zu sein, als dass zu erforschen. Alles andere erklärt er im Vergleich dazu als nichts und nichtig. Jesus ist sein Leben! Sein ein uns alles! 

Ihn nicht immer besser kennenlernen zu wollen scheint ihm reine Dummheit zu sein. Irgendetwas höher als Jesus zu schätzen nur Vergeudung.

Sich verwurzeln und nachjagen 

Als ich dann so wandern war und immer wieder große Bäume mit weitverzweigten Wurzeln sah, da fragte ich mich: wie ist es möglich, zufrieden zu leben, verwurzelt zu sein in Jesus und in meiner Identität fest zu stehen, und dennoch nicht stehen zu bleiben, sondern nachzujagen, nicht „zufrieden“ zu sein, mit dem, was ich schon kenne von Jesus. Ja, vielleicht, so kommt mir gerade, ist es der Baum:

Er verwurzelt sich nach unten, aber wenn er gesund ist, hört er nicht auf, zu wachsen und sich dem Himmel entgegenzustrecken. Hier würde ich nicht das Wort „jagen“ verwenden, aber doch ein zielgerichtetes und stetiges vorwärtsschreiten. 

Das wünsche ich mir für mein Leben. Ich will Jesus, seine Macht und Schönheit, immer mehr kennenlernen und von Herzen sagen: Jesus zu kennen ist das unüberbietbar größte, was das Leben auf dieser Welt mir zu bieten hat. 

Jesus, ich will in das Sehnen von Mose einstimmen: 

„Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.“ (2. Mose 33,18)

Ich habe noch so wenig von Deiner Herrlichkeit gesehen und verstanden. Von deiner Gnade und Güte, deiner Liebe und deinem Plan mit mir und mit der Menschheit. Ich will nicht den Menschen von etwas erzählen, was ich selbst noch nicht gesehen habe. Bitte, lass mich noch so viel mehr sehen von dir und deiner Herrlichkeit. 

Ich will nicht müde werden, mich immer wieder aufzumachen, um dich zu suchen und dich zu erleben, wie ich es noch nie getan habe...

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Zahlreicher sind die, die bei uns sind

In den letzten Tagen wurde ich von verschiedenen Seiten sehr angegriffen und ich war echt entmutigt. Es schien wie, wenn der Feind es auf mich abgesehen hatte. Doch an einem Abend sprach Gott zu mir durch eine Andacht von C.H.Spurgeon aus "Kleinode Göttlicher Verheißungen." Meine Perspektive änderte sich völlig.

Die Andacht handelte von der bekannten Geschichte aus 2.Könige 6. Dort lesen wir, wie der König von Aram in den Krieg zieht gegen Israel. Doch Elisa der Prophet kann den König von Israel warnen, sodass dieser nicht in einen Hinterhalt gerät. Nachdem der König von Aram herausfindet, dass Elisa hinter diesen Botschaften an den König von Israel steckt, möchte er sich Elisa vorknüpfen. Er schickt ein ganzes Herr von Pferden und Streitwagen zu der Stadt wo Elisa wohnt und umlagert diese.

Als der Knecht von Elisa dies am Morgen sieht ist er ganz verzweifelt, weil es dich dieser Übermacht des Gegner gegenübersieht. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach, mein Herr! Was sollen wir tun?

 Er aber sagte: Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind. 17 Und Elisa betete und sagte: HERR, öffne doch seine Augen, dass er sieht! Da öffnete der HERR die Augen des Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum. 18 Und sie kamen zu ihm herab. Und Elisa betete zu dem HERRN und sagte: Schlag doch diese Kriegsschar mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort des Elisa. 2.Könige 6,16-18

Lies jetzt mal diese Worte von Spurgeon dazu.

Rosse und Wagen und ein großes Heer umgaben die Stadt, in der der Prophet Elisa sich aufhielt. Sein junger Diener erschrak. Wie konnten Sie einem solchen Herr entgehen? Aber der Prophet hatte Augen, wie sie sein Diener nicht hatte, er sah ein größeres Heer mit weit besseren Waffen ausgerüstet, dass ihm vor allem Schaden bewahrt. Feurige Rosse sind mächtiger als gewöhnliche Rosse, und feurige Wagen sind den eisernen Wagen weit überlegen.

So ist es auch zu dieser Stunde. Die Gegner der Wahrheit sind zahlreich, einflussreich, gelehrt und listig, und der Wahrheit er geht es schlecht unter ihren Händen; und doch hat der Mann Gottes keinen Grund zum Zittern. Gewaltige sichtbare und unsichtbare Kräfte streiten auf der Seite der Gerechtigkeit.

Gott hat Heere im Hinterhalt, die sich in der Stunde der Not zeigen werden. Die Mächte, die auf der Seite des wahren und guten stehen, sind den Mächten des Bösen weit überlegen. Lasst uns deshalb zuversichtlich bleiben und wie Männer voranschreiten, die ein fröhliches Geheimnis besitzen, dass sie alle Furcht enthebt. Wir stehen auf der Seite des Siegers. Der Kampf mag schwer sein, aber wir wissen, wie er enden wird. Der Glaube ist in der Überzahl, weil er Gott auf seiner Seite hat. "Derer ist mehr, die bei uns sind, denn derer die bei Ihnen sind"

Allein sein

Mein kleiner Koffer ist gepackt. Auch mein Rucksack und meine Handtasche. Da ich nur für mich denken musste, war alles schnell erledigt. Wie unkompliziert, wenn man nicht für sechs Leute sondern nur für sich selber packen muss. Das war mir früher gar nicht so bewusst… 

Meinem lieben Mann kam der Gedanke, dass mir mal eine kleine Auszeit gut tun würde. Und damit hatte er sicher recht, das wusste ich. Aber wie und wo könnte ich die Auszeit machen? Und wirklich ganz allein? Ich wusste, dass alle unsere Teammitglieder weg sind, also muss ich wirklich allein los, wenn ich los will. 

Innerlich überkommt mich ein unsicheres Gefühl. Kann ich das überhaupt noch, allein sein? Für ein ganzes Wochenende? An einem neuen Ort? Allein dort hinfahren? Allein wandern gehen und essen? Wird mir das nicht zu viel allein? 

Ich habe es früher immer geliebt, allein zu sein. Noch immer genieße ich die kurzen ruhigen Zeitfenster, die ein Tag auch mit Kindern mir bietet. Aber lange Zeit am Stück allein sein? Ohne Mama hier und Mama da? Ohne einen prüfenden Blick über meine Schulter: sind auch alle noch da? Kein Streit schlichten, nicht nachts aus dem Bett müssen?

Doch ich will mich dem stellen. Außerdem bin ich ja nicht alleine. Jesus ist bei mir und ihm möchte ich begegnen. Mit ihm möchte ich essen gehen und mit ihm möchte ich wandern und mit ihm möchte ich sprechen am Abend des Tages. 

So mache ich mich tatsächlich auf den Weg. Es ist total komisch, so allein aus der Stadt zu fahren. Ich hab das Gefühl, dass alle mich anschauen und sich fragen, wohin ich denn wohl fahre. Es ist für die Menschen bei uns gar nicht verständlich, wie eine Frau allein wegfahren kann. Und dass der Mann, der Verrückte, sie auch noch lässt und mit den Kindern zurückbleibt. Das passt in ihr Vorstellungsvermögen nicht hinein. Und ich bin nun fast sieben Jahre schon von diesem Denken geprägt und es macht mir irgendwie zu Anfang ein schlechtes Gewissen. 

Doch dann bin ich aus Krume raus. Ich mache mir schöne Musik an, "The Brilliance" höre ich gerade gern, diese wunderschönen Lieder „Gravity of love“, „See the love“, „Will we ever rise“ (kennst du sie schon?) und besonders heute: „Night has passed“: 

Night has passed 
And the day lies open
Before us
Let us pray with one heart and mind
We rejoice
In the gift of this day
Morning comes 
With the light of your presence
Upon us.

Ich will mich freuen an diesem Tag und der Gelegenheit, allein mit Gott zu sein. Ich will das Licht seiner Gegenwart sehen und spüren und mich davon berühren lassen. Er ist da mit mir. Und es ist ok, allein loszuziehen. 

Nun bin ich schon in die Schönheit und Majestät der Landschaft hier eingetaucht. Berge um mich und Ruhe. Sein Wort und seine Gegenwart. Einfach losziehen und genießen. Wandern (ja, ich hab tatsächlich eine 6-stündige Wanderung allein gemacht) und nach einer erfrischenden Dusche (ohne ein wild klopfendes Kind an der Tür, das unbedingt auf Toilette muss…;) entspannt zu Abend essen. In Ruhe und Frieden, meinen eigenen Gedanken nachhängend. 

Immer wieder geht mein Blick auf die Berge und unwillkürlich kommen mir die Worte aus Psalm 121 in den Sinn, den ich vor 20 Jahren für den Konfirmanden Unterricht auswendig gelernt habe: 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher wird mir Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat….

Ich bin allein und doch auch nicht. Ich bin mit dem Schöpfer, der all das um mich herum gemacht hat. Und ich bin im Herzen ruhig. Und dankbar, dass ich diese Zeit erleben darf.

Hier sind noch ein paar Eindrücke, die ich mit meinem iphone 8 gemacht habe.

Wir sind Staub

Wir sind gemacht aus Staub und wir werden wieder zu Staub. Wir sind wie eine Blume, die schnell aufblüht und genauso schnell wieder verwelkt. Und das besondere daran ist: Genau das weiß Gott und deswegen ist er uns gnädig.

In Psalm 103 lesen wir davon, wie Gott uns in seiner Gnade begegnet, gerade im Anblick unserer Vergänglichkeit, von der der Autor schreibt.(Verse 14-17)

Denn er weiß ja, was für Geschöpfe wir sind, er denkt daran, dass wir nur aus Staub gebildet wurden. 15 Der Mensch – seine Lebenstage sind so vergänglich wie das Gras. Er gleicht einer Blume auf dem Feld, die aufblüht, 16 wenn aber ein starker Wind über sie hinwegfegt, dann ist sie nicht mehr da. Dort, wo sie einmal blühte, gibt es keine Spur mehr von ihr. 17 Doch die Gnade des Herrn ist immer und ewig über denen, die ihm in Ehrfurcht dienen.

Das Jahr 2020 ist für mich eine unüberhörbare Mahnbotschaft Gottes. Die Covid–19 Pandemie hält die Welt in Atem und immer wieder hört man von den aktuellen Todeszahlen. Menschen werden zu Tausenden dahin gerafft durch diese Pandemie. Doch die Zahlen können einen erstmal kalt lassen und berühren so wenig wie die negativen Nachrichten zur Entwicklung der Wirtschaft. Wir verstehen nicht, dass hinter jedem Verstorbenen Angehörige stehen, die unendlich traurig sind.

Doch heute wurde mir die Tragik des Ganzen in der Tiefe bewusst. Gestern hörte ich dass Kurt (Name geändert) gestorben ist - an Corona. Er war ein sehr freundlicher und zugänglicher Polizeibeamter. Innerhalb von 4 Tagen verstarb er und ihm blieb aufgrund seiner Herzprobleme keine Chance.

Theoretisch weiß ich sehr gut, und du wahrscheilich auch, dass wir Menschen vergänglich sind. Doch praktisch wurde mir dies in den letzten Wochen erschütternd neu vor Augen geführt. Es sterben hier soviele Menschen, die wir kennen und viele werden einfach plötzlich aus dem Leben gerissen. Und jedes Mal lasse ich alle meine Pläne fahren und stelle mich neu der Realität des Todes und gehe zur Beerdigung. Ich müsste es nicht machen, denn gesellschaftlich und kulturell erwartet es keiner von mir. Doch immer wieder bekomme ich mit, welch ein starkes Zeichen von Respekt es ist, wenn ich diesen Gang auf mich nehme.

Doch zurück zu Kurt, an dessen Beerdigung ich heute teilgenommen habe. Der Tod ist immer schwer zu ertragen, doch wenn ein mir bekannter Mann, 6 Jahre älter als ich, einfach nicht mehr da ist, sondern tot im Sarg liegt, dann überkommt mich eine tiefe Traurigkeit. Als ich heute wenige Meter vom Grab entfernt das stille Beerdigungsritual beobachtete, da wollte ich laut schreien. Ich wollte die noch lebenden Angehörigen, die Brüder und Söhne des Mannes in den Arm nehmen und ihnen von der Hoffnung des Evangeliums erzählen. Doch ich musste still wie alle anderen mit ansehen, wie eine Blume für immer verwelkt zu Grabe getragen wird.

Aber ich will nicht, dass all diese Männer, mit denen ich heute auf dem Friedhof war, verwelken und für immer vergehen. Ich kann nicht verhindern, dass Männer sterben, im Bilde gesprochen verwelken, aber ich möchte dazu beitragen, dass sie zu neuer Blüte auferstehen, indem ich sie für Jesus gewinne. Dafür bin ich gekommen, dass Menschen in all der Trauer und in all dem Schrecken den der Tod mit sich bringt, diese Hoffnung haben.

Und so bete ich: Jesus komm und tu dein Werk. Du bist die Auferstehung und das Leben. Erwecke du Menschen zu neuem Leben und gebrauche du mich als dein Botschafter. Amen.

Lies hier weitere Beiträge zum Tod:

Wieder geht ein Mensch

Von Tränen und Hoffnungslosigkeit und dem Trost unseres Glaubens

Was mich „Die Säulen der Erde“ und unsere Schildkröten gelehrt haben

Der Roman 

Ich bin kein großer Romanleser. Nicht, dass ich nicht gerne lese, gerne gefesselt werde oder in fremde Welten abtauche. Es liegt mehr daran, dass ich nicht viel Zeit habe zum lesen und wenn ich sie dann mal habe, dann lese ich meine Bibel oder auch mal ein gutes geistliches Buch. 

Als ich zuletzt mit Danny eine längere Autofahrt hatte, da begannen wir damit, den Klassiker „Die Säulen der Erde“ als Hörbuch zu hören. Bis dahin hatte ich, ehrlich gesagt, auch noch nie ein Hörbuch angehört, aber es fesselte mich und machte mir Freude. Letzte Woche wurde ich dann fertig damit. Über 500 Hörbuch-Kapitel möchten Zeit finden, gehört zu werden und die fand ich nicht allzu oft. V.a. im Urlaub am Strand und an gemütlichen Bastelabenden (hatte ein großes Bastelprojekt am laufen für unsere Unterstützer, was mir sehr gelegen kam… 🙂 tauchte ich in die Welt des Mittelalters ein. 

Was mir in dieser langen epischen Geschichte besonders in Erinnerung geblieben ist, sind nicht die Intrigen und Liebesgeschichten, die brutale Bosheit mancher Charaktere, sondern vielmehr die Tatsache, dass, egal, wie schlimm eine Situation aussah, wie hoffnungslos und zum Himmel schreiend ungerecht sie war - es ging immer weiter, es gab immer einen neuen Weg. 

Zentrum des Romans ist der Bau einer Kathedrale, die die schönste und größte werden sollte. Doch genau dieses Unternehmen ist immer wieder in Gefahr, mit Rückschlägen und Anfeindungen konfrontiert. Da sind viele, die es verhindern wollen aus unterschiedlichen Gründen, immer wieder mal kommt der Bau ins Stocken, aus Geldnot, Angriff, Zerstörung, schlechter Bausubstanz, Streiks der Arbeiter.... Doch immer und immer wieder werden neue Wege gefunden, an Geld zu kommen, Motivation aufgebracht, kaputtes wieder aufzubauen, mit Unrecht umzugehen und nicht zu resignieren.

Das ist das, was mir hauptsächlich von diesem Roman in Erinnerung bleibt und durch das Gott mich auch ermutigt hat. (Das kann er in seiner Allmacht ja auch durch einen weltlichen Roman 😉 Wir sind ja auch am Bau eines großen Projektes, Gottes Reichs, beteiligt. Auch hier haben wir mit allen möglichen Problemen und Rückschlägen zu tun. Aber Gott ist der Baumeister und er bringt seinen Bau auf jeden Fall zu Ende! Wir dürfen beteiligt sein und uns von ihm immer wieder zurufen lassen: Mach weiter, gib nicht auf! Es wird herrlich werden!

Die Schildkröte 

Dann war ich begeistert von einem wunderschönen Tier: einer Schildkröte. Es gibt hier sehr viele von ihnen überall rumlaufen und zuletzt hatten wir uns eine nach Hause geholt und in ein selbstgebautes Gehege gesetzt. Mir war schon irgendwie klar gewesen, dass Schildkröten wahre Meister sind im sich irgendwo durchzwängen, aber dass sie es so gut können, hätte ich nie gedacht. Hier hat Danny mal ein kleines Video erstellt.

So hatten wir die zwei in dem Gehege sitzen, versorgten sie fleißig mit allem, was sie brauchten (und noch mehr, dank der Kinder). Wir beobachteten schon, wie sie das Gatter abliefen, immer wieder versuchten, hier und da sich durchzuzwängen, aber dennoch dachte ich, alle eventuellen Fluchtmöglichkeiten beseitigt zu haben. 

Jedoch fehlte am nächsten Tag die erste Schildkröte. Ich fand sie hinter dem Zaun, unter einer Spinatpflanze eingegraben, am schlafen. Ich machte auch die wahrscheinliche Schwachstelle des Zauns aus und dichtete sie ab. 

Doch am Nachmittag fehlte wieder eine und dann wieder und wieder. Um es kurz zu machen: eigentlich immer, wenn ich ins Gehege ging, um nach ihnen zu sehen (und das war nicht zu selten), fehlte eine. Einmal hatte sie sich so gut im Gehege versteckt, dass ich nach langer vergeblicher Suche außerhalb die Freudenrufe von Gideon vernahm, der sie unter einem Stein wiederfand...

Zwar war das suchen immer wieder zeitaufwendig, aber ich hatte Freude daran. Ich freute mich über diese Geschöpfe Gottes, die so dermaßen geschickt waren, Auswege zu finden. Sie machten sich auf die Suche, liefen immer wieder die gleichen Strecken ab, drückten hier und da, und irgendwann fanden sie das Loch oder den Spalt und weg waren sie. Sie waren eingesperrt und wussten nicht wo sie waren. Aber sie resignierten nicht, sondern waren aktiv und auf scheinbar wunderbare Art entkamen sie dem Gefängnis. 

Da wir selber gerade in einer Zeit stecken, in der der Feind einen zum aufgeben bringen möchte, entmutigen und „einsperren“ will, wenn auch nur in den Gedanken, sprachen diese Schildkröten eine laute Sprache in mein Herz. Es gibt immer einen Weg bei Gott! Manchmal müssen wir warten und eifrig suchen, hier und da etwas anstoßen und manche Stellen von allen Seiten betrachten und immer wieder bewegen. Manchmal erleben wir Rückschläge und Entmutigung. Zwar konnte die Schildkröte das nicht ausdrücken, aber dennoch tat es mir schon leid, sie nach erfolgreicher Flucht immer wieder zurückzubringen. Aber sie hat weiter gemacht und wieder einen neuen Weg gefunden. 

Wir sind aufgerufen, nicht müde zu werden. Nicht müde werden, aus Gottes Gnade zu leben. Nicht müde werden, den Willen Gottes zu suchen. Nicht müde werden, Gutes zu tun. Nicht müde werden, das Evangelium zu verkünden. Nicht müde werden, in Treue den unteren und unbeachteten Weg zu gehen. Nicht müde werden, den Weg in die Freiheit zu suchen und zu finden und ihn zu gehen. Das haben mich unsere Schildkröten gelehrt. Nach drei Tagen bei uns durften sie dann wieder in die große weite Welt ziehen. Ob sie uns vermissen?

Take Heart!

Es ist schon wieder ein Lied, das mich in diesen Tagen begleitet und das Gott mir regelrecht geschenkt hat. Ich war gerade mit dem abendlichen Abwasch beschäftigt und hörte dabei, wie sehr oft, Lobpreismusik. Dabei höre ich über Spotify und die Lieder stellen sich selbst zusammen. Ich war in meinen Gedanken schon bei unserem Teamtreffen, das in wenigen Minuten beginnen sollte. Mein Herz war schwer. Es war der letzte Abend gemeinsam mit Bela, unserer langjährigen Teamkollegin (sie kam ein halbes Jahr nach uns nach Krume). Ich war traurig, dass die Zeit in Krume mit ihr so schnell und nicht aus nicht schönem Grund endete. 

Ich hing in meinen Gedanken, was wir an diesem Abend singen und machen würden. Da öffnete Gott mir mein Ohr plötzlich und ich hörte bewusst auf das mir noch unbekannte Lied. Wie hieß es da immer wieder?

Take heart! Take a breath!

Was für wundervolle Aufforderungen. So einfach und doch so gut. Ich atmete einmal tief und hörte mir dann das Lied in Ruhe und unter Tränen nochmal ganz bewusst an:

Take heart (Matthew West)

Woke up this morning
And life as you know it
Looks nothing like the kind of life you knew before
All of a sudden
Fear stole the headlines
And it don't feel safe to even step outside your door

In this world you will have trouble
But I have overcome the world
So take heart
Take a breath
Let Me lift that heavy weight up off your chest
Take My hand
I know it's looking dark
When the world falls all around you
I won't let you fall apart
Take heart
Take heart

Do you remember singing
Back when you were younger
He's got the whole world in His hands
Well, that's still true
I hold your family, all your friends, and all your loved ones
And even when you're barely holding on
I'm holding you
So take heart
Take a breath
Let Me lift that heavy weight up off your chest
Take My hand
Take heart
Oh, take heart
Just take heart
In this world you will have trouble
But I have overcome the world
Oh, in this world you will have trouble
But I have overcome the world
So take heart
Take a breath
Let Me lift that heavy weight up off your chest
Take My hand
I know it's looking dark
When the world falls all around you
I won't let you fall apart
So take heart
Child, take heart

Hier die deutsche Übersetzung des Textes:

Bin heute morgen aufgewacht
Und das Leben wie ich es kannte
Sieht überhaupt nicht mehr so aus wie das Leben das du kanntest
Ganz plötzlich hat Angst die Schlagzeilen verdrängt
Und es fühlt sich nicht mal mehr sicher an, vor die Tür zu treten.

In dieser Welt werdet ihr Bedrängnis haben
Aber ich habe die Welt überwunden

Darum: Fasse Mut 
Atme durch
Lass mich die schwere Last von deiner Brust heben
Nehme meine Hand 
Ich weiß, es sieht dunkel aus
Wenn die Welt um dich auseinanderbricht
Werde ich dich nicht auseinander brechen lassen
Fasse Mut! Fasse Mut!

Kannst du dich erinnern
Als du jünger warst zu singen
Er hat die ganze Welt in der Hand
Und ja, das ist immer noch wahr

Ich halte deine Familie, alle deine Freunde, und alle deine Lieben
Und auch wenn du dich kaum noch festhalten kannst
So halte ich dich

Darum: Sei getrost
Atme durch
Lass mich die schwere Last von deiner Brust heben
Nehme meine Hand 
Ich weiß, es sieht dunkel aus
Wenn die Welt um dich auseinanderbricht
Werde ich dich nicht auseinander brechen lassen
Sei getrost

In dieser Welt werdet ihr Bedrängnis haben
Aber sei getrost, ich habe die Welt überwunden )

„Take heart“ - dieser Ausdruck ist schwer eins zu eins zu übersetzen. Aber er heißt wörtlich: nimm dein Herz und wird mit „fasse Mut“ oder „sei getrost“ übersetzt.

Es sind die Worte Jesu, die in diesem Lied zu mir und jedem Hörer sprechen:

„In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“ 

oder

„In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten: ich habe die Welt besiegt.“ (NGÜ)

Diese Bedrängnis, diese Unsicherheit, diese Angst und Dunkelheit spürt wohl jeder, der in dieser Welt lebt. Bedrängnis hat Jesus uns als seinen Nachfolgern vorausgesagt. Aber er hat uns seinen großen Frieden und seinen Sieg gegeben. 

Diese Tatsache und diese Worte des Liedes klangen in mir den ganzen Abend nach und dieses Lied begleitet mich nun jeden Tag und erinnert mich daran, mit Jesu Hilfe und Frieden mutig voran zu gehen!

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

Turn Your Eyes Upon Jesus

Es ist ein weltbekanntes einfaches Lied und doch trifft es die Wahrheit und die Kunst eines Lebens als Nachfolger Jesu auf den Punkt:

Turn your eyes upon Jesus
Look full in his wonderful face
And the things of earth 
Will grow strangely dim
In the light of his glory and grace

Mich begleitet dieses Lied schon sehr lange. Ich erinnere mich, als ich 2004 in Haiti war und ein kleines, süßes Haitianer Mädchen mir dieses Lied vorsang mit ihrer reinen und klaren Stimme. Wie sie mich anschaute dabei und ihre Augen leuchteten. Wie ihre kleinen krausen Zöpfe, die mit lustig bunten Haarbändern zusammengebunden waren, im Rhythmus tanzten. Es war ein wahrhaft heiliger Moment für mich als junges Mädchen, noch unerfahren und am Anfang meines Weges mit Jesus. 

Aber ich wusste, dass diese einfachen Worte mich begleiten sollten. Ich sang dieses Lied oft für mich, oder am Ende meiner Gebete und später zusammen mit Danny. 

Viele Jahre später traf ich auf die doch recht unbekannte Autorin dieser Zeilen: Lilias Trotter. (Hier hab ich schon von ihr geschrieben). Ihre Person und ihr Leben als Missionarin in Algerien beeindruckte mich und gab mir neuen Mut und neue Motivation, auch meinen Ruf in die Mission weiter zu verfolgen. 

Heute stehe ich an einem ganz anderen Punkt meines Lebens. Wie noch nie vorher spüre ich die Herausforderungen, die ein Leben für Jesus mit sich bringen. Die Anfechtungen und Angriffe von außen und innen. 

Die Last will mich manchmal fast erdrücken. 
Die Traurigkeit über etwas, was nicht mehr ist und sein wird.
Die Sorge um unsere Arbeit und unseren Dienst.
Die Hilflosigkeit angesichts von schamloser Ungerechtigkeit.
Die Zweifel, ob ich eine gute Mutter für meine Kinder bin.
Die Verzweiflung, nicht mehr Herr der eigenen inneren Anspannung zu sein.
Die Angst, die Angriffe des Feindes könnten mich übermannen.
Die Mutlosigkeit, die schleichend an mein Bett kommt und mich nicht schlafen lässt.
Die Selbstanklage, die mich zermürben will, hätte ich doch das und das anders gemacht…

Eine Freundin schrieb mir heute von ihrem Traum, in dem sie Jesus gesehen hat:

„Ich hatte kein konkretes Bild von Jesus aber ich habe in seine Augen geschaut, die voller Stärke, Verständnis und unendlicher Liebe waren. Er hat mich fixiert, ich konnte gar nicht woanders hinschauen. Und es hat mir Last genommen, ich konnte dort ausruhen. Diese Woche hatte ich das Bild wieder, aber es war wie bei Petrus, Jesus hat mich aus dem Boot herausgerufen, dabei habe ich meine Umgebung (Sturm, Wellen) kaum noch wahrgenommen, weil ich so sehr an den Augen von Jesus hing…“

Ich musste sofort wieder an dieses Lied denken. Ja, es stimmt, gerade in Zeiten der Not, da ist der Blick auf Jesus, auf unseren Heiland, Retter, Freund, Fürsprecher, Bruder, Hirte, Herr und souveränen Gott das, was meine Seele zutiefst braucht und ihr den Halt gibt in den Stürmen, die toben. 

Ein Gebet in meinem Andachtsbuch („Pressing Pause - 100 quiet moments for moms to meet with Jesus“ - sehr zu empfehlen für Mütter!) hat es dann nochmal auf den Punkt gebracht:

„Dear Lord, forgive me for looking around and comparing myself or my circumstances to others. May I look only to you for contentment and peace. In Jesus‘ name, Amen.“

Turn your eyes upon Jesus, so einfach und oft doch so schwer. So befreiend und doch so umkämpft. Unser Blick zu Jesus, den will der Feind auf alle Fälle trüben, ablenken, verzerren, verklären, verhärten, verkleinern. Er weiß zu gut, dass unser Leben im Geist, unsere Fruchtbarkeit im Dienst, unsere Freude im Leben und Sterben davon abhängt. Ist mein Blick auf Jesus? Unverwandt und ohne Hindernis? 

Ich will in diesen Tagen im Urlaub wieder ganz neu lernen, immer dann, wenn mein Blick, meine Gedanken und Gefühle abwandern zu Sorge und Angst und Machtlosigkeit und Ärger und Schuld - dann will ich mir dieses Lied selbst Singen. Mit tiefem Glauben im Herzen, dass es mehr, als nur ein Lied ist...

Unten findest du noch drei Versionen des Liedes als Youtube-Videos.